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Gold für AnlegerMit Minenaktien die Gewinnchancen verdoppeln

Die Börsen schalten auf Baisse, doch Goldaktien bieten jetzt Chancen. Sie können gegen den allgemeinen Trend nach oben laufen - und zwar deutlich schneller, als der Goldpreis selbst.Frank Doll 20.01.2016 - 06:00 Uhr

Goldminen-Aktien gewinnen zwei- bis dreimal so stark wie der Goldpreis.

Foto: Getty Images

Die Zeiten sind unsicher. Chinas Wirtschaft strauchelt, die Weltwirtschaft verliert zusehends an Schwung, die globale Schuldenlast wird dadurch immer erdrückender – und beinahe täglich kocht irgendwo auf der Welt ein neuer Krisenherd hoch. Der Kontrollverlust von Regierungen und Notenbanken ist unübersehbar. Das blinde Vertrauen der Investoren in deren Allmacht schwindet. „Von nun an ging’s bergab“, titelte die WirtschaftsWoche zur Jahreswende. Der Dax knickte seither um fast zehn Prozent ein. Gold war der große Gewinner der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten. In Dollar und Euro verteuerte sich der Unzenpreis in der Spitze um gut fünf Prozent. Der sichere Hafen ist wieder gefragt.

Das Edelmetall ist ein Anker für jedes Depot. Physisches Gold schützt das Vermögen vor Kaufkraftverlusten in der Heimatwährung. Gleichzeitig bietet es seinem Besitzer eine liquide Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems.

Goldaktien könnten entgegen den Trend steigen

Geht es mit dem Goldpreis jetzt weiter nach oben, dann werden sich Anleger wieder an eine alte Faustregel erinnern: In einer Goldhausse legt der Wert von Goldminen zwei- bis dreimal so stark zu wie der Goldpreis selbst. Tatsächlich stieg zum Jahresauftakt der Goldminenindex Nyse Arca Gold Bugs (HUI) um 13 Prozent, also 2,6-mal so stark wie der Goldpreis. Goldminen waren der einzige Sektor, der entgegengesetzt zum breiten Aktienmarkt nach oben laufen konnte. Ob sich daraus ein langfristiger Trend entwickelt, ist noch nicht gewiss, aber die Chancen dafür stehen so gut wie zuletzt zur Jahrtausendwende, als der große Bullenmarkt für Gold startete.

Nach dem Platzen der New-Economy-Blase im März 2000 verlor der US-Aktienindex damals bis März 2003 rund 50 Prozent. Gold stieg in diesem Zeitraum um fast 30 Prozent, Goldminenaktien legten, gemessen am HUI-Index, gar um gut 100 Prozent zu. Damals funktionierte die Faustregel. Denn Minen, sofern sie keinen Teil ihrer zukünftigen Produktion im Voraus verkauft haben und sich damit gegen einen fallenden Goldpreis absichern, sollten von einem steigenden Goldpreis doppelt profitieren: Sie erlösen mehr aus Goldverkäufen, und ihr Substanzwert steigt, weil ihre Goldreserven ebenfalls höher bewertet werden.

Für ein Gramm Gold muss eine Tonne Gestein abgebaut werden

Doch nur in der ersten Phase der Goldhausse konnten Minen im Kurs stärker zulegen als der Unzenpreis. Von 2003 bis zum Erreichen des Rekordhochs beim Goldpreis im September 2011 war es für Anleger lukrativer, die überirdische Goldvariante zu wählen, also Münzen und Barren.

Gold als Geldanlage

Was den Goldpreis 2016 treibt

von Andreas Toller

Was war passiert? In der Rohstoffhausse wurden Fachkräfte rar und teuer, die Treibstoffpreise stiegen, und die Produzentenwährungen werteten auf. Während die Kosten in den Förderregionen in südafrikanischen Rand, brasilianischen Real oder australischem oder kanadischem Dollar anfallen, wird das Gold auf dem Weltmarkt in US-Dollar verkauft. Zudem muss im Goldbergbau für die gleiche Menge Gold heutzutage immer mehr Gestein immer aufwendiger aus dem Boden geholt werden. Im weltweiten Durchschnitt findet sich heute nur noch etwa ein Gramm Gold in einer Tonne des abgebauten Gesteins. 1980 waren es noch 2,3 Gramm, vor 60 Jahren gar mehr als sechs Gramm. Auch werden neue Goldfunde immer seltener. Seit gut zehn Jahren entdecken die Explorationsteams der Minenunternehmen Jahr für Jahr immer weniger neue Vorkommen. Seit 1999 wurde nur in zwei Jahren mehr neues Gold entdeckt, als abgebaut wurde.

