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Besteuerung der Rente Wie Rentner Steuern sparen – und Ärger vermeiden

Rentner unter Sonnenschirm Quelle: dpa

Viele Rentner empören sich über hohe Steuern im Alter. Dabei gibt es einige Strategien, mit denen ihnen mehr Geld bleibt. Ein Überblick über die Möglichkeiten, die Steuerlast im Ruhestand zu senken.

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Die Aufregung beim Thema Steuern auf Renten ist groß. Millionen Rentner müssen mittlerweile Steuern zahlen, jede Rentenerhöhung schiebt mehr Ruheständler in die Steuerpflicht. Viele fühlen sich abkassiert. Denn früher war es die Ausnahme, dass Rentner noch nennenswert Steuern zahlen mussten. Das hat sich geändert, die Unsicherheit ist groß. Zumal sich das Finanzamt oft erst spät meldet. Rentner werden teils rückwirkend aufgefordert, Steuererklärungen für mehrere Jahre einzureichen und müssen dann viel Geld, auch Verspätungszuschläge, nachzahlen. 

Die gesetzliche Rente ist dabei nur ein Posten. Betriebsrenten, wie Direktversicherungen, und Riesterrenten müssen vor allem bei neueren Verträgen voll versteuert werden. Hier können die Beiträge während der Einzahlung komplett von der Steuer abgesetzt werden. Im Gegenzug fällt dann auf die Auszahlungen volle Steuer an - also auf 100 Prozent der Rente der persönliche Steuersatz. Bei älteren Betriebsrentenverträgen waren die Beiträge oft nicht ganz steuerbefreit, dann sind die Renten im Gegenzug auch nicht komplett steuerpflichtig. Und private Zusatzrenten sind ebenfalls nur teilweise steuerpflichtig. Von ihnen behält das Finanzamt Steuer auf einen fixen Ertragsanteil ein, dessen Höhe vom Alter zu Rentenbeginn abhängt. Mit 65 Jahren zum Beispiel sind es 18 Prozent Ertragsanteil, auf den ebenfalls der persönliche Steuersatz berechnet wird.

Liegen Rentner mit allen steuerpflichtigen Einkünften, und nach Abzug von relevanten Ausgaben, über dem steuerlichen Grundfreibetrag (2020 sind das 9408 Euro pro Person) fällt tatsächlich Steuer an. Das kommt mittlerweile häufig vor.  

Nur ein Teil des Ärgers ist unbegründet

Zeit für eine Bestandsaufnahme: Ein Teil des Ärgers der Rentner ist eigentlich unbegründet. Denn eine Umstellung der Rentenbesteuerung macht es künftig zum Normalfall, dass auch auf gesetzliche Renten Steuer anfällt. Allerdings, und insofern ist der Ärger doch nachvollziehbar, gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Übergangsregeln nicht fair sind und zu einer verfassungswidrigen Doppelbesteuerung führen könnten.

Die gute Nachricht: Schon jetzt können Rentner dagegen aktiv werden und sich gegen eine mögliche Doppelbesteuerung wehren. Wie das geht, haben wir hier beschrieben

Es ist längst nicht die einzige Option, um die Steuerlast im Alter zu senken. Ein Überblick.

Eine Option mit eher überschaubarem Effekt hat ebenfalls mit der gesetzlichen Rente zu tun. Denn Jahr für Jahr steigt für neu startende Rentner derzeit der steuerpflichtige Anteil ihrer Rente oder – andersherum betrachtet – sinkt der steuerfreie Anteil. Dieses Jahr errechnet sich ihr lebenslanger jährlicher Rentenfreibetrag noch mit 20 Prozent der ersten vollen Jahresrente. Im Jahr 2021 sind es dann nur noch 19 Prozent, 2022 noch 18 und 2023 17 Prozent. Von einer gleich hohen Rente bleibt den dieses Jahr startenden Rentnern also nach Steuern etwas mehr als den Rentnern des kommenden Jahres und so weiter. 

Der Effekt wirkt auf den ersten Blick klein: Bei gesetzlich krankenversicherten Rentnern und angenommenen 20 Prozent Steuersatz wären es bei 1500 Euro Bruttorente mit jedem Jahr späteren Rentenstarts etwa drei Euro netto mehr. Immerhin bezieht sich das auf die Monatsrente. Über 25 Jahre Rentenzahlungsdauer kommen so 900 Euro zusammen. Wer seinen Rentenstart selbst wählt, etwa bei einer Frührente, der könnte sich deshalb womöglich eher für einen Rentenstart im Dezember entscheiden als im Januar des Folgejahres. Andererseits führt jeder Monat, um den eine Frührente vorgezogen wird, in der Regel zu Rentenverlusten. Bei einer abschlagspflichtigen Frührente sind es 0,3 Prozent pro Monat, was den Steuervorteil meist wettmachen wird.

Die Abfindung steuerfrei kassieren

Größere Steuereffekte kann das richtige Timing hingegen bei der Auszahlung von Abfindungen oder auch einer Einmalauszahlung von Lebensversicherungen bringen. Fließt das Geld noch in einem Jahr mit hohem Einkommen, vor dem Ruhestand, ist der persönliche Steuersatz meist viel höher als im ersten Ruhestandsjahr. Lässt sich die Auszahlung verschieben, kann das durchaus einige Tausend Euro Vorteil bringen. Zur Erinnerung: Einmalauszahlungen aus vor 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen sind normalerweise meist steuerfrei. Später abgeschlossene Verträge hingegen profitieren nur noch von einem eingeschränkten Vorteil. Hier muss in der Regel die Hälfte des Gewinns mit dem eigenen Steuersatz versteuert werden.

Ist der Jobausstieg mit einer Abfindung verbunden, gibt es weitere Möglichkeiten zum Steuernsparen. So kann die Abfindung zum Beispiel für Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung genutzt werden und bleibt dann fast steuerfrei. Eine weitere Option ist es, die Abfindung zum Kauf einer Solaranlage einzusetzen. Auch dann bleibt sie im Idealfall praktisch steuerfrei. Lesen Sie hier, wie dieses Modell gelingt.

Besonders große Steuervorteile können entstehen, wenn Ruheständler Deutschland den Rücken kehren - und ins Ausland auswandern. Selbst EU-Länder wie Portugal und Griechenland locken sie mit niedrigen Pauschalsteuern von sieben bis zehn Prozent auf die Einkünfte aus Deutschland.

Doch vielleicht ist dieser Schritt angesichts der Steuersparoptionen in Deutschland ja gar nicht nötig.

Mehr zum Thema: Immer mehr deutsche Rentner zieht es ins Ausland. In Ländern wie Griechenland oder Portugal können sie Steuern sparen. 

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