Gold hinter Stahltüren Wohin mit meinem Gold?

Wer Gold zum Werterhalt kauft, will es sicher verwahren. Aber wohin damit? Tresor im Haus, Schließfach in der Bank oder Depot beim Edelmetallhändler? Wo Sie Gold gut lagern, was die Aufbewahrung kostet.

Die bekanntesten Goldmünzen
Beliebte Geldanlage Quelle: fotolia.com
Lunar Serie 1
Lunar Serie 1 - Hund
Lunar Serie 1 - Hahn
Panda Quelle: fotolia.com
Krügerrand
Maple Leaf Quelle: fotolia.com
American Eagle
Wiener Philharmoniker
Maple Leaf 2007 mit Nennwert von 1.000.000 Dollar

Für extrem vorsichtige Zeitgenossen, und unter Goldbesitzern gibt es davon viele, ist das Angebot ein Traum: „Ehemalige Bankfiliale inklusive Tresor in Berlin Pankow-Niederschönhausen zu vermieten!“ Der Eingangsbereich ist verglast, die Säulenhalle repräsentativ, das Chefbüro großzügig dimensioniert. Der Clou aber: Eine Wendeltreppe führt ins Untergeschoss, in den Tresorraum der ehemaligen Bank. Derartige Angebote gibt es zuhauf. Seit Mitte der Neunzigerjahre haben Banken über 30.000 Zweigstellen dichtgemacht. So manche soll auch schon an Privatleute gegangen sein. „In der Regel sind Bankzweigstellen nicht für den privaten Nutzen angelegt; sie haben meist zu große Räume, und sanitäre Anlagen wie Dusche oder Badewanne fehlen“, sagt Makler Gero Klingenberg, der die Ex-Filiale vermarktet. Beliebt sind Banken bei Goldhändlern und Anwälten, sie können die Tresoranlagen für Edelmetalle oder vertrauliche Unterlagen gut gebrauchen. Bei Klingenberg haben auch schon Weinhändler und ein Spielhallenbetreiber Interesse signalisiert.

Goldanleger müssen sich nicht gleich eine ganze Bankfiliale zulegen, um Barren und Münzen zu lagern. Ein Safe oder ein Heimtresor reichen in der Regel. Tresore sollten durch Institute wie die von den Versicherern getragene VdS Schadenverhütung oder die Forschungs- und Prüfgemeinschaft Geldschränke und Tresoranlagen (FuP) nach EU-Normen geprüft sein. Je wertvoller der Goldschatz, desto höher sollte der Sicherheitsgrad sein. An diesem orientiert sich auch die Deckungssumme, die Hausratversicherer maximal akzeptieren. Den Inhalt eines Tresors der VdS-Klasse II, der zweitniedrigsten von insgesamt 13 Klassen, können Privatleute für maximal 100.000 Euro versichern. Das entspricht dem Gegenwert von 75 Unzen in Krügerrand-Münzen. Alles, was sonst noch im Tresor lagert, würde in der Regel nicht mehr von der Versicherung gedeckt.

Safes, die weniger als eine Tonne wiegen, sollten in der Wand oder im Boden verankert werden. Einbrecher, so das VdS, würden gut mit schweren Schränken fertig. Was sie beim Abtransport des Tresors beschädigten, sei ihnen egal. Hauptsache, sie können ihn an einen Ort schaffen, an dem sie ihn in Ruhe knacken können – unzerstörbar nämlich ist kein Tresor der Welt.

Hausratversicherung

Für Barren, Goldmünzen und Schmuck, die im heimischen Tresor lagern, greift in der Regel die Hausratversicherung. Eine Standard-Police erstattet bei Verlust meist nur einen Höchstwert um die 25.000 Euro, gegen Vorlage der Kaufquittungen. Weil Versicherer höchst unterschiedliche Bedingungen zu den Sicherheitsklassen der Safes und der Safe-Befestigung haben, sollten Anleger Details mit ihrem Versicherer klären. Auch Zusatzprämien für Gold über 25.000 Euro müssen Kunden individuell aushandeln.

Tresorbesitzer sollten den Safe so in der Wohnung oder im Haus platzieren, dass er nicht gleich jedem ins Auge fällt. „Was man nicht sieht, das erregt auch kein Interesse. Gleichzeitig sollte der Besitzer den Tresor ohne Umstände erreichen können – sonst bleiben Wertsachen erfahrungsgemäß draußen liegen“, sagt Paulus Vorderwülbecke, Leiter Sicherungstechnik bei VdS.

