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Elsässers AusleseIst mein Aktiendepot richtig strukturiert?

Mit dem Wegfall der Zinseinnahmen ist der Weg in die Aktie für Kapitalanleger vorgezeichnet. Doch wie soll man sein Depot richtig strukturieren? Zwei wichtige Tipps.Markus Elsässer 19.09.2016 - 12:19 Uhr

Eine "DAX-Kurve" im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) zeigt die Entwicklung des Deutschen Aktien Index DAX seit seiner Gründung 1988 bis 2014.

Foto: dpa

Es wird schwer werden für viele Geldanleger. Sie waren gewohnt, Ihr Geld auf Sparbüchern, Festgeldern oder in Anleihen zinsbringend anzulegen. Da konnten selbst große Kapitalbeträge jahrelang „ohne viele Gedanken“ vor sich her geschoben werden. Wer sich bei den Anleihen auf eine gute Bonität des Schuldners konzentrierte hatte de facto kein Risiko.

Durch die jährlich festen Zinseinnahmen hatte der Anleger einen automatischen Puffer gegenüber Schwankungen in dem Teil seines Vermögens, welches er in anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel in Aktien oder Gold, investiert hatte. Das hatte zur Folge, dass viele Anleger mit einer entspannten Haltung an das Thema ihrer Kapitalanlage herangingen und sich nicht allzu viel Mühe damit machten.

Bei der weit verbreiteten Aufteilung früherer Jahre, 25 Prozent in Festgeldern und Barmitteln, 50 Prozent in Anleihen und 25 Prozent in Aktien anzulegen, beschäftigten sich die Sparer nicht sehr intensiv mit der Aktienquote. Diese wurde eher als Beimischung betrachtet. So nach dem Motto: Wenn es denn sein muss... Große strategische Überlegungen wurden gar nicht angestellt.

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Typischerweise bangte der Bankberater oder Vermögensverwalter den Jahresendgesprächen mit seinen Kunden entgegen. Wehe, wenn die vorgeschlagenen Aktien im Verlauf der vergangenen zwölf Monate an Wert verloren hatten. Dann gab es bei den meisten Anlegern ein Donnerwetter. „Da haben wir es wieder. Immer mit diesen Aktien. Die Börse ist doch einfach ein Casino. Wir haben es ja gleich gewusst. Hätten wir uns bloß nicht bequatschen lassen.“ Fazit: Verringerung der Aktienquote zu Gunsten der Anleihen. Alterantiv wurde der Kauf einer Vermietungsimmobilie in Angriff genommen.

Anfang des Umdenkens

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Seit geraumer Zeit hat sich die Welt der Geldanleger komplett und wahrscheinlich für lange Zeit geändert. Wir stehen noch am Anfang des Umdenkens. Der Prozess, sich wirklich Gedanken zu machen, welchem Risiko der Anleger sein Kapital aussetzen soll, hat erst langsam angefangen. Noch stapeln sich die liquiden Mittel zinslos auf den Bankkonten.

Platz 10: Shell

Der Ölkonzern hat zwei Euro-Anleihen im Wert von insgesamt 3,5 Milliarden ausstehen, bei denen Anleger, die sie jetzt kaufen und bis zur Fälligkeit halten, draufzahlen. Damit rentieren 27 Prozent der auf Euro lautenden Shell-Bonds im Negativ-Bereich. Bei der in acht Monaten fälligen Anleihe liegt die Rendite bei minus 0,09 Prozent, bei der fünfjährigen bei minus 0,06 Prozent. Die großen Ratingagenturen bewerten die Bonität von Shell im Schnitt mit A und damit als gut.

Foto: dpa

Platz 9: Snam

Der italienische Gasnetzbetreiber – eine Abspaltung des Versorgers Eni – ist mit vier Anleihen im Wert von zusammen 3,8 Milliarden Euro am Markt, die im Minus rentieren. Das sind die Hälfte aller Euro-Eni-Bonds. Die Minus-Renditen reichen von 0,14 Prozent für neunmonatige und 0,03 Prozent für ein dreieinhalbjähriges Papier. Das durchschnittliche Rating liegt im Bereich Dreifach-B für mittlere Bonität.

