Intelligent investieren

Hohe Rendite bei geringem Risiko ist möglich

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Eine ausreichende Sicherheitsmarge

Für erfolgreiche Investoren wie Benjamin Graham (1894 – 1976), Warren E. Buffett (*1930), Charlie Munger (*1924), Philip Fisher (1907 – 2004) ist es Unsinn, das Risiko einer Aktie anhand des Auf und Ab der Börsenkurse zu beurteilen. Das Risiko, das der langfristige Investor trägt, ist ein anderes: Es ist die Gefahr, einen dauerhaften Kapitalverlust zu erleiden, beziehungsweise eine Rendite zu erzielen, die hinter den Erwartungen zurückfällt.
Dieses Risiko gilt es, in den Griff zu bekommen. Aber wie? Investmentlegende Benjamin Graham bringt dazu die „Sicherheitsmarge“ ins Spiel: Kaufe eine Aktie nur dann, wenn der Preis, den Du zahlst, deutlich geringer ist als der Wert des Unternehmens. Wenn die Sicherheitsmarge hinreichend groß ist (sagen wir, der Wert der Aktie liegt 20 Prozent über dem Börsenkurs), ist die Gefahr gering(er), dass der Investor einen Verlust erleidet, selbst wenn er den Wert der Aktie nicht ganz genau ermittelt hat.

Um das Risiko in den Griff zu bekommen, ist es für Graham daher von zentraler Bedeutung, den Wert des Unternehmens zu bestimmen. Dazu empfiehlt er eine Reihe von Bewertungskriterien (Umsatzgröße, Finanzstruktur, Liquiditätslage etc.), auf die der Investor zurückgreifen kann. Dem „defensiven Investor“ rät er, mindestens 10, aber maximal 30 Aktien in sein Portfolio aufzunehmen – die alle eine hohe Sicherheitsmarge haben müssen.

Einige der gekauften Unternehmen mögen sich vielleicht als Flops herausstellen. Aber die Chancen stehen gut, dass die meisten von ihnen früher oder später zum Investmenterfolg werden – weil die Börse über kurz oder lang dafür sorgt, dass der Aktienkurs sich seinem Wert annähert. Und weil die Aktien günstig gekauft wurden, winkt dem langfristig orientierten, geduldigen Investor zudem die Chance auf eine Überrendite.

Warren E. Buffett folgt der Idee der Grahamschen Sicherheitsmarge voll und ganz. Er sieht jedoch in der Konzentration den Weg, das Investitionsrisiko zu reduzieren: Je intensiver der Investor sich mit einigen wenigen Unternehmen vertraut macht, desto besser ist er in der Lage, ihren Wert zu bestimmen – um dann beherzt und konzentriert zu investieren, wenn der Börsenkurs deutlich unter dem Wert liegt.

Das war übrigens auch die Position, die der amerikanische Stahlmagnat Andrew Carnegie (1835 – 1919), der reichste Mann seiner Zeit, propagierte. Er empfahl nicht etwa zu diversifizieren, sondern vielmehr alle Eier in einen Korb zu legen – und den Korb dann gut zu bewachen. Konzentration, nicht eine breite Diversifikation, war für Carnegie der Weg, um eine hohe Rendite auf das Kapital zu erzielen und dabei das Risiko im Griff zu behalten.

Haben Sie etwas bemerkt? Für Graham und auch für die anderen genannten Superinvestoren spielen die Börsenkursbewegungen keine Rolle für die Risikobeurteilung der Aktie. Um Volatilität kümmern sie sich gar nicht. Für sie steht die Analyse des Unternehmenswertes an erster Stelle: Denn nur wenn man den Wert der Aktie hinreichend abschätzen kann, lässt sich überhaupt eine sinnvolle Investitionsentscheidung treffen.

Von den erfolgreichen Investoren lässt sich etwas lernen, was die Anhänger von Markowitz‘ Portfoliotheorie verblüffen wird: Eine hohe Rendite bei geringem Risiko ist möglich! Wenn Sie Ihr Portfolio überprüfen, sollten Sie daher der Diversifikation Aufmerksamkeit schenken: Wenn Sie viele Titel haben, sind Sie vermutlich überdiversifiziert, tragen ein höheres Risiko als Sie meinen und haben geringere Renditeaussichten als Sie sich wünschen.

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