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Wie das Gehalt genutzt werden sollte Der Geldanlage-Leitfaden für Berufseinsteiger

Welche Versicherungen brauche ich? Wie sorge ich ausreichend fürs Alter vor? Soll ich mein Geld auf Tages- oder Festgeldkonten parken? Derartige Fragen überfordern viele Berufsstarter am Anfang. Ein Leitfaden für Einsteiger.

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Wofür sich die Deutschen 2013 verschuldeten
Platz zehnDer Besuch beim Zahnarzt kann teuer werden, vor allem wenn ein Implantat nötig ist, das nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zählt, und keine private Zahnzusatzversicherung vorhanden ist. Laut einer Erhebung des Vergleichsportals Check24 beantragen Kunden für Zahnarztkosten im Schnitt Kredite von 5.767 Euro. Laut Finanztest (12/2008) schätzt die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit die Kosten für zwei bis vier Implantate auf 3.000 bis 7.500 Euro. Quelle: AP
Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares Quelle: dpa
Touristen am Strand Mari Ermi auf der Sinis-Halbinsel an der Westküste der Mittelmeer-Insel Sardinien Quelle: dpa
Platz siebenAuch für Motorräder nehmen die Deutschen Kredite auf. Im Schnitt zahlen sie dafür 5,09 Prozent Zinsen. Quelle: dpa
The four-seater 3200GT coupe Quelle: REUTERS
Bauarbeiter errichten am 16.05.2012 Eigenheime im neuen B-Plan-Gebiet "Mühlenscharm" in Schwerin. Quelle: dpa
Platz vierDer vierthäufigste Verwendungszweck für Kredite ist der Kauf von Einrichtung und Möbeln. Die durchschnittlich abgeschlossene Kreditsumme beträgt 7.916 Euro bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 6,34 Prozent. Im Gegensatz zu Elektronik oder Reisen handelt es sich hier zumeist um langlebige Güter, die sich für eine Kreditfinanzierung eignen. Quelle: dpa

Wer als Student jeden Euro zweimal umdrehen musste, fühlt sich mit dem ersten Gehalt auf dem Konto fast wie ein Millionär. Schickes Restaurant statt eintöniger Mensa, Altbauwohnung mit Stuck und Balkon statt WG-Zimmer und 4-Sterne-Clubhotel statt Hostel. Doch spätestens wenn nach ein paar Monaten alle kleinen und größeren Wünsche erfüllt sind, sollten sich Einsteiger Gedanken über die richtige Geldanlage machen. Immerhin können Uniabsolventen in Deutschland mit einem Einstiegsgehalt von durchschnittlich rund 40.000 Euro brutto rechnen. Das sind pro Monat etwa 2000 Euro netto, davon lässt sich so mancher zukünftiger Wunsch erfüllen – wenn das Geld richtig angelegt wird.

Dabei kommt es zunächst auf die richtige Reihenfolge an. Bevor in Boom-Aktien investiert oder gegen Währungen spekuliert werden kann, sollten Berufseinsteiger sich als erstes eine gewisse Reserve zurücklegen. Auf diese Weise reißt die kaputte Waschmaschine oder die Stromnachzahlung nicht sofort große Lücken in den Haushaltsplan. Dann wird auch das Girokonto nicht sofort überzogen, das strafen Banken in der Regel mit hohen Dispozinsen ab.

Als erstes Notfall-Liquidität ansparen

"So eine Notfall-Liquidität sollte erst mal angespart werden", sagt Michael Weißer, Marktbereichsleiter Privatkunden bei der Kreissparkasse Düsseldorf. Das Geld sollte auf Giro- oder Tagesgeldkonten geparkt werden, damit es auch kurzfristig jederzeit verfügbar ist. Das Tagesgeldkonto lockt gegenüber Girokonten mit meist höheren Zinsen. Für mittelfristige Anschaffungen wie Möbel oder das erste eigene Auto kann sich auch ein Blick auf Festgeldkonten lohnen. Allerdings bieten die in der aktuellen Niedrigzinsphase kaum mehr Zinsen als Tagesgeldangebote. „Der Trend geht eindeutig zum Tagesgeld, das ist flexibler und bietet ähnlich hohe Zinsen“, sagt Weißer. Jedes Tagesgeldkonto bietet eine unterschiedlich hohe Rendite. Im Internet gibt es zahlreiche Vergleichsportale, auf denen Einsteiger sich informieren können. Der WirtschaftsWoche-Tagesgeldrechner von der FMH-Finanzberatung erlaubt eine detaillierte Analyse.

Wieso die Deutschen beim Sparen scheitern
Ins Schwein geschaut: Der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) befragt jährlich deutsche Bürger ab 14 Jahren rund ums Thema Sparen, so auch im vergangenen Jahr. Das wichtigste der jetzt veröffentlichten Ergebnisse: Im Durchschnitt sehen Bundesbürger einen Sparbedarf von 234 Euro monatlich - aber mit 165 Euro legen sie einen deutlich geringeren Betrag auf die hohe Kante. Quelle: dpa
Die Sparlücke, also die Differenz beider Beträge, liegt im Durchschnitt bei 69 Euro. Die Hälfte der Bundesbürger spart damit weniger, als sie nach eigener Meinung sollte. Sind wir also alle Sparmuffel? Quelle: gms
Nein, lautet die Antwort. Wenn die Deutschen mehr sparen könnten, würden sie es tun. Allerdings schaffen es die Befragten höchstens, pro Monat 185 Euro zurückzulegen - und diesen Spielraum nutzen sie zu fast 90 Prozent aus. Quelle: dpa
Je älter der Bürger ist, desto besser schafft er es zu sparen: Die Generation 60 plus wird ihren Sparzielen zu über vier Fünfteln gerecht. Allerdings verringern sich im Rentenalter die monatlich angesparten Beiträge, weil die Sparer in der Regel kein Einkommen mehr haben. Quelle: gms
Bundesbürger unter 40 Jahren verfehlen hingegen ihre Sparziele deutlich. Zwischen 14 und 39 Jahren erreichen sie im Schnitt nur etwas mehr als die Hälfte davon. Jüngere haben schließlich meist auch niedrigere Einkommen, von denen sie nicht viel abzwacken können. Quelle: dpa
Wenig überraschend also: Besserverdiener kommen ihrem Sparziel näher. Bei Netto-Einkommen unter 750 Euro kann nicht mal die Hälfte soviel in den Strumpf stecken, wie es vielleicht nötig wäre. Zu hoch sind die monatlichen Lebenserhaltungskosten. Quelle: dpa
Trotz Euro-Schuldenkrise wurde in privaten Haushalten im vergangenen Jahr weniger gespart, die Differenz betrug 20 Euro im Monat. Viele Bürger konsumierten mehr, statt ihr Sparbuch zu bestücken. Die Sparquote sank um 0,4 Prozentpunkt auf 10,9 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 2006. Ein Grund dürfte auch das vergleichsweise solide deutsche Wirtschaftswachstum sein. Quelle: dpa

Wie hoch müssen meine Rücklagen sein?

