WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Ranking Die besten Depots für nachhaltige Fondssparpläne

Nachhaltigkeit ist ein Megathema, auch in der Geldanlage. Die WiWo kürt die besten Depots für nachhaltige Fondssparpläne. Quelle: imago images

Nachhaltigkeit ist ein Megathema, auch in der Geldanlage. Es gibt immer mehr nachhaltige Fonds und das Interesse der Anleger steigt – auch an Sparplänen. Hier die besten Depots für nachhaltige Fondssparpläne.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Die Coronakrise hat viele Menschen, aber vor allem die junge Generation, bei der Geldanlage umdenken lassen. Immerhin 42 Prozent der 18- bis 34-Jährigen wollen ihr Geld nachhaltiger anlegen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der über 55-Jährigen ist es lediglich ein Viertel. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Fidelity International. Über alle Altersgruppen hinweg plant jeder dritte Deutsche, ökologische Aspekte in seinem Spar- und Anlageverhalten stärker zu berücksichtigen.

„Der Wachstumstrend nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland ist weiter ungebrochen“, sagt auch Volker Weber, Vorstand des FNG Forum Nachhaltige Geldanlage. Nachhaltige Geldanlagen hätten mit nunmehr 335,3 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Vor allem die Investmentfonds legten gegenüber dem Vorjahr um 69 Prozent zu, damit erhöhte sich der Anteil nachhaltiger Fonds am Gesamtmarkt auf 6,4 Prozent“, so Weber.

Damit ist Deutschland allerdings noch nicht in der Spitzengruppe nachhaltiger Finanzplätze angekommen. Der Anteil liegt beispielsweise in Österreich bereits bei knapp 20 Prozent und in der Schweiz bei beachtlichen 50 Prozent. „Bei den Nettomittelzuflüssen sind nachhaltige Fonds aber Spitze, fast jeder zweite Euro fließt in nachhaltige Fonds“, sagt der FNG-Vorstand. Vor allem private Investoren seien im vergangenen Jahr die Treiber am Nachhaltigkeitsmarkt gewesen. „Wir verzeichnen hier eine Steigerung von Geldanlagen in nachhaltige Fonds durch die privaten Anleger um 117 Prozent auf nunmehr 18 Prozent Anteil am Gesamtmarkt“, so Weber. Die stark steigende Nachfrage nach ESG-Produkten bestätigen auch Banken und Onlinebroker. „Allein im Jahr 2020 erhöhte sich das darin investierte Volumen um 74 Prozent auf über eine halbe Milliarde Euro“, sagt beispielsweise Targobank-Sprecher Axel Bäumer. ´

Anleger achten auch bei Sparplänen auf Nachhaltigkeit

Auch bei Sparplänen achte Anleger immer öfter auf die ESG-Kriterien. Die drei Buchstaben ESG stehen für „Environment, Social, Governance“. Es geht um die Schonung natürlicher Ressourcen und die Begrenzung des Klimawandels („Environment“). Aber eben auch um Humankapital, Gesellschaft, nachhaltige Produkte, Menschenrechte, also soziale Aspekte („Social“). Hinzu kommen Wirtschaftsethik, das heißt Unternehmensführung, Transparenz, Vergütungsregeln („Governance“). „Der Anteil der nachhaltigen Fondssparplänen an den Fondssparplänen gesamt stieg in den letzten drei Jahren von neun auf 20 Prozent“, sagt Bäumer. Aktuell werden circa 4.800 nachhaltige Fondssparpläne bei der Targobank bespart.

Auf Rendite müssen Anleger dabei nicht verzichten. Im Gegenteil. „Viele Studien zeigen, dass nachhaltige Geldanlagen besser mit der Pandemie zurechtgekommen sind, als konventionelle“, sagt der FNG-Experte. Dies sei vor allem dem Analyseprozess zuzuschreiben, denn nur die besten, also nachhaltigsten Unternehmen kommen ins Anlageuniversum. „Somit kann man feststellen, dass nachhaltige Anlageuniversen qualitativ besser aufgestellt sind als konventionelle und damit auch mit Krisensituationen besser zurecht kommen“, ergänzt Weber. „Und von der Kostenseite gibt es keine Unterschiede zu herkömmlichen Finanzprodukten.“

