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ImmoScout-UmfrageImmobilienbesitzer haben keine Lust zu sanieren

Eigentümer von Immobilien hierzulande haben keine Lust, ihre Häuser zu sanieren. Welches Vorhaben bei den Deutschen auf Platz eins steht und woher der Verdruss beim Heizungstausch kommt.Svenja Gelowicz 29.09.2023 - 14:35 Uhr

Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft, eine energetische Sanierungsmaßnahme anzugehen.

Foto: obs

Der Immobiliensektor soll nachhaltiger werden – mit neuen Heizungen, mehr Dämmung, Solarstrom. Die Ampelregierung hat dafür unter anderem das Heizungsgesetz auf den Weg gebracht.

Doch: Die Mehrheit der Deutschen Eigentümer hat keine Lust, ihre Immobilie zu sanieren. Das zeigt eine Umfrage der Online-Plattform ImmoScout24. Mehr als die Hälfte der Befragten gab dabei an, keine Investition in nächster Zeit tätigen zu wollen.

Eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung anzuschaffen, landet unter den Vorhaben auf Platz eins – 14 Prozent der Befragten haben dies vor. Laut ImmoScout locken der vergleichsweise günstige Preis – meist nicht mehr als 15.000 Euro – und die unmittelbare Ersparnis bei den monatlichen Stromkosten. Außerdem amortisiere sich die Investition meist innerhalb von zehn bis 15 Jahren.

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Platz zwei geht an eine klimaschonendere Heizung. Diese Sanierungsmaßnahme planen sieben Prozent der Eigentümer. Dabei sei das Einsparpotenzial bei den Nebenkosten durch eine moderne Heizanlage hoch, heißt es in der Mitteilung von ImmoScout: Um 30 Prozent und mehr können die Heizkosten reduziert werden. Die nötige Investition fällt jedoch auch höher aus: Zwischen 27.000 Euro und 40.000 Euro geben Hersteller als Kosten für den Einbau etwa einer Luft-Wasser-Wärmepumpe an, andere Wärmepumpen sind deutlich teurer.  

„Die langen Debatten und politischen Streitigkeiten um die Umsetzung des Heizungs-Gesetzes dürften bei vielen Eigentümer für große Vorbehalte gegen den Austausch von Heizungen gesorgt haben“, sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Auch der Umstand, dass die Ausgestaltung der Förderung lange unklar blieb, hat wohl für einen gewissen Überdruss gesorgt, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

Die größten Finanzierungsfallen für Immobilienkäufer
Wer seine finanzielle Belastungsgrenze für Zins und Tilgung überschätzt, gefährdet die gesamte Finanzierung. Die Monatsraten sollten ein Drittel der Einkünfte nicht übersteigen. Schließlich geht das Alltagsleben auch für Immobilienbesitzer weiter. Unvorhergesehene Ausgaben, etwa eine größere Autoreparatur, müssen problemlos bezahlbar bleiben. Dafür sind Reserven in Höhe von drei bis sechs Monatsgehältern empfehlenswert.Quelle: Bausparkasse Schwäbisch-Hall, eig. Recherche Stand: 2022
Bauherren sollten genau kalkulieren, ob sie mindestens zwei oder besser drei Prozent Tilgung im Jahr stemmen können. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Rechnung: Spätestens bei Renteneintritt sollte die Immobilie abbezahlt sein. Eine möglichst lange Zinsbindung ist sinnvoll und sichert gegen einen Zinsanstieg ab.
Je mehr Eigenkapital in die Finanzierung eingebracht wird, desto weniger Geld muss sich der Kreditnehmer leihen. Als Faustregel gilt: Mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten (Bau-, Kauf- und Kaufnebenkosten) sollten Käufer aus eigenen Mitteln bestreiten können. Wer den Kreditbedarf unterschätzt, muss womöglich eine teure Nachfinanzierung in Kauf nehmen. Setzt man die Bedarfssumme dagegen zu hoch an, verlangen Banken eine Nichtabnahmeentschädigung.
Banken finanzieren sie nur ungern mit: Die Gesamtnebenkosten aus Grunderwerbsteuer, Gebühren für Notar und Grundbucheintrag sowie mögliche Maklerprovisionen können sich auf bis zu 15 Prozent des Kaufpreises summieren. Wer eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro finanzieren will, sollte also bereits 45.000 Euro für die Nebenkosten angespart haben.
Guthaben aus Riester-Verträgen, Darlehen aus öffentlicher Hand, wie Kredite der KfW-Bank, oder auch Baugeld vom Bürgermeister können den Kreditbedarf senken. Zusätzlich kann es weitere Zuschüsse geben. Wer die besonders für Familien mit Kindern lukrative Wohn-Riester-Förderung oder das Baukindergeld nicht für die Finanzierung nutzt, verschenkt mitunter eine fünfstellige Summe. Käufer sollten sich im Vorfeld gezielt nach Zulagen und Förderungen erkundigen.

Auf dem dritten Platz landen Dämmmaßnahmen – Dachdämmung, Außenwanddämmung und Fenster mit Doppelverglasung. Dies wollen jeweils fünf Prozent der Eigentümer als nächstes umsetzen.

Auch das Alter spielt eine Rolle

Mit zunehmendem Alter sinke zudem die Bereitschaft, eine energetische Sanierungsmaßnahme anzugehen. Unter jungen Immobilienbesitzern zwischen 18 und 34 Jahren schließt nur ein Viertel eine solche Investition in nächster Zeit aus. In der Alterspanne zwischen 35 und 45 Jahren steigt die Zahl der Eigentümer mit ablehnender Haltung auf 47 Prozent. Unter denen ab 55 Jahren schließen 63 Prozent eine energetische Sanierung aus.

Die Daten beruhen auf einer Online-Umfrage von YouGovDeutschland unter 2000 Personen. Die Ergebnisse wurden den Angaben nach gewichtet und sind repräsentativ.

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