Als Faustformel für die Rücklagen gelten rund drei Nettogehälter. Für 40.000 Euro Jahresbrutto wären das immerhin 6000 Euro auf der hohen Kante, bei hohen Einstiegsgehältern kann also auch weniger ausreichen. „Anleger sollten überlegen, was definitiv an Kosten auf sie zukommt, und was gegebenenfalls anfällt. Diese Summe sollte zusammen mit einem kleinen zusätzlichen Puffer als Reserve dienen“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer auf ein Auto spart brauche schließlich höhere Rücklagen als jemand, der sich ein neues Sofa gönnen will. Denn Kredite sollten wenn möglich immer vermieden werden.

Aktien für Langfrist-Anleger

Wenn der neue Laptop trotzdem nur auf Pump finanziert ist, sollte der Kredit zunächst getilgt werden, bevor an längerfristige Vorsorge zu denken ist. Gleiches gilt übrigens für die Rückzahlung des Bafögs. Zwar muss damit erst nach fünf Jahren Erwerbstätigkeit begonnen werden, dennoch sollten die zukünftigen Zahlungen in die langfristige Finanzplanung eingebaut werden. Immerhin muss das Darlehen in monatlichen Raten von mindestens 105 Euro getilgt werden.  

Welche Versicherungen brauche ich?

Auf welche Argumente Kunden hereinfallen
Nur eine Minderheit der Altersvorsorge-Berater ist auch neutral und unabhängig. Ausschließlich die so genannten „Versicherungsberater“ beraten ihre Kunden individuell und in deren Interesse. Um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu gewährleisten, beziehen sie keine Provisionen von Versicherungen, sondern beraten Kunden auf Honorarbasis. Meistens wird dabei eine Stundensatzvergütung vereinbart. Deutschlandweit gibt es nur rund 200 Versicherungsberater. Die knapp 45.000 Versicherungsmakler sind zwar nicht vertraglich an eine oder mehrere Gesellschaften gebunden und können grundsätzlich frei zwischen den Versicherern und deren Tarifen wählen. Insoweit sind sie zwar unabhängig bei der Auswahl ihrer Angebote, erhalten aber Provisionen bei Vertragsabschluss von den Versicherern. Versicherungsvermittler sind Handelsvertreter, die von einem oder mehreren Versicherungsunternehmen beauftragt sind, deren Versicherungen zu vermitteln. Sie erhalten Provision, wenn der Kunde einen Vertrag abschließt. Mehr als 210.000 Vermittler gibt es in Deutschland.
Zahlreiche Zeitschriften, Institute, Anlegerbriefe und auch Internetseiten vergeben Siegel für angeblich empfehlenswerte Versicherer. In der Regel bilden solche Tests aber nicht den individuellen Fall ab. Welcher Versicherer und welcher Tarif für die Bedürfnisse des Kunden taugen, lässt sich nur für den Einzelfall ermitteln. Auch einige Vergleichsportale im Internet genießen einen schlechten Ruf, da manche Betreiber als Makler fungieren und von den Provisionen der Gesellschaften leben. Zudem ist eine Auswahl anhand von Bedingungskriterien oft nur höchst eingeschränkt oder dar nicht möglich.
Aktuell liegt der Garantiezins auf 1,75 Prozent. Das ist ein Rekordtief. Zum Vergleich: Zwischen Juli 1994 und Juni 2000 lag der Satz noch bei vier Prozent. Trotzdem sollten Kunden gut überlegen, ob sie tatsächlich eine Police brauchen und keinesfalls den erstbesten Tarif wählen. Der Garantiezins wird nicht für die Beiträge, sondern nur für den Sparanteil gewährt. Real liegt der Garantiezins ab dem nächsten Jahr je nach Kostenquote der Versicherer laut Bund der Versicherten zwischen etwas unter Null Prozent und 1,0 Prozent, wenn die Lebensversicherer ihre derzeitige Kostenstruktur so beibehalten. Damit dürfte die garantierte Summe in Zukunft sehr oft unterhalb der Inflationsrate liegen. Die Verzinsung bezieht sich nur auf den Sparanteil der Beiträge.  Was letztlich übrig bleibt hängt daher auch an den Kosten für Abschluss und Verwaltung. Wegen der niedrigen Garantieverzinsung müssen Versicherte daher auf die Gewinnbeteiligung der Gesellschaften hoffen. Neben dem Garantiezins bestimmt vor allem die Überschussbeteiligung die Rendite. Da kann es je nach Gesellschaft große Unterschiede geben. Wenn der Vertrag endet, kommen noch ein Schlussbonus und eine Beteiligung an den stillen Reserven hinzu. Aus diesen Werten ergibt sich die Gesamtverzinsung. Die Renditen variieren je nach Laufzeit, unter dem Strich können Kunden durchschnittlich mit vier Prozent per Anno rechnen, zum Teil werden allerdings wohl nur etwa drei Prozent herauskommen. Noch wichtiger als der Blick auf die Zinsen ist die Konstanz des Sparers. Nur wenn der Versicherte bis zum Ende einzahlt, kann eine Lebenpolice sinnvoll sein. Wer das für sich nicht sicher garantieren kann, sollte nicht abschließen.
Vor allem die Kosten für Versicherer mit starkem Vermittlernetzwerk sind enorm. Bei vertriebsstarken Gesellschaften können sie bei der Vermittlung von privaten Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht etwa 12 bis 15 Prozent der Beiträge betragen. Die teuersten Gesellschaften verlangen sogar bis zu rund 22 Prozent. Bei Direktversicherern gehen gut sieben bis acht Prozent der Beiträge dafür drauf. Bei der Vermittlung von Kapitallebensversicherungen fallen die Kosten dagegen weit höher aus. Sie liegen laut BdV bei vertriebsstarken Versicherungsunternehmen bei etwa 20 bis 25 Prozent, zum Teil betragen sie sogar bis zu 30 Prozent. Die Kosten bei Direktversicherern hingegen betragen 16 bis 17 Prozent. "Die Höhe der Kosten ist ein wichtiger Faktor für die Höhe der Rendite“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Entsprechende Vergleiche von Analysehäusern wie etwa von Morgen & Morgen geben Auskunft über die Sätze. „Überdurchschnittlich teure Gesellschaften sollten Versicherte konsequent meiden“ sagt Rudnik.
Vor allem für kinderreiche Familien lohnt der Abschluss zumeist wegen der Zulagen, für Gutverdienende dagegen oftmals aufgrund der Steuervorteile. Trotzdem ist ein übereilter Abschluss nicht zu empfehlen. Über die Jahre kann ein schlechter Tarif mehr kosten als ein Jahr Förderung ausmacht. Und: Die persönliche Risikoneigung muss berücksichtigt werden, damit es bei Rentenbeginn keine negative Überraschung gibt. Aufgrund der hohen Kosten von Versicherungsangeboten ist dabei meistens ein Riester-Fonds- oder Banksparplan empfehlenswerter als eine Riester-Rentenversicherung, die nur gelegentlich bei günstigen Anbietern für Sparer bis etwa 40 Jahre in Frage kommen kann. Riester-Fondspolicen scheiden dagegen fast immer aus. Wichtig: Viele Personen erhalten keine unmittelbare Förderung, darunter Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung versichert sind, Sozialhilfeempfänger und geringfügig Beschäftigte, die den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung nicht durch eigene Beiträge aufstocken. Allerdings können auch nicht Förderberechtigte zumindest die Zulage bekommen, wenn ihr Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist und sie selber einen eigenen Riester-Vertrag abschließen.
Die Lebensversicherer sind gut durch die Krise gekommen. Trotzdem gibt es Risiken, wenn die Finanzkrise eskaliert und wichtige Staaten oder Banken Pleite gehen. Vergangenes Jahr hatten die deutschen Versicherer laut Standard & Poor`s rund 89 Prozent ihrer Investments in Bonds, Krediten und Bankeinlagen. Bei einem weltweiten Crash der Banken, Staaten und Finanzmärkte dürften weder Staatsgarantien noch die brancheneigene Rettungsorganisation Protektor  ausreichen, alle Gesellschaften und Einlagen zu retten. In einem solchen Fall wären aber auch alternative Anlagen betroffen.
Das Gesetz war bislang eindeutig: Seit den dreißiger Jahren ist eine Weitergabe der Provision an den Kunden untersagt. Laut Konkretisierung im  Versicherungsaufsichtsgesetz (§144a Absatz 1 Nr. 3 und Absatz 2VAG). sei ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu hunderttausend Euro geahndet werden können. Ob das Gesetz weiterhin Bestand hat, wird sich aber noch klären. Ein aktuelles Urteil erlaubt Versicherungsvertretern, mittels Rabatt einen Teil ihrer Provision weiterzureichen (Verwaltungsgericht Frankfurt/Main Az. 9 K 105/11.F). Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Finanzaufsicht Bafin kann dagegen noch Rechtsmittel einlegen. In der Praxis geben Vermittler mit dem Hinweis auf Vertrauen und Verschwiegenheit immer wieder einen Teil ihrer Provision zurück – und riskieren damit eine Strafe.