Diese Kosteninflation sorgte dafür, dass für viele Produzenten die Gewinnschwelle näher an den aktuellen Goldpreis rückte als vielfach angenommen. Viele Probleme waren auch hausgemacht. Er kenne kaum eine Branche, wo die Managementleistungen in den vergangenen Jahren so schwach gewesen seien wie im internationalen Goldbergbau, sagt der Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf. In der Annahme immer weiter steigender Goldpreise wurden eigentlich unrentable Vorkommen in die Minenpläne einbezogen. Ziel: Die Lebenszyklen der Minen sollten verlängert und die Produktionsmengen ausgeweitet werden.

Meilensteine des Goldpreises
Die Goldgewinnung beginnt.
Rund 6.000 Jahre alt sind Funde aus Ägypten, die eine Bearbeitung des Edelmetalls belegen. Im Land der Pharaonen entsteht die erste große Goldkultur. Ein Großteil der Techniken, die zur Verarbeitung des Goldes notwendig sind, wird im antiken Ägypten entwickelt.Gold gilt den Ägyptern als „Sonnenmetall“. Sowohl die Sonne als auch das Gold werden mit derselben Hieroglyphe bezeichnet. Ursprünglich kommt das Gold der alten Ägypter aus dem Nil, an dessen Ufern es in Form von Waschgold gewonnen wird. Später betreibt man in Nubien, Ägyptens Goldland, Bergbau, um an das kostbare Metall zu kommen.
Nach dem Ende der Spätantike um 600 bleibt der Solidus im Oströmischen Reich die wichtigste Währung. Sie ist bis zum beginnenden 12. Jahrhundert die Leitwährung in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Gründe dafür sind der hohe Goldgehalt und die daraus folgende Stabilität der Goldwährung. Mit dem Niedergang von Byzanz verfällt auch dessen Währung.Die Goldzirkulation im Rahmen der staatlichen Institutionen nimmt im frühen Mittelalter ab. Andererseits entwickelt sich das Geld in zunehmendem Maße zu einem Tauschmittel, welches dem Handels- und Marktgeschehen dient. Die ursprüngliche Goldwährung verliert als Zahlungsmittel an Bedeutung und wird nur noch als eine Art Wertspeicher gehortet. Die meisten Wohlhabenden wechseln zur Silberwährung, da Gold seltener und teurer ist als Silber. Silber weist lediglich den reinen Rechenbezug zum Gold auf.
Portugals Entdeckungsfahrten und die nachfolgende Kolonialisierung bringen afrikanisches Gold nach Europa. Jedoch gelingt es Portugal nicht, Goldvorkommen unter seine Kontrolle zu bringen. Die eingeführten Goldvorräte von von etwa 700 Kilogramm im Jahr kommen durch Tauschhandel zustande. Funde belegen, dass in Westafrika seit mindestens 2.000 Jahren Gold gewonnen wird. Neben dem Königreich Mail (Gebiet im nordöstlichen Guinea) verfügt das Ashanti-Reich auf dem Territorium des heutigen Ghana, das vom Ende des 17. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert besteht, über reiche Goldvorkommen. Die 1897 gegründete Ashanti Goldfields Corporation ist unter dem Namen AngloGoldAshanti noch heute einer der größten Goldproduzenten der Welt.
Das 19. Jahrhundert steht im Zeichen des Goldes. Der Goldrausch beginnt in den 1820er Jahren in Russland, wo im Uralgebirge und später auch in Sibirien Goldvorkommen entdeckt werden. Im Januar 1848 findet man im kalifornischen Sacramento Valley Gold. Viele Menschen aus aller Herren Länder kommen in die Region, um ihr Glück zu versuchen. Weiter geht es 1851 mit der Entdeckung von Goldlagerstätten in Australien, wo in verschiedenen Gebieten in den folgenden Jahrzehnten weitere Lager erschlossen werden. Im März 1886 stößt man im südafrikanischen Transvaal, am so genannten Witwatersrand, auf die ergiebigste Goldlagerstätte der Welt. Der letzte Goldrausch des Jahrhunderts spielt sich in Alaska ab, wo im August 1896 am Mündungsgebiet des Klondike River in den Yukon River Gold gefunden wurde. Die reichen Vorkommen, die den Goldrausch ausgelöst haben, gewinnen erhebliche Bedeutung für die Wirtschaftskraft des jeweiligen Landes.
