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KapitalmarktReimanns geben Startschuss für Jacobs-Börsengang

Ungeachtet der Coronakrise will die Kaffee-Holding JDE Peet's Insidern zufolge ihren milliardenschweren Börsengang umsetzen. Die Emission ist 1,5 bis 2 Milliarden Euro schwer. 18.05.2020 - 17:01 Uhr

Die Kaffee-Holding JDE Peet's um die Marken Jacobs und Douwe Egberts will an die Börse.

Foto: dpa

Die Kaffee-Holding JDE Peet's um die Marken Jacobs und Douwe Egberts will ihren milliardenschweren Börsengang offenbar trotz der Coronakrise in die Tat umsetzen. JDE Peet's wolle am Dienstag den offiziellen Startschuss für eine 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro schwere Emission an der Amsterdamer Börse Euronext geben, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Im Juni könnte das von der deutschen Milliardärs-Familie Reimann kontrollierte Unternehmen dann seine Erstnotiz feiern. Die „Financial Times“ (FT) hatte als erste darüber berichtet. Für das in der Krise praktisch brachliegende Geschäft mit Börsengängen in Europa wäre die Transaktion ein Hoffnungsschimmer.

Die Reimann-Familienholding JAB hatte Jacobs Douwe Egberts im Dezember mit Blick auf den Börsengang mit der kalifornischen Kaffeekette Peet's fusioniert, die ebenfalls zum Imperium der Familie gehört. JDE ist der weltweit zweitgrößte Kaffee-Röster hinter Nestle.

Ein Teil des Erlöses aus dem Börsengang solle JDE Peet's zufließen, um damit Schulden zu tilgen, sagten die Insider. Zudem wolle der US-Nahrungs- und Genussmittelriese Mondelez, dem JAB Jacobs Douwe Egberts 2013 für nahezu zehn Milliarden Dollar abgekauft hatte, einen Teil seiner Beteiligung von 26 Prozent verkaufen. Die Reimanns wollten sich nicht von Aktien trennen und blieben größter Aktionär von JDE Peet's.

Intensiver Wettbewerb

Laut der „FT“ wird der Börsengang von den Investmentbanken BNP Paribas, Goldman Sachs und JPMorgan Chase organisiert. JDE Peet habe den Umsatz im vergangenen Jahr auf 6,9 (2018: 6,7) Milliarden Euro gesteigert, der Gewinn sei aber auf 585 (663) Millionen Euro zurückgegangen. Das Unternehmen konkurriert mit Nestle, JM Smucker und Keurig Dr. Pepper, an dem die Reimann-Holding ebenfalls beteiligt ist.

JAB hatte ursprünglich einen Erlös von drei Milliarden Euro aus dem Börsengang angepeilt, macht angesichts der Coronakrise aber Abstriche. JDE Peet's macht den Löwenanteil des Umsatzes mit Kaffeebohnen sowie Kapsel-Marken wie „Tassimo“ und „Senseo“ und „Pickwick"-Teebeuteln.

Die verschwiegene Familie Reimann gilt mit einem Vermögen von 35 Milliarden Euro als eine der reichsten in Deutschland. Grundstein des Reichtums war die Beteiligung am Ludwigshafener Chemieunternehmen Johann A. Benckiser (heute Reckitt Benckiser).

Sie hatte erst massiv in die Luxusbranche investiert, doch die Kosmetik-Holding Coty steckt in der Krise. Die Mehrheit an der Haarpflege-Tochter Wella wird nun an den Finanzinvestor KKR verkauft, um Geld in die Kasse zu bekommen. Auch der Verkauf des Schuhherstellers Bally nach China stockt. Inzwischen setzt JAB verstärkt auf Konsumgüter.

rtr
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