Fast genauso wichtig wie eine eiserne Reserve ist die ausreichende Absicherung. Während Studenten oft von Familienversicherungen profitieren und über Policen ihrer Eltern abgesichert sind, müssen Berufstätige für sich selber sorgen. Doch gerade bei Versicherungen gilt, wichtiges von unwichtigem zu trennen und sich keine überflüssigen Verträge aufschwatzen zu lassen. An einigen essentiellen Versicherungen führt allerdings kaum ein Weg vorbei. Zuerst sollte abgedeckt werden, was Berater existenzielles Risiko nennen. Dazu gehört der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung.

Wie sich die Beiträge durch die Einheitstarife verändern

Obwohl es sich dabei im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht nicht um eine gesetzliche Pflichtversicherung handelt, sollte Jeder eine haben. Denn das Rotweinglas auf der Party des Kollegen ist schnell umgeschmissen. Landet es auf dem neuen Perserteppich, wird das teuer. Wer keine Haftpflicht hat, für den ist Ärger mit dem Kollegen vorprogrammiert. Noch schlimmer wird es, wenn Personen zu Schaden kommen. Behandlungskosten und Schadenersatzforderungen können schnell in die Millionen steigen.

Wo finde ich die richtige Haftpflicht-Police?

Einzelne Angebote lassen sich am besten in Internet-Portalen vergleichen und sind meistens schon für kleines Geld zu haben. Bereits für weniger als 25 Euro im Jahr ist Basisschutz verfügbar. Allerdings ist gerade bei günstigen Tarifen meistens eine Selbstbeteiligung im Schadensfall erforderlich. Darauf sollten Berufseinsteiger bei Abschluss der Police achten, denn diese liegt oft deutlich über dem Jahresbetrag. Außerdem decken die Tarife unterschiedliche Summen ab.

Wer möchte, kann auch eine sogenannte Forderungsausfalldeckung vereinbaren. Hat ein Kollege Rotwein auf meinen eigenen Teppich geschüttet und ist nicht haftpflichtversichert, springt in dem Fall meine eigene Versicherung ein und kommt für den Schaden auf. Das ist sinnvoll, denn nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft besitzt knapp ein Drittel der Deutschen keine private Haftpflichtversicherung. 

Für Berufsunfähigkeit gewappnet sein

Die gefährlichsten Berufe
Extreme UnterschiedeWer den falschen Beruf ausübt, muss beim Versicherungsschutz mehr bezahlen. Für Handelsblatt Online hat das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) analysiert, wo die Beiträge steigen und wer weniger zahlen muss. Die gute Nachricht zuerst: Für die meisten Berufsgruppen wurde der Schutz günstiger. Von den 145 Berufen stellte M&M nur bei 30 Berufen eine Verteuerung fest. Die Analyse zeigt vor allem, dass „gute“ Risiken, also Berufe mit einer niedrigen Berufsunfähigkeitswahrscheinlichkeit überproportional profitieren. Quelle: dpa
Platz 10: ErgotherapeutEin Ergotherapeut muss einen unmittelbaren und persönlichen Kontakt zu seinen Patienten bilden. Seine Aufgabe ist es sie in ihrem Alltag zu unterstützen, um ihre Handlungsfähigkeit zu vergrößern und somit ihre Lebensqualität zu verbessern. Laut Morgen & Morgen überwiegen die "schlechten" Risiken, was einen Beitragsanstieg zur Folge hat. Quelle: Reuters
Platz 9: PflastererDer Beruf des Pflasterers wird überwiegend von Männern ausgeübt. Kein Wunder, denn die körperlichen Belastungen in diesem Beruf sind erheblich. Die hohen Beitrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung verwundern ebenfalls nicht. Eine Baustelle birgt viele Risiken. Quelle: dpa
Platz 8: EstrichlegerAuch der Beruf des Estrichleger wird überwiegend von Männern ausgeübt. Die ungesunde Arbeitshaltung kann Gelenk- und Wirbelsäulenschäden verursachen und so zu einer verfrühten Berufsunfähigkeit führen. Im Ranking von Morgen & Morgen kommt der Estrichleger auf Platz acht der Berufe mit dem höchsten Beitragsanstiegen. Quelle: dpa
Platz 7: RangierbegleiterDer überwiegend im Bahnbetrieb ausgeübte Job verlangt ebenfalls körperliche Belastungsfähigkeit. Außerdem stellt der Arbeitsplatz spezielle Risiken dar. Auf den Gleisen neben fahrenden Zügen darf sich der Rangierbegleiter keine Unaufmerksamkeit erlauben. Quelle: dpa
Platz 6: ReinigungskraftDie Reinigungskraft kommt auf den sechsten Platz. Auch in dieser Tätigkeit ist die körperliche Belastung hoch. Jedoch wird der Beruf der Reinigungskraft vorwiegend von Frauen ausgeübt. Quelle: ap
Platz 5: GleisbauerWie der Rangierbegleiter stellt auch der Arbeitsplatz des Gleisbauers Risiken dar. Trotz signalfarbener Arbeitskleidung kann es schnell zu brenzligen Situationen mit fahrenden Zügen kommen. Auch das Montieren der schweren Gleise birgt Gefahren. Quelle: ZB

