Geldanlage: Porsche hat Anleger viel Geld gekostet
Um sich kostengünstig an den Chancen der wichtigsten deutschen Unternehmen im Dax-40-Index zu beteiligen, ist ein ETF-Indexzertifikat ein bevorzugtes Mittel der Wahl.
Sicher geht der Anleger dann auch davon aus, dass der verantwortliche Indexbetreiber Stoxx jeweils die nach Marktwert und Free Float größten 40 Werte regelgerecht aussucht und den Index laufend anpasst.
Nun hat aber die nicht regelkonforme Aufnahme des einstmaligen Highflyers Porsche AG im Dezember 2022 bis zum Ausscheiden aus dem Dax 40 am 19.9.2025 die Besitzer der Indexzertifikate richtig Rendite gekostet: Rechnet man gemäß den Indexparametern genau nach, fehlen immerhin fast 1700 Indexpunkte oder 7,2 Prozent.
Wie das? Die Porsche AG erfüllt damals und noch heute (auch im MDax!) eine wesentliche Regelvoraussetzung nicht, sodass eigentlich die Rheinmetall AG als nächststärkster Wert damals in den Dax 40 gehört hätte. Die Regel, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses unabhängig sein muss, wurde nach dem Wirecard-Skandal vom Indexbetreiber Stoxx eingeführt.
Diese für effiziente Corporate Governance des Aufsichtsrats unerlässliche Position ist bei Porsche aber seit langem durch Christian Dahlheim, den CEO einer großen Konzerngesellschaft des 75-prozentigen Porsche-Großaktionärs Volkswagen, und damit sicher nicht unabhängig besetzt.
Auf die Frage nach der Begründung der Nichterfüllung der Regel sagt Stoxx, dass die von Porsche abgegebene Entsprechenserklärung des deutschen Governance-Kodex Christian Dahlheim nicht als ‚nicht unabhängig‘ ausweise und man daher keinen Ausschlussgrund erkennen könne. Dass der große Stimmrechtsberater ISS als Konzernschwester der Deutschen Börse Dahlheim eindeutig als ‚nicht unabhängig‘ einordnet, wird wohl als nicht verpflichtend angesehen.
Konsequenz: Auch beim Investieren per ETF ist genaues Hinschauen unerlässlich, um an den wirklich best-performenden deutschen Unternehmen mit einem richtig guten Ergebnis beteiligt zu sein.
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