Einnahmen der Großaktionäre: So geben Deutschlands Dividendenkönige ihre Millionen aus
Platz 1: Familie Schaeffler
Unternehmen/Branche: Continental, Schaeffler (Autozulieferer)
Einnahmen (in Mio. €)*: 549
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Im Bild Maria-Elisabeth Schaeffler-Thurmann.
Quelle: Unternehmen, Bundesanzeiger, BaFin, Bloomberg, Creditreform, DSW, Hoppenstedt, eigene Berechnungen
Foto: dpaPlatz 2: Stefan Quandt
Unternehmen/Branche: BMW (Auto), Gemalto (IT), Heel (Pharma)
Einnahmen (in Mio. €): 449
Foto: REUTERSPlatz 3: Klaus-Michael Kühne
Unternehmen/Branche: Kühne + Nagel, Hapag Lloyd (Logistik)
Einnahmen (in Mio. €): 429
Foto: APPlatz 4: Susanne Klatten
Unternehmen/Branche: u.a. BMW (Auto), Altana (Chemie)
Einnahmen (in Mio. €): 420
Foto: dpaPlatz 5: Familie Reimann
Branche/Unternehmen: u.a. Reckitt Benckiser (Konsum), Coty (Kosmetik), Jimmy Choo (Schuhe)
Einnahmen (in Mio. €): 350
Foto: REUTERSPlatz 6: Familien Piëch/Porsche
Unternehmen/Branche: VW (Auto)
Einnahmen (in Mio. €): 340
Foto: dapdPlatz 7: Familie Merck
Unternehmen/Branche: Merck Darmstadt (Pharma)
Einnahmen (in Mio. €): 305
Foto: dpaPlatz 8: Die Brüder Samwer
Unternehmen/Branche: Rocket Internet (Onlinehandel)
Einnahmen (in Mio. €): 287
Auf dem Bild zu sehen ist Oliver Samwer, einer der drei Brüder.
Foto: dpaPlatz 9: Heinz H. Thiele
Unternehmen/Branche: Vossloh (Verkehr), Knorr-Bremse (Autozulieferer)
Einnahmen (in Mio. €): 239
Foto: dpa/dpawebPlatz 10: Familie Henkel
Unternehmen/Branche: Henkel (Konsum)
Einnahmen (in Mio. €): 204
Auf dem Foto ist Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah, die Urenkelin des Firmengründers Fritz Henkel, zu sehen.
Foto: dpaPlatz 11: Friedhelm Loh
Unternehmen/Branche: Friedhelm Loh Group (Schaltanlagen), Kuka (Roboter), Kloco (Stahlhandel)
Einnahmen (in Mio. €): 200
Foto: dpaPlatz 12: Boehringer/v. Baumbach
Unternehmen/Branche: Boehringer Ingelheim (Pharma)
Einnahmen (in Mio. €): 189
Auf dem Foto ist Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses von Boehringer Ingelheim zu sehen.
Foto: dpaPlatz 13: Familie Otto
Unternehmen/Branche: Otto-Konzern, Dt. Euroshop (Handel), ECE Immobilien
Einnahmen (in Mio. €): 182
Foto: PressePlatz 14: Familie Siemens
Unternehmen/Branche: Siemens (Technologie)
Einnahmen (in Mio. €): 174
Auf dem Foto ist Nathalie von Siemens zu sehen, die Vorstandssprecherin der Siemens-Stiftung.
