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Vermögen der Reichen Chinesen sitzen deutschen Millionären im Nacken

Die Anzahl der wirklich Reichen hierzulande ist zuletzt gestiegen. Nur zwei Länder können noch mehr Wohlhabende bieten, zeigt eine neue Studie. Im Vergleich zum Normalanleger sind die Gutbetuchten risikofreudiger.

Die zehn reichsten Selfmade-Deutschen
Bernhard Broermann Quelle: dpa/dpaweb
Karl-Heinz Kipp Quelle: REUTERS
Günther Fielmann Quelle: dpa
Aloys Wobben Quelle: dpa/dpaweb
Wolfgang Marguerre Quelle: Octapharma, Creative Commons CC BY 3.0
Walter Droege Quelle: PR
Dietmar Hopp Quelle: dpa

FrankfurNicht Weltmeister, aber immerhin Bronze: Die Zahl der Millionäre ist in Deutschland im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf knapp 1,2 Millionen gestiegen. Das reichte für den dritten Platz hinter den USA und Japan. Mächtig aufgeholt haben die Chinesen, die auf Rang vier stehen mit gut einer Million Menschen, die ein anlagefähiges Vermögen von über einer Million Dollar haben. Das geht aus dem jüngsten „World Wealth Report“ der Beratungsfirma Cap Gemini hervor.

Selbstgenutzte Immobilien und Kunstsammlungen bleiben in dieser Berechnung außen vor – die Zahlen sind also eher konservativ gerechnet. Weltweit gab es 2015 rund 15,4 Millionen Millionäre, die ein Vermögen von 58,7 Billionen Dollar unter sich aufteilten. Seit 1996 hat sich das Vermögen dieser „High Net Worth Individuals“ – kurz HNWI – vervierfacht.

Hält der Trend an, dann wird das Vermögen bis zum Jahr 2025 auf nur schwer vorstellbare 100 Billionen Dollar anschwellen. Die Musik spielt dabei wahrscheinlich auch in der kommenden Dekade im asiatisch-pazifischen Raum, vor allem in China und Japan. Zurückgefallen ist Lateinamerika. Hier macht sich die wirtschaftliche Krise in Brasilien bemerkbar.

Das sind die reichsten Frauen der Welt
Massimiliana Landini Aleotti
Iris Fontbona Quelle: REUTERS
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Abigail Johnson Quelle: AP
 Laurene Powell Jobs Quelle: Imago
Rupert Murdoch und Laurene Powell Jobs Quelle: REUTERS
Susanne Klatten Quelle: dpa

Im Gegensatz zu den Durchschnittsbürgern setzen die reichen Investoren nicht auf das klassische Sparbuch. „Millionäre sind besser informiert über Trends in der Geldanlage als der Normalverdiener“, sagt Klaus-Georg Meyer, Vice President bei Cap Gemini. Die Verteilung des Vermögens zeige auch wieder einen wachsenden Appetit auf Risiko – was in der Nullzins-Ära der Europäischen Zentralbank auch kein Wunder ist.

Gut 26 Prozent ihres Vermögens stecken die reichen Deutschen in Aktien, 22 Prozent in fremdgenutzte Immobilien oder sonstiges Betongold, 19,5 Prozent in Cash und fast 17 Prozent in Zinspapiere. Stark im Kommen sind sogenannte „Alternative Investments” mit 15,3 Prozent, dahinter verbergen sich Unternehmensbeteiligungen (Private Equity), Hedgefonds, Fremdwährungen und Rohstoffe.

