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Gut gespart Genossen mit hohen Zinsen

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Wohnungsgenossenschaften

Wer Mitglied in einer Genossenschaft werden will, muss nur eine Einlage leisten. Um die kommen Neumitglieder auch dann nicht herum, wenn sie es nur auf die hohen Zinsen der Spareinrichtung abgesehen haben. Verlassen sie die Genossenschaft aber später wieder, bekommen sie das Geld zurück, meist mit Zinsen.

In einigen Fällen erleichtern die Genossenschaften reinen Sparmitgliedern den Einstieg. Vor allem in Ostdeutschland müssen Sparer als Mindesteinlage nur 15 bis 20 Euro einbringen. Andere Genossenschaften, etwa der Spar- und Bauverein Solingen, verlangen von Neumitgliedern bis zu 1000 Euro und eine einmalige Eintrittsgebühr. Da Mitglieder auf ihre Einlage in vielen Fällen aber vier Prozent Zinsen pro Jahr kassieren, muss eine hohe Mindesteinlage Anleger nicht schrecken.

Was mit dem Geld passiert

Die Genossenschaften nutzen ihre Spareinrichtungen, um ihr Wohnungsgeschäft zu finanzieren. „Die Spareinrichtung macht uns unabhängiger von den Banken“, sagt Thorsten Schmitt, Vorstand der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892. Aktuell müsse die Genossenschaft ihren Sparern einen Prozentpunkt weniger Zinsen zahlen, als Banken von ihr für Kredite verlangen würden. In Zeiten mit höheren Zinsen habe die Differenz zwei bis drei Prozentpunkte betragen.

Aus Sicht der Genossenschaften sind die Zinsen niedrig, aus dem Blickwinkel der Sparer sind sie hoch. Etwa einen halben Prozentpunkt mehr Zinsen als die Banken zahlen die Genossenschaften den Sparern. So teilen Genossenschaften und Sparer sich die Differenz aus Kredit- und Guthabenzins, die sonst die Bank als Gewinn einstreicht.

Je nach Geschäftslage der Genossenschaft setzen die Spareinrichtungen die Zinshöhe fest. Ist etwa ein größerer Neubau geplant, gewinnt die Genossenschaft mit höheren Zinsen gezielt Anleger für sich. Auch Genossenschaften mit einer neuen Spareinrichtung sichern sich so Aufmerksamkeit. "Wir haben derzeit noch Lockzinsen“, sagt Fechner von der Siedlungsgemeinschaft Chemnitz. Da die Siedlungsgemeinschaft mit elf Millionen Euro Einlagen die eigenen Planungen aber schon deutlich übertroffen hat, hält er eine Zinssenkung im ersten Halbjahr 2011 für wahrscheinlich.

Zinsen sichern

Sparer, die sich die aktuell noch hohen Zinsen sichern möchten, sollten in solchen Fällen auf Festgeld mit fester Laufzeit und festen Zinsen setzen. Die Zinsen auf Sparbücher sind hingegen variabel und können sich kurzfristig ändern.

Vertrauen Sparer ihr Geld der Genossenschaft an, bekommen sie aber nicht nur höhere Zinsen als bei den Banken. Die Geldanlage dort ist auch transparenter.

Anders als Banken darf eine Spareinrichtung keine Kredite vergeben oder risikoreich an den Finanzmärkten spekulieren. Das Geld der Sparer fließt vor allem in Neubau und Modernisierung der genossenschaftlichen Immobilien. Die Genossenschaft verdient ihr Geld – und letztlich auch die Zinsen der Sparer – mit den Mieten, die ihre Mitglieder zahlen. Laut Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) stecken im Durchschnitt 80 bis 90 Prozent des Vermögens der Wohnungsgenossenschaften im Immobilienbestand.

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