Foto: PressePlatz 15: Aloys Wobben
Unternehmen/Branche: Enercon (Windanlagen)
Einnahmen (in Mio. €): 150
Foto: REUTERSPlätze 16-20
Platz 16: Familie Freudenberg Unternehmen/Branche: Freudenberg (Technologie) Einnahmen (in Mio. €)*: 125 |
Platz 17: Hasso Plattner (im Bild) Unternehmen/Branche: SAP (Software) Einnahmen (in Mio. €)*: 115 |
Platz 18: Familie von Finck Unternehmen/Branche: u.a. SGS (Dienstleistungen), Mövenpick (Gastronomie), Custodia (Beteiligungen) Einnahmen (in Mio. €)*: 110 |
Platz 19: Familie Springer Unternehmen/Branche: Springer (Medien) Einnahmen (in Mio. €)*: 102 |
Platz 20: Erben Tschira Unternehmen/Branche: SAP (Software) Einnahmen (in Mio. €)*: 101 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: REUTERSPlätze 21-25
Platz 21: Familie Stotmeister Unternehmen/Branche: Sto (Bau) Einnahmen (in Mio. €)*: 99 |
Platz 22: Familie Fielmann Unternehmen/Branche: Fielmann (Brillen) Einnahmen (in Mio. €)*: 95 |
Platz 23: Würth (im Bild: Reinhold Würth) Unternehmen/Branche: Würth (Montagetechnik) Einnahmen (in Mio. €)*: 86 |
Platz 24: Dietmar Hopp Unternehmen/Branche: SAP (Software) Einnahmen (in Mio. €)*: 72 |
Platz 25: Familie Weisser Unternehmen/Branche: Marquard & Bahls (Mineralöl) Einnahmen (in Mio. €)*: 63 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: dpaPlätze 26-30
Platz 26: Familie Hueck Unternehmen/Branche: Hella (Autozulieferer) Einnahmen (in Mio. €)*: 62 |
Platz 27: Familie Leibinger (im Bild: Nicola Leibinger-Kammüller) Unternehmen/Branche: Trumpf (Maschinenbau) Einnahmen (in Mio. €)*: 62 |
Platz 28: Ludwig Merckle Unternehmen/Branche: u. a. Heidelcement (Bau), Kässbohrer (Fahrzeuge), Phoenix (Pharmahandel) Einnahmen (in Mio. €)*: 62 |
Platz 29: Siegfried Meister Unternehmen/Branche: Rational (Großküchenbau) Einnahmen (in Mio. €)*: 55 |
Platz 30: Familie Wacker Unternehmen/Branche: Wacker Chemie (Chemie) Einnahmen (in Mio. €)*: 53 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: dpaPlätze 31-35
Platz 31: Ralph Dommermuth Unternehmen/Branche: United Internet (Telekom, Internet) Einnahmen (in Mio. €)*: 49 |
Platz 32: Familie Roßmann (im Bild: Dirk Roßmann) Unternehmen/Branche: Rossmann (Drogeriemärkte) Einnahmen (in Mio. €)*: 49 |
Platz 33: Familie W. und M. Herz Unternehmen/Branche: u. a. Beiersdorf, Tchibo (Konsum) Einnahmen (in Mio. €)*: 48 |
Platz 34: Familie Schmidt-Ruthenbeck Unternehmen/Branche: Metro (Handel) Einnahmen (in Mio. €)*: 46 |
Platz 35: Familie Freier Unternehmen/Branche: s. Oliver (Handel) Einnahmen (in Mio. €)*: 46 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: dpaPlätze 36-40
Platz 36: Familie Haniel Unternehmen/Branche: Metro (Handel) Einnahmen (in Mio. €)*: 40 |
Platz 37: Familie Jacobs Unternehmen/Branche: u. a. Barry Callebaut (Konsum) Einnahmen (in Mio. €)*: 39 |
Platz 38: Liz Mohn (im Bild) Unternehmen/Branche: Bertelsmann (Medien) Einnahmen (in Mio. €)*: 34 |
Platz 39: Familie Heraeus Unternehmen/Branche: Heraeus (Metalle, Technologie) Einnahmen (in Mio. €)*: 34 |
Platz 40: Georg Nemetscheck Unternehmen/Branche: Nemetscheck (Software) Einnahmen (in Mio. €)*: 33 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: dpaPlätze 41-45
Platz 41: Familie Braun (im Bild: Ludwig Georg Braun) Unternehmen/Branche: B. Braun Melsungen (Medizintechnik) Einnahmen (in Mio. €)*: 32 |
Platz 42: Lutz Helmig Unternehmen/Branche: Aton (Beteiligungen) Einnahmen (in Mio. €)*: 30 |
Platz 43: Dieter Schnabel Unternehmen/Branche: Helm (Chemie) Einnahmen (in Mio. €)*: 30 |
Platz 44: Familie Fuchs Unternehmen/Branche: Fuchs Petrolub (Chemie) Einnahmen (in Mio. €)*: 28 |
Platz 45: Familie Günther Herz Unternehmen/Branche: u. a. DNV (Schiffsklassifizierung), Vapiano (Gastronomie) Einnahmen (in Mio. €)*: 24 |
* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.