Foto: PR

Platz 8: Siemens

Beim deutschen Industriekonzern liegen die Renditen von 79 Prozent aller ausstehenden herkömmlichen Euro-Bonds im negativen Bereich. Minus-Renditen gibt es dabei bei drei Papieren im Volumen von 4,85 Milliarden Euro. Die Renditen liegen bei minus 0,27 Prozent (Restlaufzeit fünf Monate) und minus 0,19 Prozent (Restlaufzeit viereinhalb Jahre). Die Bonität liegt bei Einfach A für eine gute Kreditwürdigkeit.

Foto: dpa

Platz 7: Carrefour

Der französische Einzelhandelskonzern hat vier Bonds über zusammen vier Milliarden Euro mit negativen Renditen ausstehen. Das entspricht 62 Prozent der ausstehenden Bonds. Bis zu Laufzeiten von gut viereinhalb Jahren zahlen Anleger bei Carrefour drauf: Die Rendite des im April 2021 fälligen Papiers liegt hauchdünn im Minus bei minus 0,002 Prozent. Bei einer schon im nächsten Juli fälligen Anleihe sind es minus 0,22 Prozent. Dabei ist die Bonität mit Dreifach-B nur mittel.

Foto: dpa

Platz 6: Daimler

Der deutsche Autokonzern zählt zu den größten Schuldnern am Euro-Bondmarkt mit Papieren über insgesamt 16 Milliarden Euro. Davon rentieren vier Anleihen im Wert von zusammen vier Milliarden Euro und somit ein Viertel aller ausstehenden herkömmlichen Daimler-Anleihen im Minus. Betroffen sind Papiere mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren, Hier liegt die Rendite bei minus 0,02 Prozent, bei dem in zwei Monaten fälligen Siemens-Bonds sind es 0,4 Prozent.

Foto: AP

Platz 5: Vinci

Von den Anleihen des französischen Baukonzerns rentieren 58 Prozent im negativen Bereich. Betroffen sind sechs Bonds im Umfang von insgesamt 4,,57 Milliarden Euro mit Laufzeiten bis zu drei Jahren. Beim dreijährigen Papier liegt die Rendite bei minus 0,02 Prozent, bei einem in zwei Monaten fälligen bei minus 0,4 Prozent. Die Bonität bewerten die Ratingagenturen im Bereich Einfach-A.

Foto: dpa

Platz 4: Engie

Bis zum Frühjahr vergangenen Jahres hieß der im Schnitt ebenfalls mit A-Rating bewertete französische Versorger noch GDF Suez. Von seinen Anleihen rentiert die Hälfte im Minus. Betroffen sind sechs Bonds über zusammen fünf Milliarden Euro. Die längste Laufzeit beträgt gut vier Jahre, die Rendite bei dieser Anleihe liegt für Käufer aktuell bei minus 0,1 Prozent. Bei einem in einem halben Jahr fälligen Papier sind es minus 0,18 Prozent.

Foto: REUTERS

Platz 3: Orange

Die ehemalige France Télécom hat sechs Anleihen über 6,15 Milliarden Euro mit Minus-Renditen ausstehen. Dabei ist die Bonität mit Dreifach-B nur mittelmäßig. 56 Prozent der Orange-Bonds werden am Markt mit Negativ-Renditen gehandelt. Bei einer fünfmonatigen Restlaufzeit sind es minus 0,19 Prozent, bei einer im Januar 2021 fälligen Anleihe minus 0,01 Prozent.

Foto: REUTERS

Platz 2: BMW

Beim deutschen Autokonzern rentieren mit 48 Prozent knapp die Hälfte aller ausstehenden herkömmlichen Euro-Anleihen mit einem Minus vor dem Komma. Dabei handelt es sich um neun Anleihen über insgesamt 7,75 Milliarden Euro mit Laufzeiten von bis viereinhalb Jahren. Die Rendite des im April 2020 fälligen Bonds liegt bei minus 0,014 Prozent, die der im nächsten Monat fälligen Anleihe bei minus 0,33 Prozent. Die Bonität liegt im Bereich Einfach-A.