Eine Police, die gerade Berufseinsteigern gerne verkauft wird, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Für viele ist sie die wichtigste Personenversicherung, denn sie springt ein, sobald der Arbeitnehmer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Allerdings schrecken gerade Berufsanfänger oft vor dem Abschluss zurück, denn im Vergleich zur Haftpflicht ist die BU mit Raten zwischen 40 und 60 Euro monatlich relativ teuer.

Deshalb weichen einige zunächst auf eine private Unfallversicherung aus. „Während die BU die Vollkasko unter den Personenversicherungen ist, ist die private Unfallversicherung lediglich eine Teilkasko“, sagt Weißer. Hier würden nur Unfälle abgedeckt, während die BU auch bei Krankheiten wie Burn-out oder Bandscheibenvorfällen eine Rente zahle. Das wird in der notorisch stressgeplagten Gesellschaft immer wichtiger.

Themen



Worauf muss ich bei Abschluss achten?

Grundsätzlich gilt auch bei der BU „je jünger desto besser“, denn junge Menschen unter 30 haben normalerweise das geringste Krankheitsrisiko und zahlen daher die niedrigsten Beiträge. Und diese bleiben in der Regel über die gesamte Laufzeit der Police relativ stabil. Die Kosten der Versicherung richten sich hauptsächlich nach der Deckungssumme. Grundsätzlich sollte die BU etwa 50 bis 75 Prozent aller regelmäßig anfallenden Fixkosten des Versicherten abdecken. Dieser Prozentsatz ist individuell abhängig davon, ob Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente besteht. Sie wird vom Staat bei voller oder teilweiser Erwerbsunfähigkeit gezahlt. Auch bei der BU spielt die individuelle Situation eine große Rolle. „Wer sich beispielsweise vorstellen kann, auch auf andere Jobs umzuschulen oder sich auf die Unterstützung der Familie verlassen kann, der braucht nicht zwingend eine BU, sondern kann den entsprechenden Betrag stattdessen regelmäßig in die Altersvorsorge investieren“, sagt Nauhauser.

Was gute und schlechte Vertreter ausmacht
AuftrittIn Strukturvertrieben wie AWD, der einmal von Carsten Maschmeyer geführt wurde, gelten strenge Kleidervorschriften für Vermittler. Die Berater wirken deshalb oft zum Verwechseln ähnlich: Dunkler Anzug, weißes Hemd, farblose Krawatte. Kritiker raten, hinter das seriös wirkende Äußere zu blicken. So zeigte der Film "Versicherungsvertreter" MEG-Vermittler, die sich erst beim Kunden auf Augenhöhe einschmeicheln und hinterher mit dem flotten Sportwagen abrauschen. Das Erscheinungsbild kann blenden und verrät nichts über Beratungsqualität. Quelle: ap
Beratung im BüroGehen Sie zu Ihrem Versicherungsvertreter und schauen Sie sich sein Arbeitsumfeld an. Vermittler, die am liebsten im Wohnzimmer des Kunden Kaffee trinken, in der Sonne Cocktails schlürfen oder im Cafe Kuchen essen, haben vielleicht keine eigenen Räumlichkeiten, sondern nur ein Großraumbüro. Dort sitzen sie mit anderen Verkäufern, die über das Telefon oder das Internet Geschäfte anbahnen und vor Ort mit einer Schmalspurberatung die rasche Vertragsunterschrift suchen. Zwar hat d er Ort der Beratung nichts mit der Qualität der Beratung zu tun, doch auf die Arbeitsweise des Beraters könnte er Hinweise liefern. Quelle: dpa
Telefon? Nein Danke!Ein Versicherungsvertreter braucht eine solide Basis, um Geld zu verdienen. Er sollte einen festen Kundenstamm haben und in einem stabilen Umfeld arbeiten. Wenn er darauf angewiesen ist, über das Telefon Geschäfte anzubahnen, sollten Interessenten vorsichtiger werden. Es könnte sich um jemanden handeln, der nur einmal einen schnellen Abschluss machen möchte und dann nie wieder zu sehen ist. Quelle: dpa
Bieder feiernDie zum Ergo-Versicherungskonzern gehörende Hamburg-Mannheimer hat für ihre besten 100 Vertreter eine rauschende Sex-Party in Budapest organisiert, in der traditionsreichen Gellert-Therme. Wüstenrot fuhr mit seinen Vertretern nach Rio, dabei streiften sie auch ein zweifelhaftes Gebäude. Mit solchen Feiern belohnen Finanzkonzerne Power-Vertreter, die besonders viele Verträge verkauft haben. Oft kommt bei solchen Vermittlern die Beratung zu kurz, weil sie zu sehr ans Geldverdienen denken. Quelle: dpa
Ruhiges ArbeitsumfeldDer Verkaufsdruck in der Versicherungsbranche ist groß, manchmal tragen auch Kostensenkungsprogramme von Aktiengesellschaften dazu bei. Wo Versicherer im Innendienst Kosten senken, müssen Vermittler oft besonders viele Abschlüsse liefern. Denn der Versicherer will seine Gewinnmarge erhöhen. Das Bedürfnis der Kunden nach gutem Service und günstigem Versicherungsschutz muss da oft zurückstehen. Quelle: dpa-dpaweb
Orientierung am BedarfVerkäufer reden gerne und stellen ihren Kunden dann Fragen, die nur in ihrem Sinne beantwortet werden können. Das leitet dann meist schnell über in den Verkauf einer ganz speziellen Versicherung. Gute Berater erkundigen sich dagegen nach den Bedürfnissen und checken, ob ein Kunde die wichtigen Versicherungen hat, wie etwa eine private Haftpflicht oder einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Als Kunde sollten Sie sagen, was Ihnen wichtig ist. Ob jemand eine Versicherung überhaupt benötigt, hängt auch von der Risikobereitschaft und dem Vermögen des Kunden ab. Wer finanziell gut dasteht, kann einen Schaden auch mal selbst tragen. Quelle: dpa
SelbstbewusstseinHochwertige Beratung ist nicht umsonst, auch wenn manche Versicherungsvertreter diesen Eindruck gerne erwecken. Seriöse Vermittler nennen daher vor der Beratung ihren Preis und lassen den Kunden entscheiden, ob er damit einverstanden ist. Das kann ein Honorar sein, das vorher vereinbart wird. Es kann aber auch eine Provision sein, die hinterher von den ersten Beiträgen an die Versicherung abgezogen wird. In jedem Fall sollte der Kunde wissen, was er bezahlt - und was er dafür bekommt. Denn die Kehrseite des Preises ist die Leistung, die jedoch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Quelle: dpa

Wie finde ich die passende BU?