Foto: dpaPlätze 46-49
Platz 46: Familie Sixt (im Bild: Erich Sixt) Unternehmen/Branche: Sixt (Autovermietung) Einnahmen (in Mio. €)*: 22 |
Platz 47: Familie Dürr Unternehmen/Branche: Dürr, Homag (Maschinenbau) Einnahmen (in Mio. €)*: 21 |
Platz 48: Familie Kroneseder Unternehmen/Branche: Krones (Maschinenbau) Einnahmen (in Mio. €)*: 20 |
Platz 49: Klaus-Peter Schulenberg Unternehmen/Branche: CtS Eventim (Konzerte) Einnahmen (in Mio. €)*: 19 |
Foto: dpa
Es ist nicht lange her, da mussten die fränkische Industriedynastin Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg jeden Euro einzeln umdrehen. Man hatte 2008 versucht, den ungleich größeren Autozulieferer Continental zu übernehmen, kamen wegen der Finanzkrise an die Grenze ihrer finanziellen Kräfte. Es folgte ein Beinahe-Zusammenbruch des Unternehmens, die Matriarchin selbst stand am Ende der wenig würdigen Unternehmung gerührt vor der Belegschaft. Wie sich die Zeiten geändert haben: Im abgelaufenen Geschäftsjahr liefen die Geschäfte so gut, dass Mutter und Sohn mehr einstrichen als jeder andere Unternehmerclan in Deutschland. 549 Millionen Dividende gönnten sie sich aus ihren Anteilen an Continental und Schaeffler, 240 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Geld, das hochwillkommen ist. Schließlich drücken das Duo noch immer gut sechs Milliarden Euro Schulden aus jenen unschönen vergangenen Zeiten.
Platz 9: Larry Page mit 44,6 Milliarden Dollar
Gemeinsam mit Brin gründete Larry Page den Suchmaschinen-Riesen Google im Jahr 1998. Mit seinem Vermögen von 44,6 Milliarden Dollar landet er damit nur kurz vor seinem ehemaligen Studienkollegen auf Platz neun. Heute ist der Informatiker Vorstandschef der Google-Muttergesellschaft Alphabet.
Foto: dpa9. Jim Walton mit 33,7 Milliarden
Der jüngste Sohn des Walmart-Gründers Sam Walton ist regelmäßig weit vorne in den Rankings. Jim Walton (links) ist auch CEO von Arvest, der größten Bank von Arkansas.
Foto: REUTERSPlatz 8. Michael Bloomberg mit 46,8 Milliarden
Der frühere Bürgermeister von New York verdient seine Brötchen mit dem Medienkonzern Bloomberg L.P.
Foto: APPlatz 4: Mark Zuckerberg mit 71 Milliarden Dollar
Der Facebook-Gründer konnte im "Forbes"-Ranking am meisten zulegen: Vor zwei Jahren betrug Zuckerbergs Vermögen noch 56 Milliarden US-Dollar. Mit 19 Jahren gründete Zuckerberg als Student den heutigen Internetriesen und war somit zweitweise auch der jüngste Selfmade-Milliardär der Welt. Mark Zuckerberg und seine Frau, Priscilla Chan wollen 99 Prozent ihrer Anteile an dem Unternehmen wohltätigen Zwecken zur Verfügung stellen. Anlass war die Geburt ihrer Tochter.