Foto: dpa

Platz 1: Electricité de France (EDF)

Der französische mit dem guten Rating A bewertete Versorger gehört mit ausstehenden Euro-Anleihen im Umfang von 24,5 Milliarden Euro zu den sehr großen Bond-Emittenten. Acht Papiere bis zur Laufzeit von viereinhalb Jahren werfen hier für Neueinsteiger nur noch negative Renditen ab. Betroffen sind dabei sechs Bonds im Volumen von zusammen 9,2 Milliarden Euro. Das entspricht 38 Prozent der EDF-Bonds. Das am längsten laufende Papier rentiert mit minus 0,008 Prozent, die im nächsten Monat fällige Anleihe mit minus 0,23 Prozent.

Quellen: Morgan Stanley, Bloomberg. Stand 13.09.2016

Foto: REUTERS

Immer weniger sind die Sparer bereit, ihrem alten Anlagemodell zu folgen. Die aktuellen Angebote bei den Anleihe-Emissionen sehen verheerend aus. Kürzlich sind Industrieanleihen zu „Null-Prozent“ mit einer Laufzeit von drei Jahren Laufzeit auf den Markt gekommen und überzeichnet worden. Da frage ich mich, welcher normale Mensch geht denn so mit seinen Ersparnissen um?

Der Weg ist klar vorgezeichnet: Bei den liquiden Kapitalvermögen wird in den kommenden Jahren kein Weg an den Aktien vorbeiführen. Den Sparern wird nicht viel anderes übrig bleiben, als sich mit dem Thema „Aktie“ zu beschäftigen. Jeder einzelne wird da sein eigenes Risikoprofil finden müssen. 

Berater sind gefordert

Das bedeutet zweierlei: Der Auswahl der richtigen Aktien oder Aktienfonds kommt eine ganz andere Bedeutung zu als in der Vergangenheit. Hier muss sich der Anleger der Aufgabe stellen und wirklich strategische Überlegungen anstellen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Unmut und Frust über die Banken und Berater massiv zunimmt. Denn in dieser neuen Konstellation stellen viele Sparer überhaupt erst einmal fest, wie wenig an Fachwissen und Hilfe ihnen geboten wird. Die Defizite in der Beratung treten offen zu Tage. Das Postulat dieser Tage lautet daher: Millionen von Anleger brauchen bessere Betreuung bei ihren Finanzen.

Zum anderen sollte der Anleger sich genau überlegen, wie er sein Aktiendepot strukturieren soll. Dieser Aspekt wird weitestgehend übersehen. Da werden kreuz und quer Aktien hin und her gekauft, je nach Laune, Börsenlage oder Kassenhaltung. Eine klare Struktur im Aktiendepot trägt aber mit wesentlich zur Risikominimierung bei.

Es sind so oft ganz simple und erprobte Regeln für ein Aktiendepot, die dem Anleger einen zusätzlichen Halt geben. Das praktizieren wir in unserem Value Fonds „ME Fonds - Special Values“ erfolgreich nunmehr schon im 15. Jahr.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Erstens sollte ein Aktiendepot nur eine begrenzte und feste Anzahl von Positionen enthalten. Ich nenne dies: „Meine Parkplätze“. Ist der Parkplatz voll, ist eben kein Platz für einen weiteren Zukauf von einer neuen Aktie. Das diszipliniert ungemein. Denn bevor ich mich emotional zu einem weiteren Engagement hinreißen lasse, muss ich erst einmal eine alte Aktie im Depot verkaufen. Und dabei stellt sich dann die Frage: ist die neue Aktie denn wirklich so viel besser als die alte Idee?

Das hört sich so nach gar nichts an. Aber Sie glauben gar nicht, wie viele Depotaufstellungen ich im Verlauf meines Lebens schon gesehen habe, die sich über sechs Seiten erstreckten und 70 Aktienposten enthielten. „Wegen des Risikoausgleichs“, heißt es dann immer. Das ist ein grober Unfug. Ab einer gewissen Anzahl von Aktien kann kein Mensch mehr den Überblick behalten, wie es bei den einzelnen Unternehmen zugeht. Also schlummern die Risiken im Wust des Depots und das Ganze basiert lediglich auf der Hoffnung: „Wenn ich so viel Verschiedenes habe, dann wird schon nichts Böses passieren“.

