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Schiffsunglück Carnival-Aktien verlieren 29 Prozent

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Das damalige Flagschiff der Kreuzfahrt-Reederei Costa im Jahr 2006 Quelle: dpa

Das Schiff ist nach Angaben der Reederei Carnival mit einem Selbstbehalt von 30 Millionen Dollar versichert. Die Herstellungskosten für die Costa Concordia sollen bei 450 Millionen Euro gelegen haben. Neue Kreuzfahrtschiffe gleichen Typs, die derzeit noch im Bau sind, kosten 510 Millionen Euro.

Beim Konkurrenten Munich Re hieß es, man wisse derzeit noch nicht, ob man betroffen sei. Die Aktien der Versicherer standen am Montagvormittag an der Börse unter Druck. Papiere der Munich Re gaben um 0,86 Prozent auf 94,11 Euro nach. Allianz-Aktien verbilligten sich um 1,41 Prozent auf 76,95 Euro.

Derzeit hat die Suche noch Vermissten vor der toskanischen Küste höchste Priorität. Nach Abschluss der Sucharbeiten wird es nach Worten von Italiens Umweltminister Corrado Clini vor allem darum gehen, eine große Umweltkatastrophe zu verhindern.  Er warnt vor einem Umweltdesaster´: Die „Costa Concordia“ habe 2400 Tonnen Dieselkraftstoff an Bord. Sollte es nicht bald gelingen, den Treibstoff abzupumpen, droht ein Verseuchung der toskanischen Küste mit langfristigen Folgen. Im Fall einer Ölkatastrophe vor der Insel Giglio, wo das Schiff am Freitag einen Felsen gerammt hatte und havariert war, werde sofort eingegriffen, sagte Clini der Nachrichtenagentur AFP. Ein solches Unglück dürfte die Schadenersatzzahlungen der Versicherungen nochmals deutlich nach oben treiben.

Kurzfristig drohen der gesamten Kreuzfahrtbranche rückläufige Buchungszahlen, mittelfristig rechnen Fachleute jedoch nicht mit einem größeren Einbruch: "Tendenziell haben solche Unglücke einen eher kurzfristigen Effekt auf das Buchungsverhalten der Kreuzfahrer", sagte Alexis Papathanassis, Professor für Kreuzfahrtmanagement an der Universität Bremerhaven, dem Handelsblatt. Auch der Deutsche Reiseverband befürchtet keine großen Auswirkungen auf die seit Jahren wachsende Branche.

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