In den Jahren 1944 bis 1971 ist der US-Dollar an Gold gebunden. Jedes Land, das dem so genannten Bretton Woods System beitritt, hat das Recht, Dollar-Reserven zu einem fixen Preis von 35 USD je Unze in Gold umzutauschen. Vorrangige Ziele der Konferenz in Bretton Woods, New Hampshire, sind die Wiederherstellung der Wirtschaftsmacht Europa und die Belebung und Vereinfachung des Welthandels. Zu diesem Zweck sollen die Wechselkurse zwischen den Währungen stabilisiert werden. Trotz wirtschaftlicher Erfolge treten in der Folge die Mängel der Währungsordnung immer deutlicher zutage. Das Fehlen von Mechanismen der Zahlungsbilanzanpassung und die Vormachtstellung des US-Dollars lassen das System bröckeln...
Im August 1971 beendet US-Präsident Richard Nixon eine Ära: Er hebt die Bindung des US-Dollars an Gold auf und beendet das in Bretton Woods festgezurrte Weltwährungssystem.
Im März 1973 werden die Devisenbörsen in vielen Ländern Europas geschlossen, da das Bretton Woods System zusammenzubrechen droht. In der Folge wird das System offiziell außer Kraft gesetzt. Die Mehrzahl der großen Industrienationen geht zu einem System flexibler Wechselkurse über. Den Anfang machen die Schweiz und Großbritannien.
Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran treiben Anleger weltweit in den "sicheren" Hafen Gold.
In der Folge schaffen es die USA, die Inflation stark zu verringern. In einer langjährigen Phase des Aufschwungs sinkt der Goldpreis. Spekulationen über eine Reduzierung der Gold-Reserven der Notenbanken drücken ihn im August 1999 auf 251,70 US-Dollar.
Nur zwei Monate später einigen sich 15 europäische Zentralbanken auf eine Begrenzung der Gold-Verkäufe. Die Folge: Der Goldpreis steigt auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 338 US-Dollar.
Seit Beginn der 2000er-Jahre steigt der Goldpreis stetig. Experten sind der Meinung, der Anstieg hängt mit der wachsenden Schuldenlast der USA und der Schwächung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen zusammen. Der Einmarsch der US-Truppen in den Irak und die damit verbundene Angst vor einem Flächenbrand in der Region treibt Gold auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren: 388,50 Dollar.
In den folgenden beiden Jahren nimmt der Goldpreis die Marken von 400 und 500 US-Dollar.
Der schwächelnde Dollar, steigende Ölpreise und der Atom-Konflikt mit Iran treiben Gold auf 730 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit 26 Jahren. Im Juni drücken Gewinnmitnahmen den Preis wieder auf 543 Dollar.
Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers verändert die globale Finanzwelt - und beschert dem Goldpreis den größten Tagesgewinn der Geschichte: Am 17. September 2008 steigt Gold binnen 24 Stunden um 90 Dollar.
Im Zuge der weltweiten Finanzkrise erreicht der Goldpreis ungeahnte Höhen. Im Februar 2009 schießt Gold über 1.000 US-Dollar. Drastische Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten und die Gefahr einer weltweiten Rezession lassen Anleger in den sicheren Hafen flüchten.Von Januar bis März 2009 verbuchen börsennotierte Gold-Fonds (ETFs) Rekord-Mittelzuflüsse. Die Goldbestände des weltgrößten Gold-Fonds, SDPR Gold, steigen um 45 Prozent auf 1127,44 Tonnen.