Ich halte nichts von diesem „Gießkannen-Prinzip“. Hauptsache man bewässert unbedacht eine große Fläche, irgendwo wird schon etwas sprießen? Ich wässere lieber ganz gezielt, was ich auch mit vollem Verstand als Setzling gepflanzt habe. Ob sie nun 25 oder 35 Aktienposten für Ihr Depot auswählen, das ist reine Geschmacksache und ganz Ihnen überlassen. Aber mehr Aktien sollten es wirklich nicht sein.

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Und nun kommt die zweite wichtige Empfehlung: Gewichten Sie Ihre Aktien gleichermaßen. Also, wenn Sie sich für 30 Positionen in Ihrem Depot entscheiden, dann sollte jeder Aktienposten etwa drei Prozent des Depotvolumens einnehmen. Sind es 25 Aktien, dann wird in jede Ihrer Aktien oder Aktienfonds vier Prozent investiert.

Klumpenrisiken bei Aktienverliebten

Warum ist dies von Bedeutung?  Es verhindert zum einen, dass die „Pferde mit Ihnen durchgehen“. Es ist gar nicht so selten, dass man sich in eine gewisse Aktie „verliebt“. Da ist man total überzeugt, glaubt besonderes Wissen zu besitzen, kauft unverdrossen bei fallenden Kursen nach, und ehe man sich versieht, hat man ein „Klumpenrisiko“ im Depot. So ein Aktienposten nimmt dann plötzlich 15 Prozent des Depotvolumens ein. Das ist ein gefährliches Einzelrisiko. Davon halte ich nichts.

Zum anderen sorgt die emotionslose Gleichgewichtung der Posten dafür, dass Sie sich besser überlegen, ob Sie der Aktie oder dem Aktienfonds wirklich vertrauen. Denn Sie müssen ja drei oder vier Prozent des Depots (in unserem Fallbeispiel oben) dann auch investieren. Da braucht es eine bewusste und klare Entscheidung.

Wie sieht es aber in der Realität meistens aus? Der Anleger hört von einer vermeintlich interessanten Aktie, der Berater empfiehlt ein Papier, der Anleger ist sich nicht schlüssig, will aber auch nicht Nein sagen. „Ach, dann kaufen Sie mal für 10.000,- Euro“, so heißt es dann und der Anleger hat schon wieder einen „angebissenen Apfel“ ohne große strategische Überlegung im Depot „rumliegen“. So wird das nichts, das kann ich Ihnen versichern.

Also: Wenn es um Ihr Aktiendepot geht, bitte nehmen Sie sich vor, eine feste und disziplinierte Struktur anzusteuern. Legen Sie eine nicht allzu große Anzahl an „Parkplätzen“ im Depot fest und verteilen Sie Ihre Investments in gleichen Größen auf die jeweilige „Parkposition“.

Faire Chance auf Gewinn- und Verlustausgleich

Das machen Sie natürlich nicht alles auf einen Schlag, sondern bauen das nach und nach auf. Schritt für Schritt kommen Sie dann Ihrem Depot-Endziel näher. Nach einer Weile haben Sie schließlich, zum Beispiel, 30 gute Aktien oder Aktienfonds zu je drei Prozent im Depot.

Sie werden sehen, was das für ein gutes Gefühl sein wird. Sie wissen, was Sie haben, wo Ihr Geld eigentlich sitzt und können der Entwicklung ruhig entgegen sehen. Die eine Aktie wird sich besser als die andere im Kurs entwickeln. Aber Sie haben eine faire Chance, dass sich das Eine mit dem Anderen per Saldo schön ausgleichen wird.

Wenn Sie dieses Strukturmodell im Depot beharrlich durchhalten und beherzigen, dann haben Sie auch bei weiteren Geldzuflüssen keine Kopfschmerzen. Sie wissen ja, nach welcher Methode die neuen Mittel ins Aktiendepot zu fließen haben. Immer nach festen Prozentanteilen auf die „Parkplätze“. Das wird Ihnen viel Ruhe geben. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei. Wachsen Sie in die Größe. Sie haben es verdient.

 

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