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Stelter strategisch

Ende der Tech-Rally, Ende des Börsenbooms

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Steuerbelastung und Wettbewerbsdruck werden steigen

All dies ruft nach noch höheren Steuern und mehr Regulierung. Erste Ansätze sind zu sehen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Staaten deutlich stärker als bisher zugreifen werden. Der von Donald Trump angefachte Handelskonflikt dürfte das beschleunigen. 

Neben Steuern könnten auch andere Ideen an Gewicht gewinnen. Die bereits zitierte Financial Times hält verschiedene Eingriffe für denkbar. Eine Möglichkeit wäre die Zerschlagung von Unternehmen wie Amazon.  In der Tat ist es zumindest problematisch, wenn Amazon seine Position im Handel dazu nutzt, den Einstieg in das Videostreaming-Geschäft nicht nur zu subventionieren, sondern die gigantische Basis an Kundendaten dafür zu nutzen.

Damit hat das Unternehmen gegenüber Stand-alone-Spielern wie Netflix einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Denkbar wäre auch, dass die Unternehmen gezwungen werden, die Daten auch Wettbewerbern zugänglich zu machen oder dass die Staaten selber Dienste wie Uber aufbauen und als öffentliche Dienstleistung anbieten.

Besonders charmant finde ich die Idee, die Nutzer –also uns alle – für die Zurverfügungstellung der Daten zu bezahlen. So wie alle Bürger Alaskas jedes Jahr einen Gewinnanteil für das aus dem Land geförderte Öl bekommen, sollten alle Nutzer weltweit eine Entschädigung bekommen, dafür, dass sie Google, Facebook und Co. nutzen. Letztlich ist das Geschäft nur möglich, weil möglichst viele mitmachen und möglichst viel an Daten bereitstellen. Beim World Economic Forum wurde diese Idee im vergangenen Jahr diskutiert und sie könnte die Grundlage für ein bedingungsloses Grundeinkommen sein, welches nicht der Staat, sondern die Datenmonopolisten bezahlen. Gerecht wäre es allemal.

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    NASDAQ läuft nach

    Ob es bald dazu kommt, bleibt abzuwarten. Sicher dürfte sein, dass die riesigen Gewinne der Internetkonzerne in Zeiten zunehmender Verteilungsdiskussionen, Handelskonflikte und knappen Kassen die Begehrlichkeiten wecken werden. Die Erwartung, dass die Party ewig weiter geht, steht auf tönernen Füssen.

    Unternehmenskennzahlen FAANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google)

    Hinzu kommt, dass der Nasdaq-Index am Ende von Börsenaufschwüngen als letzter dreht. Das war schon im Jahr 2000 so, als die Nasdaq noch neue Höchststände erreichte nachdem Dow Jones und S&P 500 schon in die Baisse gedreht hatten. Ähnlich 2008. Auch heute suchen die Investoren Sicherheit in der guten Ertragskraft des Sektors und dem anhaltenden Momentum der Aktien. Deshalb ist die Stärke des Nasdaq-Index eher ein Warnsignal als ein Grund zur Erleichterung.

    Aktien können auch trotz guter Gewinne fallen, besonders wenn sie zuvor, getragen von überbordender Zentralbankliquidität, weit über das fundamental gerechtfertigte Niveau gestiegen sind. Genau das ist mit Facebook nun passiert. Genau dies wird auch mit den anderen FANGS passieren. Wenn man zu hoch fliegt, ist der Grund für den Absturz irrelevant. Die Börse sucht nur einen Anlass um einzubrechen, so nichtig dieser auch sein mag.

    Ist Schluss mit den FANGS, ist Schluss mit dem Bullenmarkt. Wie 2000 und 2008 führt die Trendwende im Nasdaq endgültig in die Baisse. Ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass es besser ist, Risiken abzubauen.

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