Ende 2009 verliert der Dollar weiter an Boden. Zudem sorgen Spekulationen um eine Ausweitung der Gold-Reserven durch Notenbanken dafür, dass der Goldpreis auf über 1.200 US-Dollar steigt.
Der Goldpreis steigt von Rekord zu Rekord. Vor allem die Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise treibt das Edelmetall. Die Nachfrage der Anleger beschert Gold im Gesamtjahr ein sattes Plus von fast 30 Prozent. Ende des Jahres lässt das milliardenschwere Fed-Anleihenkaufprogramm den Goldpreis auf über 1.400 Dollar steigen.
Im August beschleunigt sich die Rekordjagd des Goldpreises. Einbrechende Aktienkurse weltweit verstärken die Flucht in Sicherheit. Binnen weniger Wochen legt der Goldpreis kräftig zu und steigt bis auf 1912 Dollar. Ein Anstieg über 2.000 Dollar gilt für die meisten Experten als ausgemacht. Doch tatsächlich folgt erst einmal ein langer Kursrutsch.
Die Spekulationen auf eine nachlassende Schwemme billigen Notenbank-Geldes aus den USA setzen den Edelmetallen zu. Der Preis für Gold fällt in Richtung 1200 Dollar je Feinunze. Es droht der größte Quartalsverlust seit dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods Anfang der 1970er Jahre.
Der Goldpreis erleidet den ersten Jahresverlust seit 13 Jahren. Der Preis des Edelmetalls gibt um 28 Prozent nach und fällt auf 1201 Dollar. Die Goldrally findet ihr vorläufiges Ende. Und die Analysten bleiben skeptisch. Sie prognostizieren weitere Verluste: So rechnet Goldman Sachs bis Ende 2014 mit einem Preis von 1050 Dollar. Einer Morgan Stanley-Studie zufolge wird sein Preis 2014 im Schnitt 1313 Dollar pro Unze betragen - und damit niedriger ausfallen als die Prognose von 1420 Dollar für 2013. Grund ist die Geldpolitik der Fed: Investoren fürchten, dass die Rücknahme der Bondkäufe durch die Notenbank „verschoben, aber nicht aufgehoben” sei, was wenig Aufwärtspotenzial für das Edelmetall verspreche.
Der Goldpreis kann in den ersten zwei Monaten des Jahres 2014 wieder etwas an Boden gewinnen. Er steigt von Anfang Januar bis Ende Februar um zehn Prozent auf 1330 Dollar pro Feinunze. Vor allem die steigende Nachfrage nach börsengehandelten Gold-Indexfonds, die das Edelmetall physisch erwerben, führt zu dem Preisanstieg. Zudem notiert der Goldpreis wieder über der wichtigen 200-Tage-Linie. Für technisch orientierte Investoren gilt dies als wichtiges Signal für eine Trendwende.
Als der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine Mitte März zu eskalieren droht, suchten Anleger wieder verstärkt den sicheren Hafen Gold. Am 14. März stieg der Preis für eine Feinunze Gold bis auf 1383 Dollar an. Seither ging es aber permanent abwärts. Ende Mai liegt der Preis für eine Feinunze Gold mit 1294 Dollar leicht unter seinem Stand Ende Februar. Hedgefonds haben in der Woche zum 13. Mai ihre Wetten auf steigende Goldpreise (Netto-Long-Positionen) um 8,3 Prozent auf 94.329 Kontrakte reduziert, wie Zahlen der U.S. Commodity Futures Trading Commission zeigen. Short-Positionen legten dagegen um zehn Prozent auf 31.283 zu und markierten damit den höchsten Stand seit Februar.
Anfang 2015 stieg der Goldpreis wieder auf 1.300 Dollar. Doch die Wirtschaft in den USA läuft rund und die Wachstumszahlen für 2015 sind erfreulich. Anleger gehen deshalb von einer baldigen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed aus. Das würde den Dollar stärken und den Goldpreis belasten. Dementsprechend ging der Goldpreis im Vorfeld der Entscheidung seit Januar auf Talfahrt und notierte Ende März bei 1.190 Dollar.