Foto: dpaPlatz 6: David Koch mit 48,5 Milliarden Dollar
Mit seinem Bruder Charles teilt er sich den sechsten Platz im "Forbes"-Ranking. Die "Koch Brothers" sind Eigentümer von Koch Industries; einem Konzern im Bereich Chemie, der auch bei Pipelines und Ölraffinerien aktiv ist.
Foto: APPlatz 6: Charles Koch mit 48,5 Milliarden Dollar
Charles Koch steuert Koch Industries als Präsident, während sein Bruder David der Leiter der Chemie-Sparte ist. Koch Industries ist das zweitgrößte US-Unternehmen in Privatbesitz. Politisch finanzieren die "Koch Brothers" konservative und libertäre Bewegungen.
Foto: AP4. Jeff Bezos mit 47 Milliarden
Bezos gründete Amazon im Jahr 1994. Heute ist er Eigentümer und Präsident des Verkaufsriesen. Der Amazon-Chef besitzt die Washington Post und das Raumfahrtunternehmen Blue Origin.
Foto: REUTERS3. Larry Ellison mit 47,5 Milliarden
Ellison gründete den Soft- und Hardwarehersteller Oracle, den Hauptwettbewerber von SAP. Er gründete Oracle 1977 mit 2000 Euro Stammkapital.
Foto: dpaPlatz 3: Warren Buffett mit 62 Milliarden Dollar
Die Investmentlegende Warren Buffett steckt sein Vermögen fast ausschließlich in sein Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway. Die Aktie seines Unternehmens ist die teuerste an der Börse zu kaufende Aktie der Welt.
Foto: REUTERS1. Platz: Bill Gates mit 89 Milliarden Dollar
1975 gründete Gates mit Paul Allen den Computerriesen Microsoft. Mittlerweile konzentriert sich Gates auf seine Stiftung, die Bill & Melinda Gates Foundation, an die er 28 Milliarden gespendet hat. 2014 trat er als Präsident von Microsoft zurück. Mit einem Vermögen von fast 90 Milliarden US-Dollar gilt er als reichster Mensch der Welt.
Foto: REUTERSAndere aus Deutschlands Unternehmergeldadel können ihre Verdienste aus dem vergangenen Jahr dagegen fröhlicher verplanen – und das auch noch sehr großzügig. Denn, der deutschen Superkonjunktur sei Dank, die Ausschüttungen kletterten in Deutschland auf Rekordhoch. Laut der aktuellen Dividendenstudie des Anlegerschutzbundes DSW erreichten die Zuwendungen der 616 wichtigsten in Deutschland börsennotierten Unternehmen die Rekordsumme von 41,7 Milliarden Euro, ein Plus von gut 13 Prozent. Die Top 50 unter Deutschlands Dividendenkönigen schafften gar ein Plus von 20 Prozent, wie die sechste Dividendenhitliste der WirtschaftsWoche zeigt.
Hinter den Schaefflers landete eine weitere PS-Familie: die Quandts mit ihren Aktien des Autobauers BMW. Stefan Quandt und seine Schwester Susanne Klatten dürften jeweils deutlich mehr als 400 Millionen Euro kassiert haben. Beide verbuchten neben der bajuwarischen Bescherung auch Ausschüttungen weniger prominenter Beteiligungen vom Chemiekonzern Altana bis zum Bioarzneihersteller Heel. Doch am Ende blieb der Vorjahresdritte, Containerkönig Klaus-Michael Kühne, auf dem Treppchen, weil er mit 430 Millionen Euro vom Logistikkonzern Kühne + Nagel ein Ausschüttungs-Allzeithoch genoss.
Und was machen Deutschlands Superverdiener mit dem Geld? Sie verwenden es, das sei vorweg genommen, typisch deutsch.
Platz 15: Dietmar Hopp
Das Magazin Bilanz hat in der aktuellen Ausgabe die 55 reichsten Deutschen ermittelt. Der SAP-Gründer und Mäzen des Bundesligisten 1899 Hoffenheim, Dietmar Hopp, besitzt ein Vermögen von 7,1 Milliarden Euro.
