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Starinvestor3,76 Milliarden Dollar Abschreibung: Warren Buffett verschätzt sich bei Kraft Heinz

Berkshire Hathaway muss wegen Wertberichtigungen bei Kraft Heinz hohe Abschreibungen hinnehmen. Das drückt den Gewinn des Unternehmens von Warren Buffett deutlich. 03.08.2025 - 12:00 Uhr
Berkshire-Hathaway-Chef Warren Buffett muss Milliarden auf die Kraft-Heinz-Beteiligung abschreiben. Foto: REUTERS

Wenige Monate vor dem geplanten Abschied des Starinvestors Warren Buffett schreibt sein Unternehmen Berkshire Hathaway erneut Milliarden auf seine Beteiligung am kriselnden Lebensmittelkonzern Kraft Heinz ab. Der Bewertungsabschlag auf den zuletzt gut 27-prozentigen Anteil an dem Ketchup- und Soßenhersteller schlägt nach Steuern mit 3,76 Milliarden Dollar zu Buche, wie Berkshire zur Quartalsbilanz am Samstag mitteilte.

Unter anderem wegen der Abschreibung brach der Nettogewinn des Firmenkonglomerats im zweiten Quartal um 59 Prozent auf 12,37 Milliarden Dollar ein. Das Nettoergebnis schwankt oft stark, weil sich darin die Aktienkurse der börsennotierten Firmenbeteiligungen wie etwa Apple, Coca-Cola und Bank of America widerspiegeln. Der operative Gewinn, der sich aus Berkshires eigenen Firmen speist, sank um vier Prozent auf 11,16 Milliarden Dollar. Dies lag den Angaben zufolge vor allem an rückläufigen Prämien im Versicherungsgeschäft.

Der Aktienkurs von Kraft Heinz war in den vergangenen Jahren angesichts enttäuschender Geschäftsentwicklungen stetig zurückgegangen. Buffett hatte 2015 die Fusion der Konkurrenten Kraft Foods und H.J.Heinz vorangetrieben und bereits 2019 gesagt, dabei zu viel bezahlt zu haben. Damals hatte Berkshire drei Milliarden Dollar auf das Aktienpaket abgeschrieben.

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Zuletzt machten Kraft Heinz der Trend zu gesünderer Ernährung, gestützt durch den Erfolg von Abnehmspritzen, sowie die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zu schaffen. Im Mai kündigte Kraft Heinz an, strategische Optionen einschließlich einer Konzernaufspaltung zu prüfen. Berkshire zog im Mai seine Vertreter aus dem Verwaltungsrat ab, betonte nun aber, man betrachte die Firmenbeteiligung als langfristiges Investment. Die Lücke zwischen Buch- und Marktwert sei jedoch wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten nicht mehr nur vorübergehend, was die Abschreibung nötig gemacht habe.

Wohin mit dem Geld?

Buffett hatte im Mai Trumps Zollpolitik kritisiert und sich für freien Handel ausgesprochen. Berkshire erklärte am Samstag, man überprüfe die Auswirkungen der Zölle auf seine Strategie. Buffett fand bisher keine nennenswerten Investmentgelegenheiten, die ihn überzeugten: Berkshires Barreserven lagen zum Quartalsende am 30. Juni mit 344,1 Milliarden Dollar nur knapp unter dem Rekordhoch von 347,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verkaufte im elften Quartal in Folge mehr Aktien als es kaufte.

Spekuliert worden war zuletzt, Berkshires Güterbahn BNSF könne mit einer Übernahme der Bahngesellschaft CSX ein weiteres transkontinentales Netz schaffen. Derartige Pläne hatte der Konkurrent Union Pacific am Dienstag mit dem Kauf des Bahnunternehmens Norfolk Southern angekündigt. Das Bahnsystem der USA besteht aus mehreren regionalen Netzen, die großteils für den lukrativen Güterverkehr genutzt werden.

Berkshire Hathaway gilt wegen seiner breiten Aufstellung als ein Barometer der US-Wirtschaft. Der 94-jährige Buffett, seit Jahrzehnten wegen seiner Anlagestrategie gefeiert, hatte seinen Abschied vom Berkshire-Chefposten zum Jahresende angekündigt. Die Führung übernehmen soll Buffetts langjähriger Vertrauter und Vizechef Greg Abel (62). Seitdem hat die Berkshire-Aktie mehr als zwölf Prozent nachgegeben und ist damit rund 22 Prozentpunkte hinter dem Index Standard & Poor’s 500 zurückgeblieben, der 500 US-Unternehmen umfasst.

rtr
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