Der überbordende Optimismus steigerte den Risikoappetit des Managements. Es wurde teuer zugekauft, meist finanziert durch die Ausgabe neuer Aktien. Durch die Verwässerung der Aktienbasis aber verringerte sich der auf die einzelne Aktie entfallene Produktionsanteil seit der Jahrtausendwende im Schnitt um gut ein Drittel. Das hat der kanadische Branchenkenner Douglas Pollitt analysiert. Auch das hat den positiven Effekt eines steigenden Goldpreises für die Minenbetreiber ausgehebelt.

Niedriger Ölpreis macht Goldförderung rentabler

Nachdem der Goldpreis sein Rekordhoch im September 2011 erreicht hatte, funktionierte der Hebel der Goldminen auf den Goldpreis allerdings wieder – nur in die andere Richtung. Die Minenaktien sind seither um gut 80 Prozent eingebrochen, doppelt so stark wie der Goldpreis. Der S&P 500 legte gar weiter zu, bis zum Rekordhoch im Mai 2015 um 75 Prozent.

Deutsche Bank:
Für Europa erwarten die Analysten der Deutschen Bank eine stetige Erholung, ähnliches gilt für Japan. In den USA dagegen wird in den kommenden Jahren dagegen ein vergleichsweise langsameres Wachstum von rund zwei Prozent erwartet. Optimistischer ist die Bank dagegen im Hinblick auf die Schwellenländer. Vor allem Russland und Brasilien dürften sich wieder etwas erholen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,9 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,6 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,1 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: knapp 3,5 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 0,90 Euro/ Dollar
Dax-Ziel: 11.700 Punkte

S&P 500: 2170 Punkte

Gold: 1000 Dollar

Bundesanleihen 10 Jahre: 0,75 Prozent

US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,4 Prozent

Stand: Dezember 2015, teilweise aktualisiert

Foto: REUTERS

Deka Bank

Die Fondsspezialisten der Sparkassen erwarten, dass der Goldpreis im kommenden Jahr deutlich unter die kritische Marke von 1000 Dollar fallen wird.

S&P 500: 2000 Punkte

Nikkei: 17000 Punkte

Gold: 960 Dollar

Öl: 57 Dollar

Euro/Dollar: 1 Dollar

Bundesanleihen 10 Jahre: 1 Prozent

US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,9 Prozent

Foto: dpa

Postbank

Im Gegensatz zur Deka Bank ist die Postbank beim Goldpreis etwas optimistischer. Ein möglicher Impuls kommt von der Schmucknachfrage, da die Konjunktur in Indien zuletzt deutlich besser lief als erwartet.

S&P 500: 2250 Punkte

Nikkei: 21750 Punkte

Gold: 1100 Dollar

Öl: 57 Dollar

Euro/Dollar: 1 Dollar

Bundesanleihen Rendite 10 Jahre: 1,0 Prozent

US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,75 Prozent

Foto: dpa

Berenberg Bank

Deutschlands älteste Privatbank ist im Vergleich zur Konkurrenz vergleichsweise optimistisch, was den Euro angeht.

S&P 500: 2200 Punkte

Gold: 1150 Dollar

Öl: 55 Dollar

Euro/Dollar: 1,15 Dollar

Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,1 Prozent

US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,8 Prozent

Foto: CLARK/obs

Santander

S&P 500: 2250 Punkte

Gold: 1050 Dollar

Öl: 55 Dollar

Euro/Dollar: 1 Dollar

Bundesanleihen Rendite 10-jährige: 0,9 Prozent

US-Treasury Rendite 10-jährige: 2,75 Prozent

Foto: AP

Credit Suisse:

Die Schweizer erwarten, dass die Industrieländer ihr Wachstum 2016 ähnlich fortsetzen werden wie im aktuellen Jahr. Ganz anders dagegen die Entwicklungsländer, welche durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed belastet sein werden. Im Zuge dessen werden zwar die Zinsen leicht steigen und der Dollar weiter gegenüber anderen Währungen aufwerten. Eine abrupte Zinswende erwarten die Analysten allerdings nicht, auch die Inflation dürfte grundsätzlich gering bleiben.

Foto: REUTERS

Commerzbank:

Deutschland dürfte laut den Commerzbank-Volkswirten besonders unter der Schwäche der Schwellenländer leiden, vor allem im Exportsektor. Deshalb bewegt sich das Wachstum nur noch auf dem Durchschnittsniveau der gesamten Euro-Zone. Die Weltwirtschaft werde dagegen vom Wachstum der USA getragen, die Zinswende in den USA stützt weiter den Dollar, der Ende 2016 fast die Parität zum Euro erreichen könnte. Insgesamt sei der Richtungswechsel beim US-Zins die gravierendste Veränderung gegenüber 2015. Aufgrund des verlängerten Anleihekaufprogramms werden weiterhin steigende Aktienkurse erwartet.