Doch wo finden Anleger das beste Angebot für nachhaltige Fondssparpläne? Welcher Broker bietet die größte Auswahl bei möglichst geringen Order- und Depotgebühren? Die FMH-Finanzberatung hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die besten Depots für nachhaltige Fondssparpläne gekürt. Ausgewertet wurden insgesamt 17 Anbieter, fünf erhielten die Note „sehr gut“. Am besten schnitt Smartbroker, eine Beteiligung von Wallstreet Online Capital, ab: keine Depotgebühren, keine Kaufgebühren für die Ausführung, Sparraten ab 25 Euro und alle 55 ESG-Fonds können kostenlos bespart werden. Außerdem bietet Smartbroker eine Dynamisierung der Sparrate und einen Auszahlplan an. Für die Auswertung war nur das Angebot aktiv gemanagter Fonds relevant. ETFs wurden nicht berücksichtigt, da diese ein andere Gebührenstruktur haben.

Breites Angebot an sparplanfähigen ESG-Fonds

Auf den Plätzen folgen Flatex Degiro, die Targobank, CapTrader und FX Flat. Flatex und die Targobank berechnen ebenfalls keine Depotgebühren, die Mindestsparrate liegt bei 25 Euro. Die Auswahl der sparplanfäigen ESG-Fonds ist bei der Targobank mit 342 zwar größer als bei Flatex mit 259. Aber bei Flatex können alle kostenlos bespart werden, bei der Targobank nur 14, allerdings gibt es einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.

CapTrader und FX Flat berechnen ein Depotentgelt von 20 Euro pro Jahr, die Mindest-Sparplanrate ist mit zehn Euro niedriger. Die Zahl der sparplanfähigen Fonds liegt bei beiden Anbietern bei stolzen 2304. Kostenlose Fonds gibt es keine, wohl aber einen 75-prozentigen Rabatt auf den Ausgabeausschlag. Bei allen mit „sehr gut“ ausgezeichneten Anbietern ist ein Auszahlplan möglich.



Die Anbieter haben das Thema erkannt und bieten immer mehr Fonds an. Auch der Service wird entsprechend ausgerichtet. „Einzelne Broker entwickeln gerade kundenfreundlichere Auswahlplattformen, mithilfe derer der Kunde nach Nachhaltigkeitskriterien sortieren kann“, sagt Beate Balke, Expertin der FMH Finanzberatung. „Es wird also noch spannend, wie die Broker das für den Kunden aufarbeiten.“ Flatex ist schon weiter. Man habe sich mit der Einführung der „flatex-next-App“ im November 2020 dazu entschieden, nachhaltige Investmentmöglichkeiten in der App übersichtlich herauszustellen und die gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen mit der eigens erstellen Rubrik „flatex green“ zu bedienen, heißt es auf WiWo-Anfrage.

Dass die Nachfrage seit Jahren steigt, bestätigt auch Thomas Soltau, Co-CEO von Wallstreet Online Capital, allerdings sei die Entscheidung der Kunden nicht allein vom Merkmal der Nachhaltigkeit abhängig. „Der Faktor Nachhaltigkeit ist eher ein weiterer Punkt, den sich die Kunden vor der Investitionsentscheidung anschauen, jedoch kein Ausschlusskriterium“, sagt er. „Mit anderen Worten: Die Kunden kaufen die Produkte auch dann, wenn sie nicht grün sind, aber andere Faktoren für das Investment sprechen.“



Im Gegenzug dazu seien nachhaltige Produkte gern gesehen und verstärken die Kaufentscheidung. Was sich hingegen sehr deutlich abzeichnet, ist das gestiegene Investitionsvolumen in nachhaltige Produkte. Soltau warnt allerdings davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. „Denn das Volumen ist nicht nur aufgrund der gestiegenen Nachfrage angezogen“, sagt er. „Der deutliche Anstieg hängt vor allem damit zusammen, dass Bestandsprodukte, die bereits hohe Summen verwalten, als nachhaltige Produkte umklassifiziert wurden.“ Die Depots und viele Fondssparpläne werden also quasi automatisch nachhaltiger, auch ohne dass Anleger sich ganz bewusst dafür entscheiden. Alle, die es aber bewusst tun wollen, haben bei den meisten Banken und Brokern eine große Auswahl.

Mehr zum Thema: Fondsmanager und Banker, getrieben von der Finanzaufsicht, verstehen Nachhaltigkeit zunehmend als Handlungsauftrag: Sie setzen Unternehmen unter Druck. Kapital soll etwas bewirken und Rendite bringen. Mit ausgewählten Fonds können Anleger an dem Trend verdienen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%