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Stille Geldschwemme Die Dividendenkönige unter den Unternehmer-Clans

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Knapp unter dem Rekordjahr 2008

Die Dividenden der 30 Dax-Konzerne und wie viel erwartet wird

Die Kuponkaiser Merck, Quandt und Piëch-Porsche sind mit ihren Rekordergebnissen in guter Gesellschaft. Laut einer Studie des Anlegerschutzverbandes DSW schütten die knapp 700 untersuchten börsennotierten Unternehmen nach der aktuellen Hauptversammlungssaison 36,7 Milliarden Euro aus. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr und der zweithöchste Wert aller Zeiten. „Die Summe blieb knapp unter dem Rekordjahr 2008“, sagt Studienautor Eric Frère, Professor an der privaten Fernuniversität FOM.

Die DSW-Studie erfasst freilich nur einen Teil des rentablen Regens auf deutsche Investoren. Das Gros meidet meldepflichtige Anteile an gelisteten Unternehmen und bevorzugt Diskretion wie die Eigentümer von Handelsriesen wie Aldi oder Lidl. Die beiden Discounter verteilen selbst geschätzt jeweils gut 62 Milliarden Euro Umsatz so geschickt auf mehrere Dutzend kleine Gesellschaften, dass auch Branchenexperten den Gewinn und erst recht die Ausschüttung an die Familien kaum schätzen können.

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Aber auch wer seine Millionen an die Börse trägt, investiert meist nicht unter eigenem Namen, sondern lieber anonym über Fonds; oder er packt zur Sicherheit noch etwas zwischen sein Privatkonto und sein Investment: etwa eine private oder eine gemeinnützige Stiftung, die sich vornehm Family Offices nennen. Bekannte Namen sind etwa die Jacobs Holding der gleichnamigen Kaffeedynastie oder Zweckgesellschaften wie Maxingvest, in der Wolfgang und Michael Herz ihre Anteile am Einzelhändler Tchibo und der Nivea-Mutter Beiersdorf pflegen – meist im Geheimen. Fast keiner veröffentlicht Geschäftsberichte. Ausnahmen aber gibt’s: Milliardär Lutz Helmig ist eine davon. Wie er seine 1,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Helios-Kliniken an den Medizinkonzern Fresenius anlegt, zeigen die Berichte seiner Beteiligungsgesellschaft Aton. Das Geld parkte er bei Fluglinien wie der Deutschen BA oder mehrt es derzeit in High-Tech-Betrieben seiner osthessischen Heimat.

Doch weil Helmig eine seltene Spezies ist, hat die WirtschaftsWoche zusätzlich zu den Geschäftsberichten der Unternehmen in Dax und MDax auch Hauptversammlungsunterlagen geprüft, Jahresabschlüsse von Privatgesellschaften und Pflichtveröffentlichungen im Bundesanzeiger durchforstet. Auf Basis dieser Daten lässt sich schätzen, wer dem Club jener gut 50 Glücklichen angehört, die in den vergangenen Monaten Ausschüttungen von mehr als fünf Millionen Euro erhalten haben – und wer sogar einen neunstelligen Betrag kassierte (siehe Tabelle unten).

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    Die meisten davon kümmern sich nur begrenzt um ihre Firma. So zählen zum rund 220-köpfigen Stamm der Mercks unter anderem Winzer, Lehrer, Landwirte oder Künstler. Außer dem jährlichen Sommerfest überlassen sie offizielle Termine den beiden Clan-Führern Frank Stangenberg-Haverkamp, ehedem Investmentbanker, sowie dem studierten Psychologen Jon Baumhauer. Besonders dann, wenn wie derzeit ein Sparprogramm ein Zehntel der Merck-Belegschaft in Deutschland den Job kostet.

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