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AktienbewertungTeuer, teurer, Palantir

Der Datenkonzern Palantir sprengt die Regeln der klassischen Aktienbewertungen. Der KI-Hype hinterlässt seine Spuren. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Marlon Bonazzi 05.08.2025 - 14:38 Uhr
Alex Karp, Chief Executive Officer von Palantir während der AIPCon-Konferenz in Palo Alto Foto: Bloomberg

Im Oktober 2023 galten deutsche Aktien als günstig. Wurden damals die geschätzten Gewinne der Dax-Konzerne ins Verhältnis zu den Börsenkursen gesetzt, kam ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zwölf heraus. Die KGV-Kennzahl ist zwar nur eine Stütze, aber eine hilfreiche. Die Faustregel lautet, dass KGVs im niedrigen einstelligen Bereich günstig sind. Der Dax ist seitdem um stolze zwei Drittel gestiegen.

Aber alles braucht Kontext. Es ist nicht zwingend absurd, dass der amerikanische Techindex Nasdaq aktuell auf ein KGV von 31 kommt. Die profitabelsten Konzerne der Welt führen den Nasdaq an: Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia. Sehr viele Marktbeobachter sind überzeugt: Sie haben sich ihren Bewertungsaufschlag verdient.

Bloß wo hören die rationalen Bewertungen auf? Wo fängt der Wahnsinn an? Vielleicht beim amerikanischen Datenkonzern Palantir. Der hat am Montagabend ohne Frage starke Quartalszahlen vorgelegt. Der Umsatz lag im zweiten Quartal 48 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, der Gewinn fast dreimal höher. Die Aktie stand am Dienstag vorbörslich fünf Prozent im Plus. Das macht den Konzern gut 400 Milliarden Dollar wert – wesentlich mehr als jedes Unternehmen in Europa.

Die Optimisten fühlen sich bestätigt. Aber haben sie auch nachgerechnet? Wenn eine Palantir-Aktie 169 Dollar kostet und der Gewinn je Aktie vergangenes Jahr bei 19 Cent lag, dann kommt dabei ein KGV von 889 heraus. Sie erinnern sich: Zwölf wäre günstig.

Anleger setzen darauf, dass Palantir zu den großen Gewinnern im Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI) zählen wird. Vielleicht kommt es so – aber das sind eine Menge Vorschusslorbeeren. Womöglich wirkt bei Palantir auch die Knappheit am Markt. Anleger sind verliebt in KI, aber außer dem spezialisierten Halbleiterkonzern Nvidia gibt es bisher kaum klare Profiteure. Es bleibt allerdings ein Rätsel, wieso Nvidia im Gegensatz zu Palantir „nur“ mit dem 61-Fachen seines Gewinns bewertet wird, obwohl es schneller wächst.

Auf einen fallenden Aktienkurs sollte bei Palantir trotzdem niemand wetten. Die vergangenen Jahrzehnte sind voll von Beispielen von Techaktien, die in zunächst absurd wirkende Bewertungen hineingewachsen sind. Nicht ausgeschlossen, dass das Palantir auch gelingt.

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