Was für die BU gilt, gilt auch für die gesamte Absicherung und Vorsorge: Berufseinsteiger sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um sich richtig zu informieren. "Der Gang zur Hausbank reicht nicht aus, denn die ist möglicherweise eher daran interessiert, ihre provisionsträchtigsten Produkte zu verkaufen", sagt Nauhauser. Dem Kunden bliebe also nichts anderes übrig, als sich auch eigenständig zu informieren. Ratgeber wie die Zeitschrift "Finanztest" sind eine Möglichkeit. Auch unabhängige Honorarberater, die für ihre Beratungsleistung eine Gebühr ergeben, sind eine gute Alternative zur Provisionsberatung. Aber Vorsicht: "Auch hier können schwarze Schafe dabei sein, denn der Markt ist bisher kaum reguliert", warnt Nauhauser.

Die Kann-Versicherungen

Das sind die vier Testsieger
Innenansicht eines Mundes beim Zahnarzt Quelle: dpa
Zahnarzt untersucht Frau Quelle: dapd
Logo DKV Krankenversicherung Quelle: dpa/dpaweb
HUK Logo Quelle: dpa/dpaweb

Zusätzlich gibt es zahlreiche Versicherungen, die nicht für alle Berufseinsteiger relevant sind. Wer auf teure Designermöbel verzichtet und stattdessen auf schwedischen Birkenholzcharme schwört, muss nicht unbedingt seinen Hausrat versichern. Während Singles keine Absicherung für den Todesfall brauchen, sollten vor allem alleinverdienende Familienväter oder –mütter über den Abschluss einer Risiko- beziehungsweise Kapitallebensversicherung nachdenken. "Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall und ist deswegen günstiger, die kapitalbildende Lebensversicherung zahlt dagegen die versicherte Summe auf jeden Fall – entweder beim Tod des Versicherten oder am Ende der Laufzeit. Deshalb sind hier die Beiträge deutlich höher", erklärt Weißer. Auch eine Rechtschutzversicherung, die im Ernstfall die Anwaltskosten übernimmt, sei zwar grundsätzlich sinnvoll, müsse aber nicht zwingend am Anfang der Karriere abgeschlossen werden.

Checkliste private Krankenversicherung

Bei der Krankenversicherung wird für die wenigsten Berufseinsteiger eine private Police in Frage kommen – wer kein Beamter ist, muss immerhin mindestens 50.850 Euro brutto jährlich verdienen, um in die private Krankenversicherung zu dürfen. Kommt ein Wechsel in Frage, sollte sich derjenige genau beraten lassen, denn gerade junge Leute werden von den Versicherungen mit niedrigen Tarifen angelockt, welche langfristig allerdings oft stark steigen. Aber auch Versicherte der gesetzlichen Versicherungen können von den Leistungen der Privaten profitieren – mit Zusatzversicherungen. Die Angebotspalette ist breit, von Zahnzusatzversicherungen bis zur Chefarztbehandlung im Krankenhaus ist alles möglich.

Wie stopfe ich meine Rentenlücke?