Foto: dpaPlatz 14: Richard Oetker
Richard Oetker ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Dr. Oetker Nahrungsmittel GmbH. Sein Vermögen: 7,8 Milliarden Euro. Das traditionsreiche Familienunternehmen in Bielefeld ist ein großer „Gemischtwarenladen“ mit etwa 400 einzelnen Unternehmen und rund 24.000 Mitarbeitern weltweit.
Foto: dpaPlatz 13: Peter Thiel
Der Investor Peter Thiel hat sein Vermögen mit Kapitalanlagen gemacht, unter anderem bei Founders Fund. Außerdem ist er Mitgründer des Online-Bezahldienstes Paypal. Sein Vermögen wird auf acht Milliarden Euro geschätzt.
Foto: REUTERSPlatz 11: Klaus-Michael Kühne
Klaus-Michael Kühne ist der Enkel des Firmenmitbegründers und Mehrheitsaktionär von Kühne + Nagel. Im Januar feierte die Spedition ihr 125-jährigen Bestehen. Außerdem ist er noch an der Reederei Hapag Lloyd beteiligt. Sein Vermögen: acht Milliarden Euro.
Foto: dpaPlatz 10: Familie Thiele
Der Familie Thiele gehört der Auto- und Bahnzulieferer Knorr-Bremse. Das Vermögen der Familie beträgt 8,1 Millionen Euro.
Foto: dpaPlatz 9: Hasso Plattner
Hasso Plattner ist Mitgründer des Software-Riesen SAP. Sein Vermögen beträgt 8,2 Milliarden Euro.
Foto: REUTERSPlatz 8: Reinhold Würth
Reinhold Würth ist Gründer des Werkzeughandel-Unternehmens Würth. Sein Vermögen wird auf 9,5 Milliarden Euro geschätzt.
Foto: dpaPlatz 7: Stefan Quandt
Stefan Quandt ist Großaktionär beim Autobauer BMW. Sein Vermögen beträgt 15,5 Milliarden Euro. Im Bild ist er noch mit seiner Mutter Johanna Quandt zu sehen, die Anfang August verstorben ist.
Foto: dpaPlatz 6: Theo Albrecht
Die Familie des Aldi-Nord-Gründers Theo Albrecht (verstorben im Jahr 2010) besitzt ein Vermögen von 16 Milliarden Euro.
Foto: dpaPlatz 5: Susanne Klatten
Unternehmerin Susanne Klatten (u.a. BMW) kommt auf ein Vermögen von 17,2 Milliarden Euro.
Foto: APPlatz 4: Karl Albrecht
Die Familie des 2014 in Essen verstorbenen Aldi-Süd-Gründers Karl Albrecht besitzt ein Vermögen von 19 Milliarden Euro.
Foto: dpaPlatz 3: Dieter Schwarz
Lidl-Gründer Dieter Schwarz hat sein Geld mit der Schwarz-Gruppe neben dem Einzelhandel auch in Immobilien angelegt. Sein Vermögen beträgt 20 Milliarden Euro.
Foto: dpaPlatz 2: Familie Reimann
Den Reimanns gehört der Haushaltsproduktehersteller Reckitt Benckiser und das Kosmetik-Unternehmen Coty. Ihr Vermögen beträgt dadurch heute 23 Milliarden Euro.
Foto: ScreenshotPlatz 1: Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg Schaeffler
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg Schaeffler kommen auf ein Vermögen von 25 Milliarden Euro. Ihr Geld machen die beiden mit dem Maschinenhersteller Schaeffler und dem Reifenimperium Continental.
