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Carsten Kengeter Streit um Ex-Chef beschäftigt Deutsche Börse noch immer

Carsten Kengeter Quelle: dpa

Die Insiderhandel-Affäre um Ex-Chef Carsten Kengeter lässt die Deutsche Börse nicht los. Für dessen umstrittenes zusätzliches Vergütungsprogramm habe der Konzern einen hohen einstelligen Millionenbetrag zurückgestellt.

Die Insiderhandel-Affäre um Ex-Chef Carsten Kengeter lässt die Deutsche Börse nicht los. Für dessen umstrittenes zusätzliches Vergütungsprogramm habe der Konzern einen hohen einstelligen Millionenbetrag zurückgestellt, sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer am Mittwoch. Zudem seien für die Börse wegen der Affäre Rechtskosten im hohen einstelligen Millionenbereich angefallen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Kengeter wegen des Kaufs von Aktien im Rahmen des Vergütungsprogramms Insiderhandel vor und ermittelt auch gegen die Deutsche Börse. Der Manager hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. "Ein Ende der Ermittlungen ist nicht absehbar", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Für den neuen Chef Theodor Weimer gibt es neben der üblichen variablen Vergütung kein zusätzliches Programm. "Ich will kein Extra-Programm haben", sagte Weimer. Sein fixes Jahresgehalt liege bei 1,5 Millionen Euro, sagte der Ex-HVB-Chef auf der Bilanzpressekonferenz. Er werde 2018, 2019 und 2020 von seinem Gehalt jeweils für 1,5 Millionen Euro Aktien des Börsenbetreibers kaufen. Das werde von einem externen Dienstleister abgewickelt, der Aktienerwerb finde jeweils zu festgelegten Terminen im Juni statt. Nach Angaben eines Börsensprechers erhält Weimer wie Kengeter 3,5 Millionen Euro variable Vergütung, auch das Fixgehalt ist gleich.

Für Kengeter hatte der Aufsichtsrat daneben einmalig ein zusätzliches Vergütungsprogramm aufgelegt. Der Manager kaufte daraufhin im Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro Aktien des Börsenbetreibers. Das Investment war die Voraussetzung dafür, dass er sogenannte "Co-Performance Shares" für ebenfalls 4,5 Millionen Euro von seinem Arbeitgeber erhielt. Mit dem auf fünf Jahre ausgelegten Vergütungsprogramm wollte der Aufsichtsrat Kengeter an das Unternehmen binden. Die Börse vertritt die Auffassung, dass Kengeter nach seinem Rücktritt zum Jahresende 2017 nur für drei Jahre Anspruch hat.

Über die Summe streiten der Ex-Chef und der Aufsichtsrat nun. Eine Einigung ist offenbar nicht in Sicht. Die Vergütung Kengeters sei Sache des Aufsichtsrats, sagte Pottmeyer. Über den Streit hatte zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

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