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Gold hinter Stahltüren Wohin mit meinem Gold?

Wer Gold zum Werterhalt kauft, will es sicher verwahren. Aber wohin damit? Tresor im Haus, Schließfach in der Bank oder Depot beim Edelmetallhändler? Wo Sie Gold gut lagern, was die Aufbewahrung kostet.

Die bekanntesten Goldmünzen
Beliebte Geldanlage Quelle: fotolia.com
Lunar Serie 1
Lunar Serie 1 - Hund
Lunar Serie 1 - Hahn
Panda Quelle: fotolia.com
Krügerrand
Maple Leaf Quelle: fotolia.com

Für extrem vorsichtige Zeitgenossen, und unter Goldbesitzern gibt es davon viele, ist das Angebot ein Traum: „Ehemalige Bankfiliale inklusive Tresor in Berlin Pankow-Niederschönhausen zu vermieten!“ Der Eingangsbereich ist verglast, die Säulenhalle repräsentativ, das Chefbüro großzügig dimensioniert. Der Clou aber: Eine Wendeltreppe führt ins Untergeschoss, in den Tresorraum der ehemaligen Bank. Derartige Angebote gibt es zuhauf. Seit Mitte der Neunzigerjahre haben Banken über 30.000 Zweigstellen dichtgemacht. So manche soll auch schon an Privatleute gegangen sein. „In der Regel sind Bankzweigstellen nicht für den privaten Nutzen angelegt; sie haben meist zu große Räume, und sanitäre Anlagen wie Dusche oder Badewanne fehlen“, sagt Makler Gero Klingenberg, der die Ex-Filiale vermarktet. Beliebt sind Banken bei Goldhändlern und Anwälten, sie können die Tresoranlagen für Edelmetalle oder vertrauliche Unterlagen gut gebrauchen. Bei Klingenberg haben auch schon Weinhändler und ein Spielhallenbetreiber Interesse signalisiert.

Goldanleger müssen sich nicht gleich eine ganze Bankfiliale zulegen, um Barren und Münzen zu lagern. Ein Safe oder ein Heimtresor reichen in der Regel. Tresore sollten durch Institute wie die von den Versicherern getragene VdS Schadenverhütung oder die Forschungs- und Prüfgemeinschaft Geldschränke und Tresoranlagen (FuP) nach EU-Normen geprüft sein. Je wertvoller der Goldschatz, desto höher sollte der Sicherheitsgrad sein. An diesem orientiert sich auch die Deckungssumme, die Hausratversicherer maximal akzeptieren. Den Inhalt eines Tresors der VdS-Klasse II, der zweitniedrigsten von insgesamt 13 Klassen, können Privatleute für maximal 100.000 Euro versichern. Das entspricht dem Gegenwert von 75 Unzen in Krügerrand-Münzen. Alles, was sonst noch im Tresor lagert, würde in der Regel nicht mehr von der Versicherung gedeckt.

Safes, die weniger als eine Tonne wiegen, sollten in der Wand oder im Boden verankert werden. Einbrecher, so das VdS, würden gut mit schweren Schränken fertig. Was sie beim Abtransport des Tresors beschädigten, sei ihnen egal. Hauptsache, sie können ihn an einen Ort schaffen, an dem sie ihn in Ruhe knacken können – unzerstörbar nämlich ist kein Tresor der Welt.

Hausratversicherung

Für Barren, Goldmünzen und Schmuck, die im heimischen Tresor lagern, greift in der Regel die Hausratversicherung. Eine Standard-Police erstattet bei Verlust meist nur einen Höchstwert um die 25.000 Euro, gegen Vorlage der Kaufquittungen. Weil Versicherer höchst unterschiedliche Bedingungen zu den Sicherheitsklassen der Safes und der Safe-Befestigung haben, sollten Anleger Details mit ihrem Versicherer klären. Auch Zusatzprämien für Gold über 25.000 Euro müssen Kunden individuell aushandeln.

Tresorbesitzer sollten den Safe so in der Wohnung oder im Haus platzieren, dass er nicht gleich jedem ins Auge fällt. „Was man nicht sieht, das erregt auch kein Interesse. Gleichzeitig sollte der Besitzer den Tresor ohne Umstände erreichen können – sonst bleiben Wertsachen erfahrungsgemäß draußen liegen“, sagt Paulus Vorderwülbecke, Leiter Sicherungstechnik bei VdS.