Freunde und Feinde der Riester-Rente
Kein Reibach für die Finanzbranche„Die staatlich geförderte private Altersvorsorge ist nicht dazu da, dass die Finanzbranche den großen Reibach macht. Sie ist dazu da, dass Anleger angesichts sinkender Rentenbezüge so privat vorsorgen, dass es sich später auszahlt – und dabei steht ihnen der Staat zur Seite! Wo der Staat fördert, darf es keinen Zweifel an der Qualität geben!“ Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Quelle: dapd
Ein Blindflug des Kabinetts"Wie aus dem Gesetzentwurf und den zugehörigen Verordnungsentwürfen hervorgeht, soll vor allem die Kostentransparenz bei Riester-Angeboten demnächst durch Angabe der „Effektivkosten“ erreicht werden. Als neue Kenngröße wird dabei die „Reduction in Yield“ eingeführt. Sie gibt an, um wie viel Prozentpunkte die Bruttorendite eines Riester-Vertrags durch Abschluss- und Verwaltungskosten sinkt. Problematisch ist dabei, dass schon die Bruttorendite willkürlich - und überhöht - angesetzt sein kann. Außerdem werden nur die Kosten in der Ansparphase eingerechnet. „Wie viel der Vertrag insgesamt wirklich kostet, bleibt Verbrauchern daher weiterhin verborgen. Außerdem lassen sich unterschiedliche Verträge anhand der neuen Kenngröße gar nicht vergleichen“, erklärt Kleinlein. Ein wichtiges Ziel der Riester-Reform, nämlich die Verträge über alle Produktgruppen hinweg vergleichbar zu machen, bleibt damit auf der Strecke. „Das war wohl ein Blindflug des Kabinetts“, so der Verbraucherschützer." Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten, am 28. September 2012
Riestern wird einfacher und attraktiver„Die Riester-Rente ist ein wichtiger Baustein neben der gesetzlichen Rente – insbesondere für junge Menschen, die bei der Altersvorsorge mit einem aus demografischen Gründen deutlich abgesenkten Rentenniveau kalkulieren müssen. Deshalb planen wir nicht nur neue Regeln, die Riestern einfacher und attraktiver machen: einen Deckel bei den Wechselkosten, eine bessere Beteiligung an den Überschüssen der Versicherungen und glasklare Informationen zum einfachen Produktvergleich. Ganz entscheidend ist zudem, dass sich Riestern auch für Geringverdiener lohnt, die in Zukunft besonders von Altersarmut bedroht sind. Sie können bereits mit fünf Euro pro Monat einen Riester-Vertrag abschließen.“ Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), am Kabinettstisch Quelle: dapd
Es werden Milliarden verpulvert„Die Riester-Rente war eine schlechte Idee, die noch schlechter umgesetzt wurde. Die Banken und Versicherungen haben die staatlichen Subventionen zur Maximierung ihrer Profite missbraucht. Es werden Milliarden verpulvert, die in den Kassen der Finanzmarktspekulanten anstatt in den Portemonnaies der Rentnerinnen und Rentner landen. Staatliche Subventionen, die ihr Ziel nicht erreichen, sind überflüssig. Wir sind dafür, dass alle staatlichen Subventionen für die Riester-Rente gestrichen und in die Finanzierung einer solidarischen Mindestrente gesteckt werden. Das wären zwei Milliarden Euro pro Jahr, die wir im Kampf gegen Altersarmut dringend brauchen.“ Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der LinkenFotografin: Barbara Dietl, bdietl.com
Mindestsicherung im Alter durch Steuern finanzieren„Rentenreformen sind teuer. Allein wer sie bezahlt, ist die Frage. DIE LINKE will den schleichenden Ausstieg der Arbeitgeberseite aus der Altersvorsorge stoppen, wie er mit der Riester-Rente begonnen hat und durch die Pläne der SPD, die betriebliche Alterssicherung auszubauen, fortgesetzt werden würde. Jegliche Form der Mindestsicherung im Alter ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss dementsprechend auch gesamtgesellschaftlich, also durch Steuern finanziert werden.“ Rentenpolitische Grundsätze: Vorgestellt am 19. September 2012 von den Vorsitzenden von Fraktion und Partei DIE LINKE: Bernd Riexinger, Katja Kipping, Gregor Gysi Quelle: dpa
Provisionen härter regulieren„Versicherungsanbieter kalkulieren mit Sterbetafeln die eine Lebenserwartung von knapp 100 Jahren als Grundlage haben. Somit wird die Rendite der Verträge erheblich gemindert. Hier muss es klare Vorgaben geben, welche Sterbetafeln Anbieter nutzen dürfen. Weiterhin fehlt bei den Riester-Produkten eine Kostenbegrenzung bei einem Anbieterwechsel, sowie eine Regelung, welche Kostenanteile überhaupt in Rechnung gestellt werden dürfen. Nur eine Ausweisung aller Kosten in Euro und Cent sorgt für Klarheit beim Kunden. Die von der Regierung geplante Ausweisung der Kosten alleine in Prozent sorgt nicht für mehr Durchblick. Auch die Provisionen müssen härter reguliert werden. Provisionen müssen gedeckelt und über längere Zeit gestreckt werden.“ Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik, die Grünen
Die Menschen dürfen nicht abgezockt werden„Wir brauchen einen besseren Verbraucherschutz. Die Menschen dürfen nicht abgezockt werden und müssen gut informiert werden. Wer hat wirklich einen Überblick über die mittlerweile 5 000 Produkte? Ich jedenfalls nicht. Auch für einen funktionierenden Wettbewerb ist es wichtig, eine übersichtliche Zahl von Produkten zu haben. 5 000 sind eigentlich zu viel. Dann ist es so, dass die Produkte nicht wirklich vergleichbar sind. So etwas wie ein Produktinformationsblatt ist sicherlich wichtig, wobei zu fragen ist, was genau darin enthalten sein soll. Es muss klar sein, wann sich eine Riester-Rente tatsächlich lohnt.“ Wolfgang Strengmann-Kuhn, Bundestagsabgeordneter der Grünen

Erst wer seine existenziellen Risiken abgedeckt hat, sollte an die Altersvorsorge denken. Während sich hier viele Fragen auftun, scheint eins bereits jetzt sicher: die gesetzliche Rente wird wohl nicht reichen, um private Vorsorge kommt keiner herum. Zwar gilt auch bei der Altersvorsorge: Je früher desto besser – dennoch sollten Berufsanfänger nichts überstürzen und sich nicht vorschnell zu unflexiblen Lösungen drängen lassen. „Gerade am Anfang der Karriere sollte das zurückgelegte Geld nicht zu langfristig angelegt werden“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Jobwechsel und Umzug ins Ausland? Das erste Kind? Um neue Schulden zu vermeiden, ist es oft wichtig, auch kurzfristig auf das Ersparte zugreifen zu können. „Das ist bei vielen langfristigen Anlageprodukten wie Riester- oder Rürup-Renten nicht möglich“, ergänzt Nauhauser. Zwar böten die langfristigen Anlageformen oft höhere Zinsen, dennoch tun es gerade am Anfang auch einfache Produkte wie Banksparpläne oder Sparbriefe. Schließlich sei jede Form des Vermögensaufbaus auch eine Absicherung fürs Alter. "Zeit macht schließlich Geld", weiß auch Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Hier können Einsteiger mögliche Erträge von Sparbrief und Co. durchrechnen.

Kleinvieh macht auch Mist

Deswegen gilt vor allem bei der Altersvorsorge: Auch wer am Anfang nur kleine Beträge beiseitelegen kann, sollte sich nicht scheuen, die für die Rente anzusparen, ganz nach dem Motto: „Kleinvieh macht auch Mist“. Mit dem Rentenplaner lässt sich schnell und einfach berechnen, wie viel Rente aus kleinen Sparbeträgen wird. Wer bereits langfristig Vermögen zurücklegen oder sich zum regelmäßigen Sparen zwingen will, für den ist ein privater Riester-Vertrag interessant. Grundsätzlich gibt es verschiedene Riester-Produkte: die zumeist als Riester-Rente bezeichnete Riester-Rentenversicherung, den Riester-Fondssparplan oder den Riester-Banksparplan. Auch Wohn-Riester ist möglich.

Was Fondskäufer wissen sollten

Bei allen Varianten erhält der Versicherte die staatliche Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen. Aktuell gibt es pro Jahr eine Zulage von maximal 154 Euro. Allerdings wird dieser Betrag nur voll ausgezahlt, wenn wenigstens vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt werden, mindestens 60 Euro im Jahr. Wer weniger anspart, erhält eine gekürzte staatliche Zulage. Für Berufseinsteiger sind die Renditen des Riester-Fondssparplans am lukrativsten, wer allerdings sein Geld nicht an den Börsen wissen will ist auch mit einem Riester-Banksparplan gut beraten. Im Vergleich zum normalen Banksparplan lockt hier zwar einerseits die staatliche Förderung, andererseits sind die Gebühren beim Kauf meistens deutlich höher.

Wo finde ich den richtigen Riester-Vertrag?

Viele Informationen über einzelne Anbieter findet man in Internet. Wer kein Geld für Honorarberatung ausgeben und die Informationen der eigenen Hausbank hinterfragen will, kann sich mit Hilfe von Untersuchungen der Stiftung Warentest über einzelne Tarife schlau machen.

