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Antworten auf Leserfragen „Bringen nachhaltige Anlagen überhaupt Rendite?“

Solarpanel auf einem Dach. Quelle: imago images

In der aktuellen WirtschaftsWoche-Titelgeschichte stellt die Redaktion 20 Aktien vor, mit denen Anleger in Klimaschutz investieren können. Wir beantworten Ihre Nachfragen dazu, die Sie uns auf Instagram gestellt haben.

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Der Bericht des IPCC zum Stand des Klimawandels vergangene Woche machte einmal mehr deutlich: Die Erhitzung der Erde ist gefährlich und muss dringend verlangsamt werden. Das geht nur mit großen Veränderungen und innovativen Technologien. Die WirtschaftsWoche stellt in ihrer aktuellen Titelgeschichte 20 Aktien von Unternehmen vor, die Technik entwickeln und verkaufen, mit der der Treibhausgasausstoß gesenkt werden kann.

In unserer Story auf dem Instagram-Kanal der WiWo haben wir Sie gefragt, welche Nachfragen Sie dazu haben. Schauen Sie sich in unserer Instagram-Story an, was WiWo-Redakteur Georg Buschmann im Video antwortet oder lesen Sie es hier:

Bringen klimafreundliche und nachhaltige Anlagen überhaupt überzeugende Renditen?
Ja. Das Finanzanalysehaus Morningstar hat 2020 ausgewertet, wie nachhaltige Fonds über verschiedene Zeiträume relativ zu ihren konventionellen Pendants abgeschnitten haben. Das Ergebnis: Über alle betrachteten Zeiträume, nämlich eins, drei, fünf und zehn Jahre, lagen die so genannten ESG-Fonds (für „Environment, Social & Governance“, also „Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung“) in Sachen Rendite vorn.
Das zeigt, dass Nachhaltigkeit sogar ein Renditeplus bringen kann – zumindest war es in der Vergangenheit so. Dass sich das in Zukunft komplett ändert, ist schwer vorstellbar. Denn mit fortschreitendem Klimawandel wird zum Beispiel der regulatorische Druck auf klimaschädliche Geschäftsmodelle größer – und entsprechend die Erfolgsaussichten der betroffenen Unternehmen an der Börse kleiner.

Gibt es eigentlich klimafreundliche Autoaktien?
Jein. Weil alle Autos Treibhausgase emittieren, kann man sie schlecht klimafreundlich nennen und deswegen gibt es auch keine klimafreundlichen Autoaktien. Aber es gibt klimafreundlichere Autos als herkömmliche Verbrenner: Elektroautos. An der Börse ist vor allem E-Auto-Pionier Tesla bekannt. Doch es gibt viele andere börsennotierte Unternehmen, die in dem Bereich erfolgreich sind. In unserer Titelgeschichte stellen wir vier davon vor.

Ist es nicht so, dass man doch Geld verliert, weil es am Ende eine spekulative Anlage ist?
Mit jeder Geldanlage kann man Geld verlieren, da bilden nachhaltige Aktien oder Fonds leider keine Ausnahme. Wer aber das Einmaleins des Anlegens beherzigt, kann sein Risiko begrenzen. Dazu gehört, nur Geld am Kapitalmarkt zu investieren, das man nicht kurzfristig braucht. So vermeidet man, zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen. Wichtig ist zudem, sein Kapital breit über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien zu streuen und auch in den einzelnen Bereichen zu diversifizieren; also bei Aktien zum Beispiel Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Länder ins Portfolio aufzunehmen. Am einfachsten geht das mit Indexfonds (ETFs), die einen Aktien- oder Anleiheindex, in dem viele verschiedene Werte vertreten sind, abbilden.

Besser ETF oder Aktie?
Was im Einzelfall besser ist, ist eine Typfrage. Wer genug Geld hat, um sich ein diversifiziertes Portfolio mit Einzeltiteln aufzubauen, daran Freude hat und möglichst viel Kontrolle haben will, ist mit einzelnen Aktien besser dran als mit ETFs. Denn nur so kann man seine eigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wirklich konsequent umsetzen. Hierfür sollten mindestens 25.000 Euro Anlagesumme zur Verfügung stehen, damit die Kosten fürs Handeln nicht im Missverhältnis zum verwalteten Vermögen stehen.



Schon mit viel weniger Geld kann man hingegen in ETFs investieren. Auch hier gibt es Varianten, die besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit legen. Vorteil: Das Anlegen mit ETFs ist günstig und weniger zeitaufwendig, als die Auswahl von Einzeltiteln.
Grundsätzlich kann man auch beide Formen miteinander kombinieren: Etwa ein ETF-Portfolio als Grundstock und eine Auswahl einzelner Titel als chancenreiche Depotergänzung.

Wie kann ich sichergehen, dass es echte Nachhaltigkeit ist und kein Greenwashing?
Das ist schwierig. Eine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit gibt es nicht, der Markt von nachhaltigen Fonds oder ETFs ist für private Anlegerinnen und Anleger schwer zu überblicken. Hier gilt es, genau zu prüfen, nach welchen Kriterien die infrage kommenden Fonds anlegen und sich dann zu fragen, ob es zur eigenen Vorstellung von Nachhaltigkeit passt.

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In der aktuellen Titelgeschichte der WirtschaftsWoche ist der Ansatz ein anderer. Hier geht es nur um Klimaschutz und nicht um Nachhaltigkeit allgemein. Diese etwas stärkere Fokussierung erleichtert die Auswahl passender Investments. Ausgangspunkt der Titelauswahl ist, welche Faktoren den Klimawandel treiben und welche Technologien es gibt, um diese Faktoren auszuschalten. Darauf basierend stellt die WirtschaftsWoche 20 Aktien von Unternehmen vor, die dazu beitragen, den Treibhausgasausstoß zu senken – und so den Klimawandel zu bremsen.

Lesen Sie hier die WirtschaftsWoche Titelgeschichte!

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