Die teuersten Edelsteine der Welt
Winston Pink LegacyNeuer Rekord für einen rosafarbenen Diamanten: Am 13. November 2018 ersteigerte der renommierte amerikanische Juwelier Harry Winston den 18,96 Karat schweren Diamanten "Pink Legacy" für mehr als 50 Millionen Dollar, umgerechnet 44 Millionen Euro, inklusive der Gebühren an das Auktionshaus Christie's. Zwar ist der "Pink Star" bereits 2013 für einen deutlich höheren Betrag versteigert worden, aber gemessen am Preis pro Karat schafft der umgehend in "Winston Pink Legacy" umgetaufte Diamant laut Christie's einen neuen Weltrekord für rosafarbene Diamanten: 2,6 Millionen Dollar pro Karat. Der Stein wurde vor mehr als hundert Jahren gefunden und war lange in Besitz der Familie Oppenheimer, die einst den Minen-Konzern De Beers leitete. Quelle: AP
Le Grand MazarinNach dem Rekordjahr 2016 gingen dieses Jahr keine Superdiamanten für illustre Summen über den Auktionshaustisch. Beim "Grand Mazarin" ist eher die Geschichte beeindruckend: Er gehörte vielen Königinnen, Königen und Kaisern, darunter der Sonnenkönig Ludwig XIV. Ein privater Sammler erwarb den 19,07 Karat schweren Stein für 12,3 Millionen Euro. An die Rekordhalter kommt der pinke Diamant damit allerdings nicht heran. Quelle: REUTERS
The Pink StarEr hatte bereits bei einer Auktion in Genf 2013 den Rekordpreis von rund 76,3 Millionen Schweizer Franken (rund 62 Millionen Euro) erlöst: Der Rekord-Diamant „Pink Star“ hat bei einer Auktion in Hongkong einen neuen Besitzer gefunden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, ersteigerte die Hongkonger Juwelierkette Chow Tai Fook den rosafarbenen Stein für 71,2 Millionen Dollar (etwa 67 Millionen Euro). Zahlt der Bieter den Betrag, wäre es der höchste Preis, der jemals für einen Diamanten erzielt wurde. Der „Pink Star“, das Prunkstück der diesjährigen Juwelenauktion von Sotheby's, war bereits vor drei Jahren zu einem noch höheren Preis von 83 Millionen Dollar ersteigert worden. Da der Käufer später jedoch nicht zahlen konnte, nahm das Auktionshaus den Stein zurück. Er gilt als teuerster Diamant aller Zeiten - zumindest was den Gesamtpreis betrifft, denn Experten vergleichen nur den Preis pro Karat. Das 59,60 Karat schwere Juwel wurde als Typ 2a eingestuft, was für ein rosafarbenes Exemplar eine Seltenheit ist. Zwei Jahre brauchte die Firma Steinmetz Diamonds, um ihn aus einem 132,5 Karat schweren Rohdiamanten zu schleifen. Quelle: AP
Lesedi La RonaDer vermutlich zweitgrößte Rohdiamant der Welt kam am Abend des 29. Juni im Londoner Auktionshaus Sotheby's unter den Hammer - jedenfalls fast. Denn für viele Experten überraschend fand sich kein Käufer. Auf etwa 70 Millionen US-Dollar (etwa 64 Millionen Euro) hatten die Auktionatoren die Verkaufssumme geschätzt. In Botswana im Süden Afrikas wurde das wertvolle Stück im November in einer Mine der kanadischen Firma Lucara Diamond entdeckt. Der Stein heißt „Lesedi La Rona“, was sich mit „Unser Licht“ übersetzen lässt. Laut Sotheby's ist der Rohdiamant der weltweit größte Fund seiner Art seit 1905 und erreicht mit 1109 Karat knapp die Größe eines Tennisballs. Um viele mögliche Interessenten auf das Prachtstück aufmerksam zu machen, wurde der Rohdiamant in den vergangenen Monaten auf Weltreise geschickt und in Städten wie Dubai, Singapur, New York und Hongkong präsentiert - leider bislang vergeblich. Quelle: dpa
"The Constellation"Er hat für 63 Millionen Dollar (55,2 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt, noch nie wurde mehr für einen Rohdiamanten bezahlt. Er wurde im November 2015 in der Karowe-Mine in Botswana gefunden. 813 Karat misst der Edelstein und ist damit fast so groß wie ein Tennisball. Den Rekord für den weltgrößten Diamantenfund seit 1905 verpasste er denkbar knapp: Er wurde nur einen Tag nach dem Lesedi La Rona gefunden. Quelle: PR
Oppenheimer BlueEs ist der teuerste blaue geschliffene Diamant, der jemals versteigert wurde. Ein anonymer Käufer zahlte für den "Oppenheimer Blue" sagenhafte 57,54 Millionen Dollar (50,81 Millionen Euro). Der mit 14,62 Karat weltgrößte klar-blaue Diamant wechselte am 18. Mai 2016 beim Auktionshaus Christie's den Besitzer. Geschätzt wurde der Stein im Vorfeld auf 38 bis 45 Millionen Dollar (etwa 33 bis 40 Millionen Euro). Quelle: PR
Blue Moon of JosephineDen "Blue Moon of Josephine" hat der chinesische Milliardär Joseph Lau Luen-hung für 48,4 Mio. Dollar (etwa 45 Millionen Euro) für seine Tochter ersteigert. Zuvor hieß der 12,03 Karat schwere Stein nur "Blue Moon". Bis zur Versteigerung des "Oppenheimer Blue" galt er als der teuerste blaue Diamant der Welt. Quelle: AP

Schätze bei der Bank bunkern

Der Vorteil eines heimischen Safes ist, dass der Besitzer jederzeit Zugriff auf den Inhalt hat. Denn meist bewahrt er dort auch noch wichtige Papiere, wertvollen Schmuck oder die Uhrensammlung auf. Niemand möchte gern noch einen Termin bei der Bank einplanen müssen, bevor er sich das Collier für den Opernbesuch um den Hals hängen kann.

Allerdings kosten Anschaffung und Einbau eines Tresors auch erst einmal eine Stange Geld. „Geht es nur um die reine Lagerung von Gold in Form von Barren und Münzen, ist ein Bankschließfach eine einfache und vor allem auch sicherere Methode. Denn Überfälle auf Banken wegen der Kundenschließfächer sind im Zweifel seltener als Einbrüche in Privathäuser“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allein 2011 zählte die polizeiliche Kriminalstatistik rund 132.600 Wohnungseinbrüche in Deutschland, gute neun Prozent mehr als im Vorjahr.

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