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Topix, Nikkei & Co US-Ausstieg aus Iran-Abkommen lässt Asiens Anleger kalt

Die Anleger in Ostasien nehmen den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran gelassen zur Kenntnis. Ein Kursrutsch bleibt aus.

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Vor einem Börsenvideofenster in Tokio Quelle: AP

Tokio Von Krise keine Spur: Die Entscheidung des US-Präsidenten, aus dem Atomdeal mit dem Iran auszusteigen, hat die asiatischen Börsen nicht aus der Ruhe gebracht. Anders als bei anderen internationalen Konflikten wurde die Fluchtwährung Yen nicht stärker, sondern etwas schwächer. Und der Nikkei-Aktienpreisdurchschnitt fiel im Tokioter Morgenhandel lediglich um 0,4 Prozent auf 22.412,96 Yen.

Das war allerdings die schärfste Reaktion der ersten Anleger, die auf den unilateralen Bruch des Atomabkommens durch die USA reagieren konnten. In Australien, Hongkong, Taiwan und Südkorea stiegen die Leitindizes leicht, Shanghais Composite Index eröffnete nur gering schwächer. Eine akute Krise in der Golfregion scheinen die Anleger also nicht zu erwarten.

In Tokio warten die Anleger stattdessen gespannt auf die Jahresbilanz von Japans größter Automarke Toyota. Abweichend von der Tradition wird der Autobauer seine Zahlen für das Ende März abgelaufene Bilanzjahr 2017 nicht nach Börsenschluss, sondern während des Nachmittagshandels veröffentlichen. Zudem hat der Konzern gleich zwei Pressekonferenzen angekündigt, die zweite mit Konzernchef Akio Toyoda.

Angespannter sieht die Lage diplomatisch aus. Trumps Entscheidung belastet nicht nur die Beziehungen zu den Alliierten Japan. Japans Außenminister Taro Kono hatte noch am Dienstag bekräftigt, dass seine Regierung das Atomabkommen unterstütze. Nun muss das Land entscheiden, ob es wie die Europäer, China und Russland den Vertrag gegen den Willen der USA weiter am Leben halten will.

Experten befürchten zudem, dass Trumps Rückzug seine Position im Atompoker mit Nordkoreas Führer Kim Jong Un schwächen könnte. Trump und Kim wollen sich voraussichtlich im Juni treffen, um über eine Abschaffung von Nordkoreas Atomwaffen zu sprechen. Doch nun würde nur ein Dummkopf den USA glauben, ein Abkommen auch einzuhalten, warnt der Korea-Experte Robert Kelly von der Busan-National-Universität in Südkorea.

Als erster amerikanischer Vertreter wird US-Außenminister Mike Pompeo die Reaktion Nordkoreas aus erster Hand erfahren. Pompeo ist am frühen Mittwoch zu Vorgesprächen in Nordkorea eingetroffen. Auch auf dem Gipfeltreffen zwischen Japan, China und Südkorea, das ebenfalls heute in Tokio stattfindet, dürften Trumps diplomatische Volten eine Rolle spielen. Neben Korea wollen die drei Länder auch ihr Vorgehen gegen protektionistische Tendenzen der USA besprechen.

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