Im Vergleich zu den globalen Zahlen zeigen sich die Deutschen eine deutlich ausgeprägte Vorliebe für Immobilien, dafür setzt man weltweit noch stärker auf Anleihen. In Deutschland sind die Anleger bei gegen Null tendierenden Zinsen zwar kaum bereit, sich längerfristig an festverzinsliche Anlagen zu binden. „Da die traditionell eher risikoscheuen Privatanleger aber auch Aktien und andere Anlagen, die größeren Wertschwankungen ausgesetzt sind, meiden, wird ein Großteil der Anlagemittel in Sichteinlagen zwischengeparkt“, hat das Research der DZ Bank analysiert. Damit schneiden sie in der Regel schlechter ab als die risikofreudigeren Millionäre. Allerdings dürfte es auch viele Haushalte geben, die kaum Spielgeld zur Verfügung haben, um an der Börse zu spekulieren.

Die Gewinner und Verlierer unter den Superreichen
Ingvar Kamprad vor einem Ikea-Warenhaus Quelle: dpa
Larry Ellison bei einer Präsentation des Oracle-Konzerns Quelle: REUTERS
Die Walton-Geschwister Jim (links), Alice und Rob bei einer Veranstaltung der Handelskette Wal-Mart im Jahr 2010. Ihr Vater Sam gründete den Konzern, sie besitzen nun jeder Anteile im Wert von rund 30 Milliarden Dollar. Weil der Aktienkurs von Wal-Mart seit Jahresanfang um fast 20 Dollar einbrach, verlor jeder der Waltons gut zehn Milliarden Dollar. Quelle: AP
Auch der drittreichste Mensch der Welt muss mal ein schlechtes Jahr verkraften. Warren Buffett, Investorenlegende und Chef von Berkshire Hathaway, verlor seit Jahresanfang 11,5 Milliarden Dollar. Ihm bleiben für neue Projekte 2016 nun rund 62,4 Milliarden. Quelle: AP
Nur für den mexikanischen Milliardär Carlos Slim lief es seit Jahresanfang noch schlechter: Weil seine Beteiligungen am Kommunikationskonzern America Movil seit Anfang 2015 um 18 Prozent an Wert verloren, fehlen Slim nun 19 Milliarden Dollar. Mit einem Vermögen von 53,7 Milliarden ist er aus den Top-3 der reichsten Menschen nun auf Platz 5 abgerutscht. Quelle: REUTERS
Anders als die Waltons kann sich die Mars-Familie dagegen über einen Zuwachs ihres Vermögens freuen. Die Erben der Gründerfamilie Mars - Jacqueline, Forrest Jr. und John Franklyn - gewannen seit Anfang 2015 jeder gut fünf Milliarden Dollar hinzu - macht nun mehr als 31 Milliarden pro Person. Sie gehören zu den zehn Milliardären, die 2015 das meiste Geld hinzu gewannen. Wenn gleich die meisten Unternehmer deutlich mehr als fünf Milliarden Plus machten. Quelle: AP
Ein gutes Jahr für Google-Mitgründer Sergey Brin. Beim neuen Konzern Alphabet kümmert er sich als Chef um Technologieprojekte wie das selbstfahrende Auto. Anleger glauben an den Erfolg solcher Projekte, die Alphabet-Aktien legten seit Jahresanfang um 220 Dollar auf über 750 Dollar zu. Brin ist um 9,2 Milliarden Dollar reicher und besitzt als Elftreichster der Welt jetzt Anteile im Wert von 38,6 Milliarden Dollar. Quelle: REUTERS

Noch nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind die Vermögensverwalter für die First-Class-Kunden, wenn es um die Möglichkeiten des Internets geht. Immerhin gut zwei Drittel der Millionäre können sich vorstellen, dass ein Teil ihres Vermögens von einem Robo-Advisor gemanagt wird, unter den Vermögensverwaltern glauben dagegen nur 30 Prozent, dass es diese Bereitschaft bei den Kunden gibt. „Die Vermögensverwalter müssen aufpassen, dass sie den Zug nicht verpassen”, glaubt Cap Gemini-Manager Meyer. Schon mehr als die Hälfte der Millionäre tauscht sich wöchentlich oder monatlich in Foren und Communities im Netz über Vermögensfragen aus – Tendenz steigend.

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