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Stelter strategisch

Cash is King, Gewinne eine Illusion

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Deflationär oder (hyper)inflationär?

Berechnungen der Credit Suisse zeigen, dass die US-Unternehmen im historischen Durchschnitt immerhin 60 Prozent des Cash-Flows für Investitionen und Firmenübernahmen verwendet haben. Dieser Wert ist auf heute 53 Prozent gesunken, wobei der Anteil der Akquisitionen relativ gestiegen ist. Immer weniger wird in die Zukunft investiert, immer mehr auf die Optimierung des Ist-Zustandes und die Konsolidierung von Märkten gesetzt. Letzteres dürfte in der Tat die nachhaltige Ertragskraft stärken, erhöht aber die Gefahr, technologische Entwicklungen und andere Umbrüche zu verschlafen, deutlich.

Parallel dazu stieg die Ausschüttung an die Aktionäre von 26 auf nunmehr 36 Prozent des Cash Flows, überproportional zu Gunsten der Aktienrückkäufe. Eigentlich sollten Aktionäre dagegen protestieren. Firmen, die Aktien zurückkaufen, zahlen nicht nur einen (zu) hohen Preis, sondern sie geben Aktionären Geld, welches sie nur sehr schwer wieder gut anlegen können. Dividenden sind da die deutlich bessere Option. Übrigens zeigen Studien, dass der Aktienmarkt auf die Ankündigung einer Dividendenerhöhung nachhaltiger reagiert als auf einen Rückkauf. Nicht zu unrecht.

So legen die wirklich Vermögenden an

Interessant ist der Vergleich zwischen Unternehmen, die einen überwiegenden Teil ihres Gewinns reinvestieren und jenen, die überwiegend Dividenden ausschütten. Die Credit Suisse hat ermittelt, dass über die nächsten fünf Jahre erstere mit 19 Prozent pro Jahr deutlich schneller wachsen als die letzteren mit nur fünf Prozent. Natürlich ist das in gewisser Hinsicht tautologisch. Denn nur wer investiert, wächst und nur wer Wachstumschancen sieht, investiert.

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Wenn nun aber die Firmen an der Wall Street immer mehr ausschütten und immer weniger investieren, ist die Nachricht doch klar. Das Management glaubt nicht an die Zukunft. Es stellt sich die Frage: weshalb sollten wir es tun?

Womit wir bei der eigentlichen Ursache des seltsamen Treibens wären. Weil eine Krise, ausgelöst durch Überschuldung, Über- und vor allem Fehlinvestition, nicht bereinigt wird, halten die Notenbanken die Zinsen unnatürlich tief. Das wiederum verschleppt die Bereinigung weiter, macht – wegen der Signalfunktion des Zinses und den bestehenden Kapazitäten – Investitionsprojekte unattraktiv und verhindert die schöpferische Zerstörung. Immer mehr werden die Unternehmen in die Verschuldung getrieben, um wenigstens durch financial engineering die ausgewiesenen Gewinne nach oben zu bekommen.

Immer mehr entfernen wir uns damit von der Realwirtschaft und immer mehr dominieren die Fiktionen der Kapitalmärkte. Bis, ja, bis den Notenbanken die Luft ausgeht. Und den Kapitalmärkten gleich mit. Deflationär oder (hyper)inflationär? Ich weiß es nicht. Aber ich bereite mich auf beides vor.

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