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Investment Schönster Schein: Schmuck als Geldanlage

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Patek Philippe Uhr

Was ist denn nun wertsteigernd? Das handwerklich ausgezeichnete Stück eines unbekannten Goldschmiedes oder eher die weniger perfekte Arbeit eines großen Namens? Butschal bleibt skeptisch: „Im Schmuckbereich gibt es bekannte Namen nur als Firmen- und Markennamen. Außer Hearst sind eigentlich alle Goldschmiede, auch die sehr guten, dem großen Publikum unbekannt.“

Das dürfte auch für Andrea Remmele gelten. Die Günzburger Goldschmiedin gewann mit ihrem Anhänger aus Gold, Silber, Feueropalen und Saphiren den renommierten „Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis 2008“, in diesem Jahr zum Thema „Spuren“. Selbst ihr ausgezeichnetes Stück dürfte eher etwas für Liebhaber sein. Vermutlich war es von der Künstlerin auch genau so gedacht.

Uhren. Vor allem Männer können stundenlang über teure Uhren fachsimpeln. Folgerichtig könnte man annehmen, dass aus Anlegersicht der Uhrenhimmel voller Stradivaris hängt. Ein Irrtum, den der Fachbuchautor Michael Brückner auf den Punkt bringt: „Es gibt nur wenige Marken, die tatsächlich Wertzuwachs versprechen. 80 Prozent der vermeintlich edlen Uhren eignen sich dafür nicht.“

Nicht der Name entscheidet, sondern die uhrmacherische Kunst

Die anderen sind schön anzuschauen und meist ganz schön teuer – aber wertvoll sind sie leider nur für ihre Besitzer oder für die, die ihn um das edle Stück beneiden. Nur wenige Marken lässt Brückner gelten: Patek Philippe, Rolex, Lange & Söhne, Vacheron. IWC sei wieder im Kommen. Entscheidend sei nun mal, was an uhrmacherischer Kunst drinstecke.

Namen wie Cartier, Chopard oder gar Breitling gehen ihm dabei erst gar nicht über die Lippen. Über seine Auswahl können Experten jetzt trefflich streiten. Unstrittig aber ist, dass der Uhren-Markt nahezu unberechenbar ist: Moden kommen und gehen, es gibt auch unter Uhren zu Unrecht unbeachtete Underperformer – wie bei Aktien. Im Prinzip sind limitierte Auflagen ein Wertgarant – aber nicht immer. Golduhren sollten wertvoller als Stahlexemplare sein – stimmt nicht, siehe Rolex. Die Marketingstrategie, zu der bisweilen groteske Lieferzeiten gehören, heizt die Nachfrage an, unabhängig von der Qualität.

4000 bis 5000 Euro darf das Einsteigermodell eines Investors schon kosten, selbstverständlich mit Garantie, Originalbox und Rechnung für den späteren Verkauf. Darunter gibt es nur wenig Potenzial. Wer „Komplikationen“ liebt – Finessen wie Chronograph oder Weltzeituhr – und die auch noch in limitierter Auflage, kann 30.000 Euro und mehr veranschlagen.

Auf dem Uhrenmarkt sinkt die Nachfrage

Brückner rät zur bundesweiten Preisrecherche bei teuren Stücken, denn die Differenzen im Land sind gewaltig. „Während der Verkäufer bei Wempe an der Frankfurter Hauptwache nur müde lächelt, ist ein Stralsunder Rolex-Konzessionär, der sein von Rolex abzunehmendes Quantum kaum verkauft bekommt, womöglich kompromissfähiger.“ Handeln lässt sich durchaus, je nach Marke sind 10 bis 15 Prozent Rabatt möglich. Händlermargen variieren zwischen 15 und gut 40 Prozent, sind aber in der Regel doch so groß, dass sich – zusammen mit der Mehrwertsteuer – der Wiederverkaufswert der Uhr schon beim Kauf schlagartig halbiert.

Auch auf dem Uhren-Markt – die Finanzkrise lässt grüßen – sinkt die Nachfrage. Die Aktien der Schweizer Luxusuhren-Händler sind schon eingebrochen. Nicht nur Londoner Investmentbanker, auch neureiche Asiaten oder Russen sparen beim Statussymbol am Handgelenk. Wehe, wenn noch Inder und Chinesen nachziehen.

Diamanten. Was bei Uhren schon schwierig ist – nämlich die kluge Auswahl –, wird bei Diamanten erst richtig kompliziert.

Auf diese Kriterien kommt es an: Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff. Und auf viel Geld: Ein Einkaräter sollte es mindestens sein. Der kostet derzeit, je nach Qualität, 14.000 bis 17.000 Euro. Profis raten unter 30.000 Euro vom Einstieg ab.

Eines vorneweg: Ein Laie hat keine Chance, einen echten Stein von einer Fälschung zu unterscheiden. Selbst Goldschmiede und Juweliere trauen sich keine Diagnose ohne komplizierte Gerätschaften zu, so perfekt scheinen heute die synthetischen Doppelgänger.

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