Die teuersten Edelsteine der Welt
Le Grand MazarinNach dem Rekordjahr 2016 gingen dieses Jahr keine Superdiamanten für illustre Summen über den Auktionshaustisch. Beim "Grand Mazarin" ist eher die Geschichte beeindruckend: Er gehörte vielen Königinnen, Königen und Kaisern, darunter der Sonnenkönig Ludwig XIV. Ein privater Sammler erwarb den 19,07 Karat schweren Stein für 12,3 Millionen Euro. An die Rekordhalter kommt der pinke Diamant damit allerdings nicht heran. Quelle: REUTERS
The Pink StarEr hatte bereits bei einer Auktion in Genf 2013 den Rekordpreis von rund 76,3 Millionen Schweizer Franken (rund 62 Millionen Euro) erlöst: Der Rekord-Diamant „Pink Star“ hat bei einer Auktion in Hongkong einen neuen Besitzer gefunden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, ersteigerte die Hongkonger Juwelierkette Chow Tai Fook den rosafarbenen Stein für 71,2 Millionen Dollar (etwa 67 Millionen Euro). Zahlt der Bieter den Betrag, wäre es der höchste Preis, der jemals für einen Diamanten erzielt wurde. Der „Pink Star“, das Prunkstück der diesjährigen Juwelenauktion von Sotheby's, war bereits vor drei Jahren zu einem noch höheren Preis von 83 Millionen Dollar ersteigert worden. Da der Käufer später jedoch nicht zahlen konnte, nahm das Auktionshaus den Stein zurück. Er gilt als teuerster Diamant aller Zeiten - zumindest was den Gesamtpreis betrifft, denn Experten vergleichen nur den Preis pro Karat. Das 59,60 Karat schwere Juwel wurde als Typ 2a eingestuft, was für ein rosafarbenes Exemplar eine Seltenheit ist. Zwei Jahre brauchte die Firma Steinmetz Diamonds, um ihn aus einem 132,5 Karat schweren Rohdiamanten zu schleifen. Quelle: AP
Lesedi La RonaDer vermutlich zweitgrößte Rohdiamant der Welt kam am Abend des 29. Juni im Londoner Auktionshaus Sotheby's unter den Hammer - jedenfalls fast. Denn für viele Experten überraschend fand sich kein Käufer. Auf etwa 70 Millionen US-Dollar (etwa 64 Millionen Euro) hatten die Auktionatoren die Verkaufssumme geschätzt. In Botswana im Süden Afrikas wurde das wertvolle Stück im November in einer Mine der kanadischen Firma Lucara Diamond entdeckt. Der Stein heißt „Lesedi La Rona“, was sich mit „Unser Licht“ übersetzen lässt. Laut Sotheby's ist der Rohdiamant der weltweit größte Fund seiner Art seit 1905 und erreicht mit 1109 Karat knapp die Größe eines Tennisballs. Um viele mögliche Interessenten auf das Prachtstück aufmerksam zu machen, wurde der Rohdiamant in den vergangenen Monaten auf Weltreise geschickt und in Städten wie Dubai, Singapur, New York und Hongkong präsentiert - leider bislang vergeblich. Quelle: dpa
"The Constellation"Er hat für 63 Millionen Dollar (55,2 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt, noch nie wurde mehr für einen Rohdiamanten bezahlt. Er wurde im November 2015 in der Karowe-Mine in Botswana gefunden. 813 Karat misst der Edelstein und ist damit fast so groß wie ein Tennisball. Den Rekord für den weltgrößten Diamantenfund seit 1905 verpasste er denkbar knapp: Er wurde nur einen Tag nach dem Lesedi La Rona gefunden. Quelle: PR
Oppenheimer BlueEs ist der teuerste blaue geschliffene Diamant, der jemals versteigert wurde. Ein anonymer Käufer zahlte für den "Oppenheimer Blue" sagenhafte 57,54 Millionen Dollar (50,81 Millionen Euro). Der mit 14,62 Karat weltgrößte klar-blaue Diamant wechselte am 18. Mai 2016 beim Auktionshaus Christie's den Besitzer. Geschätzt wurde der Stein im Vorfeld auf 38 bis 45 Millionen Dollar (etwa 33 bis 40 Millionen Euro). Quelle: PR
Blue Moon of JosephineDen "Blue Moon of Josephine" hat der chinesische Milliardär Joseph Lau Luen-hung für 48,4 Mio. Dollar (etwa 45 Millionen Euro) für seine Tochter ersteigert. Zuvor hieß der 12,03 Karat schwere Stein nur "Blue Moon". Bis zur Versteigerung des "Oppenheimer Blue" galt er als der teuerste blaue Diamant der Welt. Quelle: AP
Fancy Intense PinkFarbige Diamanten sind äußerst selten und entsprechend begehrt auf dem internationalen Markt. Dieser 25 Karat schwere pinke Stein wurde im November 2010 für atemberaubende 45,72 Millionen Schweizer Franken (rund 34 Millionen Euro) in Genf versteigert. Da es sehr schwierig ist, die Vielzahl der Diamantentypen zu klassifizieren, arbeiten Auktionshäuser mit international angesehenen Bewertungseinrichtungen zusammen, deren Experten Eigenschaften wie Farbton oder Reinheitsgrad bestimmen. Laut Sotheby's besitzt dieser Stein „die perfekteste pinke Farbe“, die vom Gemmologischen Institut Amerikas (GIA) in die Kategorie „Fancy Intense Pink“ einsortiert wurde. Quelle: picture alliance / dpa