Auch in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber lässt sich für die Rente vorsorgen. Seit rund zehn Jahren hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland einen Anspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung. Dabei wird ein Teil des Gehalts steuer- und sozialabgabenfrei für den Aufbau einer Betriebsrente verwendet. Berufseinsteiger sollten sich die jeweiligen Bedingungen jedoch genau anschauen, denn oft geht, je nach Alter und Betriebszugehörigkeit, beim Jobwechsel zumindest ein Teil des angesparten Geldes verloren. Bedenkenlos zugreifen darf dagegen jeder bei Zuschüssen des Arbeitgebers zu vermögenswirksamen Leistungen. Diese werden mit der sogenannten Arbeitnehmersparzulage vom Staat gefördert und vom Arbeitgeber direkt auf das jeweilige Anlagekonto des Mitarbeiters abgeführt.  

Wie immer gilt besonders bei der Altersvorsorge: Eine Patentlösung gibt es nicht. Wer beispielsweise sicher ist, in einigen Jahren in eine eigene Immobilie investieren zu wollen, kann sich auch an einem klassischen Bausparvertrag versuchen. Hier wird bei einer Bausparkasse Geld für den geplanten Wohnungsbau angespart. Besitzer eines solchen Vertrags haben gleichzeitig Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie.

Betongold oder Börse?

Die meistgehandelten Aktien Deutschlands
Platz 10: LufthansaNach einem leichten Kurs-Hoch von elf Euro im Februar, sackte die Lufthansa Aktie im Juni auf den seit 2009 nicht mehr erreichten Tiefstand von acht Euro ab. Derzeit ist der Lufthansa-Kurs ist im leichten Aufwärtstrend und pendelt sich auf einem Wert von 9,60 Euro pro Stück ein.  ISIN: DE0008232125 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012: 614 Millionen Gehandeltes Volumen: 20 Milliarden Euro Quelle: dapd
Platz 9: SAPDie Aktie des Softwaregiganten befindet sich langfristig auf einem stetigen Aufstieg und konnte den Wert innerhalb der letzten 10 Jahre verdoppeln. Von kleinen Sprüngen nach oben und unten abgesehen, wird das Wertpapier gerade für ordentliche 47,66 Euro gehandelt und ist somit die teuerste Aktie unseres Rankings. ISIN:DE0007164600 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012: 663 Millionen Gehandeltes Volumen: 16 Milliarden Euro Quelle: dpa
Platz 8: RWEDie Energiewende macht RWE nach wie vor zu schaffen. Die Aktie des Energieversorgers befinden sich zwar gerade wieder auf einem leicht steigenden Kurs, doch mit einem Wert von momentan 33,33 Euro je Aktie ist an den absoluten Spitzenwert von 99 im Jahr 2008 gerade nicht zu denken. ISIN:DE0007037129 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012:722 Millionen Gehandeltes Volumen: 11 Milliarden Euro Quelle: dapd
Platz 7: DaimlerDer Automobilhersteller landet momentan wieder auf demselben Kurswert, mit dem er zu Jahresbeginn gestartet ist: bei soliden 35 Euro pro Aktie. Die Frage ist nur, ob Daimler das bisherige Jahreshoch von 48 noch einmal toppen kann. ISIN:DE0007100000 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012: 986 Millionen Gehandeltes Volumen: 20 Milliarden Euro Quelle: dapd
Platz 6: Deutsche PostDie Post-Aktie liegt gerade bei einem unspektakulären Kurs von 14 Euro. Abgesehen von kurzfristigen Kurs-Ausreißern hat sich der Wert in den vergangenen Jahren von den 14 Euro kaum wegbewegt. ISIN:DE0005552004 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012:1.049 Millionen Gehandeltes Volumen: 30 Milliarden Euro Quelle: dapd
Platz 5: InfineonDie Aktie des Halbleiterherstellers ist mit fünf Euro pro Stück gerade fast schon ein Zocker-Schnäppchen. Auch wenn es 2009 mit einem unglaublichen Kurs-Tiefstwert von 0,36 schon mal düsterer ausgesehen hat. ISIN:DE0006231004 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012:1.120 Millionen Gehandeltes Volumen: 7 Milliarden Euro Quelle: dpa
Platz 4: Deutsche BankDas bisherige Jahreshoch der Deutschen Bank-Aktie lag im April bei einem soliden Kurs von 39 Euro. Inzwischen geht es wieder langsam bergab: 26,20 Euro pro Stück ist der aktuelle Wert - damit nähert sich der Kurs wieder verdächtig dem Tiefstand der letzten zehn Jahre von 21 Euro an. ISIN:DE0005140008 Gehandelte Stücke im ersten Halbjahr 2012:1.378 Millionen Gehandeltes Volumen: 16 Milliarden Euro Quelle: dpa

Auch wenn Investitionen in Betongold in Zeiten niedriger Zinsen in aller Munde sind: Für Berufseinsteiger kommt der Immobilienkauf vermutlich zunächst nicht in Frage. Denn dafür müssen hohe Schulden aufgenommen werden. „Mindestens 20 Prozent der Kaufsumme sollten durch Eigenkapital abgedeckt sein“, sagt Michael Weißer. Zunächst sei also erst mal Sparen angesagt. Obwohl Immobilienkäufer von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren, müsse sichergestellt werden, dass der Käufer langfristig in der Lage ist, die Kreditraten zu zahlen. Gerade Berufseinsteiger bekommen oft nur befristete Arbeitsverträge, da ist das Einkommen nicht ausreichend gesichert.   

10 Tipps für Börseneinsteiger

Erst wenn das erste Geld fürs Alter angelegt ist, erfüllen sich die Börsenträume und das erste Aktiendepot kann eröffnet werden. Dort werden die gekauften Aktien oder Fonds verwaltet. Depots werden normalerweise von Banken angeboten. Besonders Einsteiger sollten sich ausführlich über die anfallenden Kosten für die Verwaltung des Depots sowie einzelne Transaktionen informieren. Fallen für jede gekaufte Aktie hohe Gebühren an, ist der Gewinn schnell dahin.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Ob alter Hase oder Börseneinsteiger: Oberste Prämisse ist immer die Streuung des Risikos. Wer alles auf eine Karte setzt und beispielsweise ausschließlich in Autoaktien investiert, lebt auf Dauer gefährlich. Experten raten daher gerade unerfahrenen Anlegern zu Aktienfonds, die mehrere Aktien bündeln. So können die Gewinne der einen die Verluste der anderen Papiere ausgleichen. „Wer nur auf den Dax setzt, lebt ebenfalls gefährlich“, sagt Nauhauser. Deshalb gehörten auch weltweite Indexfonds mit ins Depot. Weiterhin gilt es, möglichst viele unterschiedliche Anlageformen zu nutzen, um das Risiko zu verringern. Wer bereits etwas Erfahrung gesammelt hat, kann sich an Investments in Anleihen oder Rohstoffen versuchen. Egal welche Anlageform gewählt wird, gerade Börsenneulinge sollten immer im Kopf behalten, dass höhere Renditen immer gleichzeitig höheres Risiko bedeuten. „Wer etwas anders behauptet lügt“, sagt Nauhauser.