BIP-Wachstum Deutschland: 1,3 Prozent

BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,3 Prozent

BIP-Wachstum USA: 2,5 Prozent

Brent-Öl Ende 2016: 63 Dollar

Dax-Ziel: 12.600 Punkte

Foto: dpa

JPMorgan Chase

Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, gibt zur Entwicklung des S&P 500 und des Nikkei vorsichtshalber gar keine Prognose ab. Zu Anleihen, Eurokurs und Rohstoffen haben die US-Banker allerdings eine Meinung:

Gold: 1 150 Dollar

Öl: 62 Dollar

Euro/Dollar: 1,13 Dollar

Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,15 Prozent

US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,75 Prozent

Foto: dpa

Fidelity:

Die Fondsgesellschaft erwartet, dass 2016 ein besseres Jahr für Aktien wird als dieses. Insbesondere der Konsum in den Industrieländern werde der Weltwirtschaft Auftrieb verleihen. Besonders US-Aktien dürften davon profitieren, so die Analysten. Während Europa von der Flüchtlingswelle profitieren dürfte, sind die Aussichten für die Schwellenländer weiterhin schlechter. Deren Aktien könnten allerdings Chancen bieten, da die massive Kurskorrektur bald vorbei sein dürfte. Interessant sind aber lediglich reformbereite Schwellenländer. Der Markt für Staatsanleihen dürfte im kommenden Jahr durch die Zinswende der Fed bestimmt werden. Dafür erwarten die Fidelity-Experten ein Comeback bei Unternehmensanleihen, deren Risikoaufschläge schrumpfen dürften.

Foto: AP

Bankhaus M.M.Warburg & CO

Das Bankhaus Warburg gibt ebenfalls keine Prognose für Nikkei und SP500 ab.

Gold: 1020 Dollar

Öl: 50 Dollar

Euro/Dollar: 1,10 Dollar

Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 0,75 Prozent

US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,60Prozent

Foto: CLARK/obs

DZ Bank:

Kaum zwei Monate alt, muss die DZ Bank ihre Prognose für 2016 schon wieder anpassen. Dabei war der Ausblick der DZ Bank-Analysten schon vorher nicht sonderlich rosig. Für die Weltwirtschaft sahen sie kaum Wachstumsimpulse, die Aktienmärkte würden weniger von Unternehmensgewinnen als von der Notenbankpolitik getrieben. Dabei ginge die Spanne zwischen der US-Zinspolitik und ihrem Counterpart in der Euro-Zone immer weiter auseinander. Die Analysten erwarteten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins weiter auf minus 0,4 Prozent senken wird. Den Märkten dürfte das aber wenig Schwung verleihen, hier sehen die Experten wenig Impulse.  Mitte Februar reduzierte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler sein Dax-Ziel von bisher 11.000 Punkten auf nur noch 10.300 Punkten. Auch für die Jahresmitte senkte Kahler das Ziel von 10.500 auf  9800 Punkte. Begründet hat der Analyst die neue Einschätzung mit den zahlreichen reduzierten Gewinnerwartungen von Unternehmen.

BIP-Wachstum Deutschland: 1,8 Prozent

BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,5 Prozent

BIP-Wachstum Weltwirtschaft: 3 Prozent

Euro vs. Dollar (Q42016): 1,04 Euro/Dollar

Dax-Ziel: 10.300 Punkte

Dax-Ziel aktualisiert am 17.02.2016

Foto: dapd

BlackRock

Das BlackRock Investment Institut (BII) geht in seinem Kapitalmarktausblick für das Jahr 2016 davon aus, dass die weltweite Flut billigen Geldes ihren Höhepunkt erreicht hat und der Einfluss der Notenbanken im kommenden Jahr nachlässt. Entsprechend müssen Investoren die Konjunktur-, Kredit- und Bewertungszyklen wieder stärken im Auge haben. Für die Entwicklungen am Anleihemarkt ist man bei BII eher skeptisch. „Wir erwarten für 2016 geringe oder überhaupt keine Kursanstiege bei Anleihen und lediglich gedämpfte Zuwächse an den meisten Aktienmärkten“, heißt es im Ausblick. Eine Ausnahme bilden ausgewählte Hochzins- und Investmentgrade-Papiere sowie Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen.

Was Aktien anbelangt, setzt Black Rock auf Papiere aus Europa und Japan, bei vielen US-Aktien erscheinen die Bewertungen dagegen ausgereizt. Außerdem belaste der starke Dollar die Gewinne der US-Unternehmen. Die Volatilität der Märkte habe dafür nachgelassen. Doch auch ohne weitere politische Schocks könne es im kommenden Jahr zu starken Schwankungen kommen. Steigt der Dollar weiter, werden im kommenden Jahr die Rohstoffpreise noch weiter unter Druck geraten.