Foto: dpaAlexander Otto, Nachkomme des gleichnamigen Hamburger Versandhausadels, etwa gab mal Einblick in seine sehr überschaubare Anspruchshaltung. Um ihn zum glücklichsten Menschen der Welt zu machen, genüge bisweilen schon eine Portion Spinat mit Fischstäbchen, verzehrt im Kreis der Lieben, plauderte Otto. Einzig der Ökoaufschlag („Wir lieben Biokost“) geht ein wenig ins Geld. Ansonsten aber, sagt Otto: „Wir haben keinen extravaganten Lebensstil, keine Flugzeuge und Boote.“
Trotz wachsender Einnahmen leistet sich fast keiner der Superaktionäre oder deutschen Weltmarktführer einen Lebensstil nach internationalen Jetset-Standards wie Larry Ellison, Hauptaktionär des Softwarekonzerns Oracle, mit Superyachten oder Luxusimmobilien inklusive der Insel Lanai im US-Staat Hawaii oder der saudische Investor Alwaleed Al Saud, den in seinem Haus in Riad ein eigener Zoo erfreut.
Am ehesten dem Image eines klassischen Milliardärs mit teuren Hobbys entsprechen da hierzulande noch die SAP-Gründer Dietmar Hopp und Hasso Plattner sowie Logistiker Kühne (Rang 24, 17 und 4 der Dividendenliste). Den größten Batzen mit geschätzten 350 Millionen Euro steckte Hopp in den Fußballclub 1899 Hoffenheim. Mit den je nach Rechnung bis zu sieben SAP-Jahresdividenden gab der 75-Jährige die Vorlage für einen Aufstieg aus den Tiefen der badischen Amateurklassen in die Bundesliga. Gründerkollege Plattner finanziert ähnlich großzügig das erfolgreiche kalifornische Eishockeyteam San Jose Sharks und vor allem seine Segelabenteuer.
„Bei Geldausgaben ohne Wertschöpfung tue ich mich schwer“, fasst zwar Speditionskönig Kühne sein Credo zusammen – was ihn aber dann nicht davon abhält, den sportlich lange Zeit eher fragwürdigen Fußballbundesligisten Hamburger SV zu finanzieren. 7,5 Prozent der Anteile erwarb Kühne, schob dem Vernehmen nach einen spürbar zweistelligen Millionenbetrag hinterher und erwarb in diesem Jahr noch für 16 Millionen die nun wieder nostalgisch Volksparkstadion genannte Spielstätte. „Der HSV ist meine Jugendliebe. Da erwarte ich nicht, dass ich damit irgendwann mal Geld verdiene“, sagt er.
Fast ebenso kostspielig sind bei Kühne und Plattner die Ausflüge in die Hotellerie. Letzterer besitzt Top-Golfresorts in Südafrika und Kalifornien. Kühne will nach einem Hotel auf Mallorca nun für 120 Millionen Euro das Suitenhotel The Fontenay an der Hamburger Außenalster bauen. „Wir wollen zu den edelsten und besten Hotels in Deutschland gehören“, schwärmt Kühne abseits hanseatischer Zurückhaltung von seinem Projekt. „Gastronomie, Service, die Suiten – alles muss perfekt sein.“
Calgon
Ludwig Reimann gründete im 19. Jahrhundert zusammen mit Johann Adam Benckiser eine Chemiefabrik, die unter dem Namen Reckitt Benckiser zu einem der weltweit führenden Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln geworden ist. Albert Reimann erfand unter anderem den Wasserenthärter Calgon.
Foto: dapdReckitt Benckiser
Der britische Reinigungsmittelhersteller ist der wachstumsstärkste und profitabelste Konzern der Branche und die weltweite Nummer eins im Geschäft mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Die Familie Reimann ist wesentlich an Reckitt beteiligt. Kaum ein Industriellenclan ist verschwiegener. Kaum einer scheffelt derzeit mehr Geld mit seinem Reich, auch wenn man laut eigener Aussage die Hälfte der Dividenden spendet.
Foto: PresseClerasil
Zu den bekanntesten Marken von Reckitt Benckiser gehört Clearasil, eine Hautpflegeserie gegen Pickel und Akne. Die Marke ist seit 2006 Teil des Reckitt Benckiser-Portfolios durch die Akquisition von Boots Healthcare.
