Leben mit Aktien: Woran Anleger fragwürdige Minenaktien erkennen
Die Kumtor-Goldmine in Kirgisistan.
Foto: imago imagesRohstoffe sind gefragt wie nie. Der Bedarf an Kupfer, Lithium und Co. steigt stark. Das liegt zum einen an der weiterhin angespannten geopolitischen Lage, zum anderen an den hohen Rohstoffmengen, die Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, künstliche Intelligenz und nachhaltige Energieproduktion benötigen. Auch der Goldpreis hat seit Jahresbeginn deutlich angezogen, zwischenzeitlich erreichte er ein neues Allzeithoch.
Anleger haben mehrere Möglichkeiten, vom Preisanstieg bei Rohstoffen zu profitieren. Einige Rohstoffe, wie Gold und Silber, können sie problemlos physisch kaufen, in Form von Barren oder Münzen. Sie können auch in goldgedeckte Schuldverschreibungen wie Xetra-Gold investieren, oder börsengehandelte Rohstoffe (ETFs oder ETCs) kaufen. Oder: Minenaktien.
In der Theorie stehen die Chancen gut, mit Minenaktien bald hohe Renditen einzufahren. Das liegt an ihrem Hebel auf die Rohstoffpreise. Wenn sich Rohstoffe nachhaltig und deutlich verteuern, können Bergbaugesellschaften ihre Gewinne im besten Fall überproportional stark steigern, was wiederum ihre Aktienkurse in die Höhe treiben sollte. In der Praxis ist der Abbau von Rohstoffen aber mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, ebenso die Kursentwicklung von Minenaktien.
Minenaktien sind schon im besten Fall hochriskante Investments. Ein Großteil der Minen liegt in krisenanfälligen Regionen. Die Qualität der Erzkörper verschlechtert sich, die Kosten für den Abbau steigen. Auch Umweltauflagen, Wetterschäden oder Unfälle können die Kosten von Minengesellschaften in die Höhe schnellen lassen. In den vergangenen Jahren waren ihre Aktien nicht sonderlich beliebt. Der Goldminenaktienindex Nyse Arca Gold Bugs liegt noch immer rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch – trotz der diesjährigen Rekorde beim Goldpreis.
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Hinzu kommt, dass im Minensektor seit jeher viele halbseidene Unternehmen um Anlegergeld werben. In der Hoffnung auf astronomische Renditen hat schon so mancher Börsenneuling vermeintliche Rohstoffraketen gekauft, die sich als Rohrkrepierer entpuppten.
Wer einige Warnsignale kennt, kann sein Risiko, auf Lautsprecher und Luftpumpen hereinzufallen, deutlich senken. Investor Christian Röhl nennt im WirtschaftsWoche-Podcast „Leben mit Aktien“ fünf Warnzeichen, die Anleger kennen sollten.
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