Foto: dpa

Columbia Threadneedle Investments

Der Vermögensverwalter Threadneedle Investments geht in seinem Kapitalmarktausblick davon aus, dass die Fed in den USA den Zins wieder erhöhen werde, wogegen die Notenbanken in Europa und Japan weiter bei ihrer expansiven Geldpolitik bleiben und möglicherweise neue Konjunkturprogramme anstoßen. In der Konsequenz kommt es zu einer Aufwertung des Dollars – mit negativen Konsequenzen für Schwellenländer und Rohstoffpreise. „Erfolg werden die Anleger haben, denen es gelingt, organisch wachsende Unternehmen zu finden, denn deren Aktien dürften gefragt sein und im Vergleich zu denen von Wettbewerbern mit einem Aufschlag gehandelt werden.“

Des Weiteren rechnen die Analysten Threadneedle mit geringen Wirtschaftswachstumsraten und niedrigen Renditen. Sie konzentrieren sich deshalb auf europäische Hochzinsanleihen anstatt auf Anleihen mit Investment-Grade-Rating. Auch europäische und japanische Aktien seien 2016 ein Kauf.

Foto: dpa

Deutsche Asset & Wealth Management

Auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset & Wealth Management, geht davon aus, dass die Fed den Zins erhöht und die Inflation wieder anziehen wird. Er rechnet damit, dass die konsum- und servicenahe Sektoren in den Industrieländern die Industriewerte übertrumpfen und Importe die Exporte überholen werden. Entsprechend empfiehlt er Aktien aus den Sektoren Gesundheit, Technologie, Konsum und Finanzen. „Im Rentenbereich sehen wir weiterhin Chancen bei US- und Euro-Unternehmensanleihen. Wer Staatsanleihen will, sollte sich in der Peripherie der Eurozone bedienen“, so Kreuzkamp in seinem Ausblick. Er rechnet allerdings damit, dass sich die Renditen für Aktien und Anleihen im Vergleich zu diesem Jahr verschlechtern.  Immobilien bleiben seiner Meinung nach eine der interessantesten Vermögensklassen. Ein ausgewogenes Portfolio im kommenden Jahr sieht seiner Meinung nach so aus:

 

Anleihen: 48 Prozent

Aktien: 41 Prozent

Alternative Anlagen: 10 Prozent

Rohstoffe: 1 Prozent

Foto: dpa

FERI AG

Die Rohstoffpreise bleiben auch 2016 unter Druck, worunter die rohstoffexportierenden Länder leiden. Außerdem werten laut dem Kapitalmarktausblick von FERI fast alle Schwellenländer-Währungen gegenüber dem Dollar ab. Doch auch die US-Wirtschaft  bekommt im kommenden Jahr einen Dämpfer. Das Wachstum dürfte unterhalb der 2 Prozent-Marke liegen, der starke Dollar drückt die Exportquote, amerikanische Aktien sind überbewertet. Doch auch im Euroraum lasse der Aufschwung zu wünschen übrig – daran könne auch die expansive Geldpolitik der EZB nichts ändern. Entsprechend unattraktiv seien europäische Staatsanleihen.  Die deutschen Aktien dagegen profitieren 2016 von der expansiven Geldpolitik, sind zugleich aber anfälliger für außenwirtschaftliche Störungen. Die Renditen von Bundesanleihen dürften tendenziell sinken.

Foto: dpa

Für viele Minenbetreiber begann ein Überlebenskampf. Führungsmannschaften wurden ausgetauscht, Explorations- und Entwicklungsprojekte abgeschrieben, veräußert oder auf Eis gelegt. Die Kosten mussten rigide gesenkt werden. Im Zuge dieser Marktbereinigung wurden neue Prioritäten gesetzt. Es geht nicht mehr um die Maximierung der Goldförderung, sondern um Rentabilität und Kapitaldisziplin. Die Erzielung freier Mittelzuflüsse steht im Vordergrund. Aus ihnen lassen sich Dividenden ausschütten und Schulden tilgen. Inzwischen haben sich die Betriebs- und Kapitalkosten der Branche spürbar verringert, die Margen haben sich deutlich verbessert. Im energieintensiven Bergbau helfen zudem tiefere Ölpreise und die jetzt schwachen Währungen in vielen Förderländern.

Goldminen sind historisch niedrig bewertet

Nachdem Abschreibungen und Wertberichtigungen einmalige Maßnahmen waren, könnte also jetzt wieder ein erhöhter Hebel nach oben wirken. Immerhin konnten viele Minen ihre Profitabilität in den vergangenen Quartalen verbessern, obwohl sich der Goldpreis nur geringfügig bewegte. Goldanalysten des kanadischen Brokerhauses BMO erwarten, dass die Produzenten ihre freien Mittelzuflüsse in den nächsten Quartalen steigern, selbst bei einem rückläufigen Goldpreis.

