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  4. Israel und Iran: Unter diesen Bedingungen könnte der Ölpreis weiter steigen

NahostkonfliktNach Raketenangriff auf Israel: Keine Panik an der Börse!

Die Lage in Nahost hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Doch der Dax Dax bewegt sich kaum. Der Ölpreis dagegen könnte heftiger reagieren, aber nur unter einer Bedingung. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Marlon Bonazzi 02.10.2024 - 15:04 Uhr
Foto: Jacob Ford/Odessa American/AP/dp

Die Lage im Nahostkonflikt spitzt sich zu. Dass der Iran erneut Raketen auf Israel feuert, kann die Lage weiter eskalieren lassen. Und was macht der Dax am Mittwoch? So gut wie nichts. Um keinen Prozentpunkt bewegte sich der deutsche Leitindex am Mittwoch zu Handelsbeginn, danach drehte er nur leicht ins Minus. Dass es am Tag zuvor einen Kursrücksetzer um einen Prozent gab, muss reichen.

Das hat System. Gemessen an den Aktienkursen, bleiben Anleger trotz der aktuellen Großkonflikte unbeirrt. Seit Russlands Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 ist der Dax um 38 Prozent gestiegen. Und seitdem Israel vor fast einem Jahr Opfer eines großangelegten Terrorangriffs wurde, steht der Dax 26 Prozent im Plus. Sorgen sehen anders aus.

Die Lage an den Rohstoffmärkten

Immer wieder lässt Geopolitik den Aktienmarkt kalt. Anders sieht das auf den Rohstoffmärkten aus. Dort können Konflikte einiges durchwirbeln. Iran, Irak, Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den zehn größten Ölproduzenten der Welt. Kriege können die Förderung durcheinanderwirbeln, aber auch die anfällige Logistik.

Entsprechen stieg der Ölpreis am Mittwoch als Reaktion auf die neue Nahostlage um rund zwei Prozent. Und jetzt wird es spannend, denn aus preislicher Sicht hat der Ölpreis viel nachzuholen. Im September war er so günstig wie seit ein paar Jahren nicht mehr. Allein um wieder das Hoch der letzten zwölf Monate zu erreichen, müsste der Ölpreis noch um ein Viertel zulegen.

Eskaliert der Konflikt zwischen Israel und Iran, ist ein weiterer Anstieg des Ölpreises wahrscheinlich. Aber das ist eine riskante Wette. Denn ohne Eskalation gibt es wenig Gründe für höhere Preise. Strukturell schwächelt die Nachfrage nach Öl gerade. Die USA fördern so viel wie noch nie und Libyen will gerade jetzt seine Ölförderung wieder starten. Gleichzeitig ist der Verbrauch in China gedämpft, weil die Wirtschaft langsamer wächst. Wer also auf den Ölpreis setzen will, muss die Lage im Nahen Osten richtig einschätzen. Und das ist so schwer, wie es klingt.

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