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Elsässers Auslese

Jeder Investor braucht seinen eigenen Krisenfahrplan

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Orientierung nur am Einstandskurs

Verabschieden Sie sich vom Quartals- und Kalenderdenken. Mich interessiert nur eines: Was habe ich damals für die Aktie gezahlt und was habe ich nach dem Verkauf „raus bekommen“. Bis dahin orientiere ich mich nur am Einstandskurs. Das hat mir schon immer geholfen, die Ruhe zu bewahren. Denn bei den meisten Langfrist-Investoren, sind Kursstürze keine realen Verluste des „Urvermögens“, sondern Rückgänge von zwischenzeitlichen „Papiergewinnen“. Und das ist ein großer Unterschied. Ich bin aus jeder Börsenkrise am Ende des Tage besser herausgekommen als zuvor. Warum? Weil ich mich nicht über die viel zu tiefen Kurse aufrege, sondern in der tiefen Kursphase die Entwicklung der Aktien mit einander vergleiche.

Die Aktien fallen sehr unterschiedlich. Und meistens hat mir erst die Krise ermöglicht, Aktien zu kaufen, die mir vorher viel zu teuer waren. Die finanziellen Mittel habe ich, in dem ich umschichte. Das ist der ganze Trick. Die meisten Anleger befinden sich ratlos quasi im Schock und starren, wie das Kaninchen gelähmt auf die Schlange. Sie sind über den Kursverfall entsetzt und bringen es nicht über das Herz, eine Aktie mit „so“ viel Verlust zu verkaufen. Dadurch verpassen sie die Gelegenheit, ihr Depot besser auszurichten.

Der kluge Investor hat nach dem Börsen-Crash ein Depot von höherer Qualität. Deshalb achte ich darauf, aktiv mein Depot zu bereinigen und Fehler zu korrigieren. Im Sturm schmeiße ich Ballast von Bord und kauere nicht in der Kajüte. Als Resultat habe ich nach dem Crash mehr von den guten Aktien.

In Arbeit
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Auf die Depotbewertung im irrationalen Börsen-Stimmungstief kommt es nicht an, sondern auf das Einsammeln von möglichst vielen der guten Aktien. Und das schaffe ich, in dem ich mutig und beherzt im Depot umschichte. Seien Sie sich von Anfang im Klaren, dass Aktienkurse auch allerbester Unternehmen bis zu 80 Prozent oder gar 90 Prozent an der Börse fallen können. In der Massenpsychose einer Börsenhysterie ist dies in den Jahren 1929, 1931, 1987 und auch 2008 vorgekommen. Und es wird wieder passieren. Wer solche vorübergehenden Ausschläge nervlich nicht ertragen kann, sollte sein Geld besser woanders anlegen.

Als Value-Investor achte ich auf die fundamentalen Daten in meinem Research. Aber in Krisenzeiten sollte man durchaus, die Chart-Technik mit zu Rate ziehen. Vor allem in den Langfrist-Charts der Aktien spiegelt sich die Psyche der Börsenteilnehmer wieder. Ich mag grundsätzlich den Zehn-Jahres-Chart einer Aktie. Dort kann ich tiefe und grundlegende Widerstands- und Auffanglinien in den Kursen berechnen. Sicherlich, ich finde dort nicht die ganze Antwort, aber ein brauchbares Thermometer. Es zeigt mir an, wie es um die Temperatur in der Börsenpanik steht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Börsenwoche.

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