Die Goldvorkommen der Minenbetreiber sind in Rahmen der Minenaktien günstiger als das bereits geförderte Gold. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Trotz dieser Fortschritte befindet sich die Bewertung der Goldbranche noch auf einem historisch tiefen Niveau. Der fundamentale Wert eines Rohstoffunternehmens errechnet sich vor allem aus dem Wert der Reserven in Bezug zu den Förderkosten. Goldminen werden derzeit mit einem Abschlag von über zehn Prozent auf den Nettowert ihrer Goldreserven gehandelt. Im langjährigen Mittel zahlten Anleger Aufschläge von rund 40 Prozent. Im Vergleich zum Goldpreis sind Goldminen so tief bewertet wie seit 2000 nicht mehr.

Untermauert wird diese Einschätzung durch die sogenannte HUI/Gold-Ratio (Siehe Grafik). Diese Kennzahl lässt sich ermitteln, indem der Indexstand des Nyse Arca Gold Bugs (HUI) durch den Goldpreis in Dollar geteilt wird. Tiefe Werte der HUI/Gold-Ratio signalisieren, dass Goldminen relativ preiswert sind im Verhältnis zum Edelmetall selbst – und umgekehrt. Fiel die HUI/Gold-Ratio in den vergangenen Jahren an oder unter die Schwelle von 0,2, stellte sich dies rückwirkend oft als guter Kaufzeitpunkt für Goldminenaktien heraus. Denn anschließend schnitt der HUI nicht nur relativ besser ab als der Goldpreis, sondern stieg auch absolut kräftig an. Aktuell liegt die HUI/Gold-Ratio bei 0,1 und gibt so gesehen das stärkste Kaufsignal für Goldminenaktien seit dem Beginn der Goldhausse zur Jahrtausendwende.

Wegen der katastrophalen Kursentwicklung seit 2011 machen viele Investoren um Goldaktien aber noch einen weiten Bogen. Gerade wegen dieser Skepsis, gepaart mit der tiefen Bewertung, bieten Goldminen derzeit ein interessantes Verhältnis von Chance zu Risiko. So sieht das auch Marc Faber. Der berühmte Investor hält es gar für denkbar, dass sich der Minensektor vom aktuellen Niveau aus rasch verdoppeln kann.

Goldproduzenten investieren wenig in Entdeckung neuer Vorkommen

Um ihre Kassen zu schonen, haben Goldproduzenten in den vergangenen Jahren allerdings zu wenig in die Entdeckung neuer Vorkommen investiert. Dadurch schrumpfen auf Dauer die Reserven. Das ist grundsätzlich negativ für ein Rohstoffunternehmen. Die Reserven der großen Goldproduzenten („Seniors“) sind seit 2014 um etwa 15 Prozent gesunken. Um diesen Schwund zu stoppen, dürften die „Seniors“ ihre Reserven nun mittels Übernahmen und Fusionen (M&A) wieder auffüllen. Das geht schneller, als in Eigenregie neue Vorkommen erst aufzuspüren und dann zu entwickeln. Zudem könnten Zukäufe aufgrund der tiefen Branchenbewertung derzeit gar billiger sein. Darauf setzt auch Ronald-Peter Stöferle, Fondsmanager bei der Investmentboutique Incrementum in Liechtenstein. Profitieren werden davon vor allem kleinere Produzenten („Juniors“), die rentabel fördern, und solide finanzierte Goldsucher („Explorer“). Wichtig sei auch, dass deren Projekte in stabilen politischen Regionen liegen.

In dem großen Minenfeld aus Produzenten und Explorern finden sich immer Gesellschaften, die Aktionären ansehnlichen Mehrwert bringen. Auf dem Weg nach oben aber lauern besondere Risiken für einen Goldförderer, etwa durch einen Wassereinbruch in einer Mine. Anleger müssen unternehmensspezifische Risiken in ihrem Depot durch den Kauf mehrerer Goldaktien streuen, am einfachsten durch Goldminen-Indexfonds (ETF). Kaufen und Liegenlassen funktioniert bei Goldaktien nicht. Hier müssen hohe Gewinne auch mitgenommen werden. Das lehren die vergangenen Jahre.

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