Foto: PresseKaffee-Imperium
Auch im Kaffeegeschäft mischt die Familien Reimann mit. Erst im Dezember 2012 kaufte die Familie Caribou Coffee für 340 Millionen Dollar, zuvor Peet’s Coffee & Tea für eine Milliarde Dollar. 2013 übernahm ein Konsortium unter Führung der Familienholding JAB den niederländischen Kaffee- und Teehersteller DE Master Blenders („Jacobs“, „Senseo“).
Foto: dpaKeurig Grenn Mountain
Im Dezember 2015 gelingt den Reimanns der große Coup: Für 14 Milliarden Dollar übernimmt ihre Holding JAB den Kaffeekapsel-Produzenten Keurig und wird damit zu einem Rivalen von Platzhirsch Nespresso.
Foto: REUTERSCoty
Coty war von 1963 bis 1992 ein Tochterunternehmen des Pharmakonzerns Pfizer. 1992 übernahm dann die Joh. A. Benckiser GmbH den Parfumhersteller - somit gehört Coty mehrheitlich der Familie Reimann. Durch eine Übernahme der Duftsparte von Unilever stieg das Unternehmen der Mannheimer Reimanns zum weltweit größten Parfumhersteller auf. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Celebrity-Parfums und Designerdüfte wie Calvin Klein, Joop, Rimmel, Adidas und Davidoff.
JAB Luxury
Die Reimann gehörende österreichische Holding Labelux konzentriert sich auf Luxusmarken. Seit 2007 kauft die Holding einen Luxusgüterkonzern zusammen. Der Schweizer Lederwarenhersteller Bally gehört neben der Schmuckmanufaktur Solange und dem italienischen Lederwarenhersteller Zagliani bereits dazu. Im Juli 2008 wurde die US-amerikanische Modemarke Derek Lam übernommen, im Mai 2011 der US-Schuhhersteller Jimmy Choo - für rund 575 Millionen Euro.
Foto: Screenshot
Krispy Kreme
Für den jüngsten Ausbau des Firmenimperiums der Reimanns investierte die Milliardärsfamilie im Mai 2016 rund 1,35 Milliarden Dollar (1,18 Milliarden Euro). Damit übernahm sie die US-Donutkette Krispy Kreme.
Foto: APKräftig unter ihren Verhältnissen lebt indes die extrem öffentlichkeitsscheue Milliardärsfamilie Reimann. Deren Imperium JAB Holding hat im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht zwar gut 2,8 Milliarden Euro Gewinn eingestrichen. Doch die vier Familienmitglieder und ihre zehn Kinder gönnen sich davon – abgesehen von einer deutlich neunstelligen Zuwendung im vergangenen Jahr – zusammen nur einen zweistelligen Millionenbetrag. „Und was sie rausholen, investieren sie weitgehend in ihre Stiftungen“, sagt ihr oberster Vermögensverwalter Peter Harf.
Auch das Gros der Mittelständler in der WirtschaftsWoche-Rangliste mehrt mit seinen Millionen vor allem das betriebliche Vermögen. Schraubenkönig Würth etwa schickte dem Vernehmen nach rund die Hälfte seiner geschätzten 86 Millionen Euro Ausschüttung zurück in die Firma. 2013 flossen von der 217-Millionen-Euro-Rekordauszahlung sogar mehr als 150 Millionen zurück zur Bilanzstärkung seines Imperiums im baden-württembergischen Künzelsau.
Die Familie Leibinger, Eigentümer des Werkzeugmaschinenbauers Trumpf aus dem schwäbischen Ditzingen, belässt laut Insidern sogar fast den kompletten Gewinn in der Firma. Was die Unternehmen am Ende ausschütten, soll vor allem den Eigentümern die Steuer auf die Kapitalerträge erstatten.
