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Kaum private Investoren Diekmanns Zukunftsfonds legt offenbar Fehlstart hin

Kai Diekmann (links), Lenny Fischer (rechts) wollen mit ihrem Zukunftsfonds 20 Milliarden Euro einsammeln Quelle: LAIF/Anatol Kotte

Ex-Bild-Chef Kai Diekmann und Leonhard „Lenny“ Fischer wollten mit dem Zukunftsfonds die Anlagelandschaft umwälzen. Stattdessen dümpelt ihr Prestigeprojekt offenbar nur vor sich hin.

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Das hatten sich Kai Diekmann und Leonhard „Lenny“ Fischer sicher anders vorgestellt: Ihr viel beachteter Zukunftsfonds hat erst 12,01 Millionen Euro angesammelt, wie das Fachportal Finanz-Szene.de herausgefunden hat. Dabei umfasste der Fonds bereits ein Volumen von 11,97 Millionen Euro, als er im Mai unter großer medialer Aufmerksamkeit startete. Seitdem ist es den Promi-Investoren also offenbar nicht gelungen, nennenswert viele neue Anleger für sich zu begeistern.

Diekmann und Fischer hatten das ambitionierte Ziel ausgegeben, auf Sicht ein Volumen von 20 Milliarden Euro zu erreichen. Stimmt der Bericht, liegt dieses Ziel in schier unerreichbarer Ferne. Die Deutsche Fondsgesellschaft, über die Diekmann und Fischer ihren Zukunftsfonds aufsetzen, teilte bislang nur mit, vor Ablauf von zwölf Montanen wolle sie sich nicht äußern.

Diekmann selbst reagierte per Twitter auf den Artikel des Finanzportals. Der Journalist habe die „liebevoll verfassten“ Antworten leider nicht „genauso liebevoll“ berücksichtigt, schreibt Diekmann, und hängt einen Screenshot der Originalantworten an. Die gehen jedoch nicht auf die Zahlen ein und verweisen, freilich etwas ausführlicher, ebenfalls auf den zu frühen Zeitpunkt.

Sowohl der Artikel als auch Diekmanns Tweet verweisen zudem auf die finanziellen Hintergründe des Zukunftsfonds. Demnach befanden sich beriets knapp 12 Millionen Euro als eine Art Grundstock im Zukunftsfonds, bevor der überhaupt gestartet ist. Jeweils zwei Millionen Euro kamen den Recherchen zufolge von zwei Dachfonds, nämlich dem „Managed ETF Plus – Porfolio Balance“ und dem „Multi Leaders Fund“.

Das Pikante: Das Verwaltungsmandat für den „Multi Leaders Fund“ liegt dem Bericht zufolge bei der Freiburger Greiff Capital Management AG, deren Vorstand Volker Schilling wiederum Fondsmanager des „Zukunftsfonds“ ist. Die DFG sieht darin offenbar kein Problem und verweist laut Diekmanns Tweet darauf, dass sich der Zukunftsfonds als „defensives und zugleich aktiv verwaltetes Anlageprodukt“ eben besonders gut eigne für eine „Investition in defensiven und moderaten Bausteinen“.

Nur bei den Anlegern scheinen diese Vorteile noch nicht so ganz angekommen zu sein. Seit der Zukunftsfonds gestartet wurde, werden er und sein gleichzeitiges gestartetes Geld-Portal „Zaster“ breit beworben. Es gibt eine Werbepartnerschaft mit T-Online und dem Springer-Verlag, die der auch prominent umsetzt. So finden sich allein auf der Startseite von Welt Online drei gesponserte Inhalte über den Fonds des Ex-Bild-Chefs. Breites Interesse von neuen Anlegern konnten aber offenbar selbst diese Masse nicht generieren. 

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