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Finanzmärkte Pfund berappelt sich nach überstandenem Misstrauensvotum

Auch wenn das Pfund etwas Auftrieb hat – Experten rechnen nicht damit, dass es so bleibt. Denn die Gefahr eines ungeordneten Brexits besteht weiterhin.

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Experten rechnen nicht damit, dass das Pfund weiterhin auf Erholungskurs bleibt. Quelle: dpa

Frankfurt Die vorerst abgewendete Regierungskrise in Großbritannien hat dem Pfund Sterling am Donnerstag etwas Auftrieb gegeben. Die Währung des Vereinigten Königreichs verteuerte sich nach dem von der britischen Premierministerin Theresa May überstandenen Misstrauensvotum um 0,4 Prozent auf 1,2685 Dollar. Vor der Abstimmung am Mittwochabend war das Pfund auf ein 20-Monats-Tief von 1,2477 Dollar gefallen.

Der Londoner Leitindex „Footsie“ legte am Donnerstag knapp ein halbes Prozent auf 6903 Punkte zu. Die britischen Staatsanleihen reagierten dagegen kaum. Die Rendite der zehnjährigen „Gilts“ trat bei 1,291 Prozent auf der Stelle.

Experten rechnen nicht damit, dass das Pfund weiterhin auf Erholungskurs bleibt. „Angesichts des geringen Vorsprungs, mit dem May das Misstrauensvotum gewann, scheint die Chance für einen baldigen gütlichen Brexit eher zu schwinden“, sagte Esther Reichelt, Devisenanalystin bei der Commerzbank.

Bei der partei-internen Abstimmung sprachen 200 Tory-Abgeordnete von 317 May das Vertrauen aus. Die anderen 117 Abgeordneten aus Mays Partei würden auch den von der Regierungschefin mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelten Brexit-Vertrag weiterhin rigoros ablehnen, prognostizierte Reichelt.

Auch Analyst Masafumi Yamamoto vom Brokerhaus Mizuho Securities sieht die Gefahr eines ungeordneten Brexits nicht gebannt: „Dass May das Misstrauensvotum überstanden hat, ist keine schlechte Nachricht. Aber es löst das ganze Brexit-Problem nicht. Die Unsicherheit geht weiter.“

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