Das ist nicht komplett selbstlos. Denn die meisten Anteilseigner schicken ihre rentablen Retouren nicht einfach an die große Firmenkasse, sondern auf ein besonderes Gesellschafterkonto. Davon holt sich das Unternehmen dann bei Bedarf Geld für Investitionen und zahlt den Eigentümern auf den Betrag Zinsen von derzeit bis zu drei Prozent. Das hilft beiden Seiten. Die Firmen bekommen Kredite ohne lange Rückfragen und mindestens so günstig wie von der Bank. Den Eigentümern winken mit einem kalkulierbaren Risiko stabile Zinsen weit oberhalb einer Bundesanleihe.
Nicht immer ist der sparsamere Lebensstil ganz freiwillig. Weil sich bei der Düsseldorfer Haniel-Sippe rund 600 Mitglieder die eigentlich üppigen 40 Millionen teilen, bleiben für jeden im Schnitt wenig aufregende 66.666 Euro, immerhin nach Steuern.
Wer etwas auf sich hält, steckt einen Teil seiner Millionen in die schönen und guten Dinge des Lebens. Die ehemalige Kaffee- und heutige Kakaosippe Jacobs etwa finanziert mit den Dividenden aus dem Schokoimperium Barry Callebaut eine eigene Universität in der Heimatstadt Bremen. Die läuft zwar nicht richtig rund, sorgt aber für einen Ruf von Welt. Für kleinere Ansprüche tun es auch eigene Forschungsinstitute wie das von SAP-Miteigentümer Plattner an der Universität Potsdam oder dem nach ihm benannten Designzweig an der kalifornischen Stanford-Universität im Silicon Valley, für die Plattner immerhin 35 Millionen Dollar spendierte.
Wer seine Wohltätigkeit so diskret mag wie seine Einkommensübersicht, wählt eine Stiftung wie die Pharmasippe Boehringer, Sehhilfestar Günther Fielmann oder die Metro-Miteigner Schmidt-Ruthenbeck mit ihrer Mercator Stiftung zur Förderung von Toleranz und Wissensaustausch.
Dabei mussten mehrere Wohltäter erfahren, dass es – frei nach der Investorenlegende Warren Buffett – leichter ist, viel Geld zu verdienen, als es effektiv zu nutzen. So brauchte die Witwe des Tchibo-Erben Joachim Herz laut Presseberichten trotz anwaltlicher Beratung offenbar ein gutes Jahr, bis sie das erste Geld gemäß dem Stiftungszweck in die Förderung des deutschen Bildungswesens stecken konnte. Und Friedrich-Wilhelm Werner hätte sogar fast aufgegeben, die Millionenzuwendungen aus der seiner nach seiner Ehefrau benannten Modeschmuckkette Bijou Brigitte für Wohltaten nutzen zu wollen. Denn die von der Stiftungsaufsicht vorgeschriebenen sicheren Wertpapiere warfen nach der Finanzkrise so wenig ab, dass nach Abzug der Verwaltungskosten kaum etwas übrig blieb.
Wer sich das ersparen will, für den hat die Putzmitteldynastie Reimann eine blitzsaubere Lösung. „Wir nennen es nicht Wohltätigkeit, sondern Social Business, weil wir wie ein Unternehmen mit unseren Mitteln größtmöglichen Erfolg haben wollen“, sagt Christoph Glaser, Chef der Benckiser Stiftung Zukunft. Das Prinzip: So wie die Reimanns die Schlagkraft ihrer JAB Holding durch andere Investoren wie Warren Buffett vergrößern, koppelt die Benckiser Stiftung Familiengelder mit Mitteln der öffentlichen Hand und anderen Wohltätern und erhöht so die Schlagkraft ihrer Arbeit wie beim Mentorenprogramm „Balu und Du“, das benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu Berufsabschlüssen verhilft. Gleichzeitig berät Glasers Team andere Stiftungen. Erstes Aushängeschild ist die Manuel Neuer Kids Foundation des Torhüters von Fußballrekordmeister Bayern München, weil er, so vermutet Glaser, „auch mit seiner Stiftung in der Champions League spielen will“. Und das wollen sicher auch alle anderen deutschen Dividendenkönige.