De Beers Millennium Jewel 4Der 10,10 Karat schwere "De Beers Millennium Jewel 4" ist nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's der größte je versteigerte ovale Diamant des Prädikats "Fancy Vivid Blue", die wertvollste Farbausprägung bei blauen Diamanten. Er ist im April 2016 in Hongkong für umgerechnet 28 Millionen Euro versteigert worden. Quelle: dpa
The Unique PinkDer größte rosafarbene, birnenförmige geschliffene rosa Diamant hat am 17. Mai 2016 bei einer Auktion von Sotheby's in Genf erstaunliche 30,8 Millionen Franken (27,8 Millionen Euro) erzielt. Sotheby's hatte den seltenen Stein auf 24,6 bis 33,4 Millionen Euro taxiert). Der "Unique Pink" hat ein Gewicht von 15,38 Karat. Quelle: AP
The OrangeDer seltene orangefarbene Diamant mit 14,82 Karat ist in Genf für eine Rekordsumme von 35,5 Millionen Dollar (rund 26,5 Millionen Euro) versteigert worden. Noch nie sei bei einer Auktion eine so hohe Summe pro Karat für ein buntes Juwel auf den Tisch gelegt worden, teilte Christie's mit. Mit seinem Rekordpreis sei er in die Topliga der großen rosafarbenen und blauen Diamanten aufgestiegen, die traditionell die beliebtesten bunten Stücke seien, sagte der Chef der Juwelen-Abteilung von Christie's, François Curiel. Es ist der größte Diamant der Farbklasse "Fancy Vivid Orange" überhaupt. Quelle: AP
Blauer Diamant für 32,6 Millionen Dollar Quelle: AP
Walnussgroßer Diamant für 22 Millionen Dollar Quelle: AP
Der Blaue Wittelsbacher Quelle: dpa
Erzherzog Joseph Diamant Quelle: dpa
Reiner 84-KaräterMehr als 18 Millionen Schweizer Franken (rund 14,5 Millionen Euro) gab ein Bieter für diesen besonders reinen Brillanten aus. Wie viele andere große Diamanten wurde der „herausragende und extrem seltene“ Stein im November 2010 auf der Auktionsveranstaltung „Prunkvolle Juwelen“ von Sotheby's versteigert. Er besitzt 84 Karat. Quelle: dpa
Blue Belle of AsiaDer legendäre Edelstein "Blue Belle of Asia" ist der teuerste Saphir der Geschichte. Das kostbare Stück aus Sri Lanka wurde in Genf samt dazugehöriger Diamantenkette für die Rekordsumme von 16,9 Millionen Franken (14 Millionen Euro) versteigert, wie das Auktionshaus Christie's am 12. November 2014 mitteilte. Den Zuschlag habe ein privater Sammler erhalten. Der "Blue Belle" war das Prunkstück der Juwelen-Versteigerung von Christie's im Jahr 2014. Er wiegt 392,52 Karat. Quelle: REUTERS
Clark PinkIm April 2012 erzielte der neunkarätige Diamant "Clark Pink" aus dem Nachlass der US-Millionärin Huguette Clark bei einer Auktion 15,7 Millionen Dollar (11,9 Millionen Euro). Mehr wurde in Amerika noch nie für einen pinkfarbenen Diamanten geboten. Die 17 angebotenen Schmuckstücke der Amerikanerin kamen für insgesamt 20,8 Millionen Dollar beim Auktionshaus Christie's in New York unter den Hammer. Quelle: dapd
Fancy Deep Blue Quelle: dpa
Der „Sun Drop“ ist mit 110.03 Karat der größte jemals versteigerte gelbe Diamant Quelle: dapd
Beau Sancy Diamant Quelle: dapd

Schätze bei der Bank bunkern

Der Vorteil eines heimischen Safes ist, dass der Besitzer jederzeit Zugriff auf den Inhalt hat. Denn meist bewahrt er dort auch noch wichtige Papiere, wertvollen Schmuck oder die Uhrensammlung auf. Niemand möchte gern noch einen Termin bei der Bank einplanen müssen, bevor er sich das Collier für den Opernbesuch um den Hals hängen kann.

Allerdings kosten Anschaffung und Einbau eines Tresors auch erst einmal eine Stange Geld. „Geht es nur um die reine Lagerung von Gold in Form von Barren und Münzen, ist ein Bankschließfach eine einfache und vor allem auch sicherere Methode. Denn Überfälle auf Banken wegen der Kundenschließfächer sind im Zweifel seltener als Einbrüche in Privathäuser“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allein 2011 zählte die polizeiliche Kriminalstatistik rund 132.600 Wohnungseinbrüche in Deutschland, gute neun Prozent mehr als im Vorjahr.

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