Und wen es nicht an die Börse zieht, für den gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, seine Euros anzulegen, egal ob es in vielversprechende Start-Ups investiert wird oder langfristig für die Ausbildung der Kinder aufs Sparkonto kommt.

Steuerliches Bonbon

Typische Irrtümer und häufige Fragen zur Steuererklärung
Wenn die Steuererklärung einmal abgegeben ist, kann ich nichts mehr ändern.Das stimmt nicht. Solange noch kein Steuerbescheid ergangen ist, können alle Unterlagen und Belege beim Finanzamt nachgereicht werden. Auch, wer den Steuerbescheid bereits erhalten hat, kann grundsätzlich innerhalb eines Monats noch etwas nachreichen, erst nach dieser Frist wird der Bescheid bestandskräftig. „Danach wird es sehr kompliziert“, sagt Anita Käding, Steuerexpertin beim Bund der Steuerzahler. „Es gibt aber Fälle, in denen auch später noch etwas an der Steuererklärung geändert werden kann.“ Quelle: dpa
Wenn ich die Steuererklärung freiwillig abgegeben habe, kann ich mich vor einer Nachzahlung drücken.Das stimmt. „Steuerzahler können durch die freiwillige Abgabe einer Einkommensteuererklärung nur gewinnen“, sagt Anita Käding. Denn wer wider Erwarten keine Steuern zurückbekommt, sondern um Nachzahlung gebeten wird, kann den Antrag auf Einkommensteuerveranlagung wieder zurücknehmen. „Das funktioniert solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist, also innerhalb eines Monats, nachdem der Bescheid zugegangen ist“, so die Steuerexpertin. Einen Zwang zur Nachzahlung gebe es in der Regel nur dann, wenn der Arbeitgeber vorschriftswidrig zu wenig Lohnsteuer abgeführt hat. Wenn der Steuerzahler jedoch zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, kann er einer etwaigen Nachzahlung nicht entkommen. Quelle: dpa
Wenn ich morgens zehn Kilometer ins Büro fahre und abends zehn Kilometer nach Hause, bekomme ich eine Entfernungspauschale für 20 Kilometer.Das stimmt nicht. Im Rahmen der Entfernungspauschale kann für den Arbeitsweg nur die einfache Entfernung berücksichtigt werden. Ein Entfernungskilometer entspricht also zwei Fahrtkilometern. Wenn die Arbeitsstelle zehn Kilometer von der Wohnung entfernt liegt, kann der Steuerzahler also pro Arbeitstag 10 x 0,30 Euro = 3 Euro als Werbungskosten bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Quelle: dpa
Wenn meine studierende Tochter Kosten für Fachbücher selbst nicht bei der Steuererklärung geltend machen kann, kann ich das tun.Das stimmt nicht. Grundsätzlich gilt: Das Finanzamt kann höchstens so viele Steuern erstatten, wie vorher gezahlt wurden. Wer also nur ein geringes Einkommen mit entsprechend niedrigen Abgaben hat, dem nutzen auch die höchsten Werbungskosten nichts. Eltern, deren Kinder hohe Ausgaben für das Studium haben, glauben deshalb häufig, sie könnten diese Ausgaben selbst geltend machen. Das funktioniert jedoch nicht. Quelle: dpa
Solange mein Kind noch nicht arbeitet, bekomme ich Kindergeld. Das stimmt nicht. Kindergeld wird maximal bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Bedingung dafür ist, dass sich das erwachsene Kind noch in der Ausbildung befindet. Anders herum gilt dies aber nicht. Besonderheiten gelten für erwachsene behinderte Kinder. Bei Kindern, die schon 25 Jahre alt sind, sich aber noch in der Ausbildung befinden, können gegebenenfalls Unterhaltszahlungen geltend gemacht werden. Quelle: dpa
Wenn Handwerker in meinem Haus Arbeiten verrichtet haben, kann ich das immer als Handwerkerleistung geltend machen.Das stimmt nur bedingt. Denn die erste Voraussetzung ist, dass die Arbeit wirklich vor Ort verrichtet wird. Nimmt ein Techniker die Waschmaschine zur Reparatur mit in seine Werkstatt, ist das keine typische Handwerkerleistung mehr. Außerdem darf die Rechnung nicht bar bezahlt werden, ansonsten erkennt das Finanzamt sie nicht an. Pro Jahr können 20 Prozent solcher Kosten, höchstens jedoch 1.200 Euro im Jahr als Steuerbonus anerkannt werden. Quelle: dpa
Wenn ich Studiengebühren bereits vergeblich in einer freiwilligen Steuererklärung geltend gemacht habe, kann ich das bei der nächsten Steuererklärung nicht noch einmal probieren.Das stimmt. Kosten, die beispielsweise im Jahr 2011 entstanden sind, können auch nur in der Steuererklärung für dieses Jahr geltend gemacht werden. „Die Annahme, Studienkosten könnten am Ende des Studiums gebündelt abgesetzt werden, ist ein Irrtum“, sagt Steuerexpertin Anita Käding. Da zu diesem Thema noch Gerichtsverfahren laufen, empfiehlt es sich, abzuwarten und die Steuererklärung – sofern man sie freiwillig macht – erst später abzugeben. „Ausfüllen sollte man die Formulare aber schon jetzt, denn im nächsten Jahr weiß man vielleicht nicht mehr so genau, welche Ausgaben man hatte“, empfiehlt Käding. Quelle: dpa

Zum Schluss winkt einigen Berufsstartern noch ein steuerliches Bonbon, das auf jeden Fall mitgenommen werden sollte. Wer nicht am 1. Januar anfängt zu arbeiten, sondern erst im Laufe des Jahres, hat am Ende vermutlich Anspruch auf eine Steuerrückzahlung und sollte auf jeden Fall eine Steuererklärung machen. Denn das Finanzamt zieht jeden Monat die anfallende Lohnsteuer für die Höhe des individuellen Monatsgehalts ein. Die tatsächliche Steuerbelastung wird am Ende aber für das im Kalenderjahr verdiente Gehalt berechnet. Ein Beispiel: Ein Berufsstarter hat ein Jahresgehalt von 40.000 Euro brutto. Da er im Juli angefangen hat zu arbeiten, hat er erst 20.000 Euro verdient. Die jeweils gezahlten Steuern pro Monat basieren aber auf 40.000 Euro, er hat also zu viel Steuern gezahlt. Diese bekommt er im darauffolgenden Jahr erstattet, wenn er eine Steuererklärung abgibt.   

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