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Initial Coin Offering "Schwarze Schafe dominieren den Markt"

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"In zwei Jahren haben ICOs einen besseren Ruf"

Für Privatanleger mag das nach Zwei-Klassen-Gesellschaft  klingen: Profis können sich bevorzugt beteiligen, vielleicht sogar mit einem Rabatt gegenüber den Anteilspreisen beim öffentlichen ICO. Der Charme eines ICOs liegt doch potenziell gerade darin, dass jetzt jeder mit auch nur geringen Investitionen die Chance hat, sich an jungen Geschäftsmodellen zu  beteiligen und die Anteile zu handeln.

Die Rabatte für strategische Investoren gehen natürlich mit einer gewissen Verantwortung einher. Sie dürfen ihre Tokens je nach Investitionshöhe nicht unmittelbar handeln, sondern müssen zwischen sechs und 24 Monaten dabei bleiben. So stellen wir sicher, dass sie auch langfristig daran interessiert sind, unser Projekt zu fördern, wie wir es von einem Frühphasen-Investor erwarten. Wer unseren HER-Token im öffentlichen ICO erwirbt, wird diese Haltefrist nicht haben.

Aber ich gebe Ihnen Recht: ICOs waren eine wunderbare Innovation, um Kapital einzusammeln und Unternehmensanteile handelbar zu machen. Leider dominieren derzeit schwarze Schafe den Markt. Viele einflussreiche Gründer, Entwickler und Investoren, die bewiesen haben, welches Potenzial in Kryptowährungen steckt, distanzieren sich mittlerweile von den grenzwertigen ICOs.

Werden die Herdius-Tokens handelbar sein? Schließlich treten Sie mit ihrem Geschäft in Konkurrenz zu den etablierten Börsen.

Natürlich sollen unsere Tokens auch an einer Kryptobörse gelistet werden. Dafür müssen wir je nach Börsenplatz bis zu 50.000 Euro zahlen. Eine enorme Summe für ein Start-up. Mittlerweile gibt es so viele ICO-Dienstleister, von Beratern bis zu den Börsen, dass ein ICO kein besonders günstiger Weg mehr ist, um sich als Start-up Kapital zu besorgen.

Die zehn größten Kryptowährungen
Platz 10 nach Marktkapitalisierung: MoneroQuelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 9 nach Marktkapitalisierung: IOTAQuelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 8 nach Marktkapitalisierung: Ethereum ClassicWie beim Bitcoin teilte sich auch Ethereum bereits in zwei verschiedene Varianten. Beide konnten in diesem Jahr satt zulegen. Classic mit 2169 Prozent jedoch deutlich weniger als der große Bruder Ethereum. Quelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 7 nach Marktkapitalisierung: DashQuelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 6 nach Marktkapitalisierung: LitecoinQuelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 5 nach Marktkapitalisierung: Bitcoin Gold Der Coin hat sich erst vor wenigen Wochen vom Bitcoin abgespalten. Er verlor seitdem jedoch an Wert. Quelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr
Platz 4 nach Marktkapitalisierung: RippleQuelle: Coinmarketcap Stand: 28. November 2018, 14 Uhr

Wie versuchen Sie sich mit ihrer eigenen Finanzierungsrunde von der Grauzone um die ICOs abzusetzen?

Es ist wahnsinnig schwierig, überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Zahl der Angebote ist für Anleger mittlerweile ja fast unüberschaubar geworden. Also setzen wir auf offene Kommunikation und verstecken uns als Team nicht. Und wir treffen uns mit Investoren und versuchen sie von unserer Idee zu überzeugen, wie jedes andere Start-up auch.

Will die Finanzaufsicht Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, bei einem deutschen ICO mitreden?

Sie hätte unsere Unterlagen nicht prüfen müssen. Aber wir sind bewusst auf die Bafin zugegangen – und haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie haben geprüft, ob wir mit der Finanzierungsrunde einer Erlaubnispflicht unterliegen.

Also für Finanzdienstleistungen eine schriftliche Erlaubnis oder Registrierung der Bafin benötigen.

Was bei uns nicht der Fall ist. Der Austausch mit der Bafin verlief wie eine Art Sparring. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, sie bei einem ICO nicht zu beteiligen.

Glauben Sie, dass die Szene den Ruf des ICO noch retten kann – und auch Unternehmensbeteiligungen künftig darüber möglich sein werden?

Momentan ist es aus rechtlicher Sicht fast unmöglich, Unternehmensanteile, also sogenannte Equity Tokens, über ein ICO abzugeben. Dafür müsste sich an der Regulierung etwas ändern. Da sich in der Branche aber in so kurzer Zeit so viel getan hat, bin ich sicher, dass wir bereits in zwei bis drei Jahren so weit sein werden. Das dürfte dem Ruf der ICOs helfen. Allerdings sind Equity Tokens sicher nicht der einzige Weg, über einen ICO auf seriöse Art Kapital einzusammeln – auch das möchten wir mit Herdius ja unter Beweis stellen.

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