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Immobilien Die besten Wohngebäude-Versicherungen

Unwetter, Feuer oder Hochwasser können enorme Schäden anrichten. Glücklich, wer dann eine gute Wohngebäudeversicherung hat. Quelle: imago images

Die wenigsten Hauseigentümer können Schäden in sechsstelliger Höhe aus eigener Tasche zahlen. Die Wohngebäudeversicherungen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis übernehmen Schäden durch Feuer, Starkregen und mehr.

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Ob ein geplatztes Wasserrohr, ein Blitzeinschlag oder golfballgroße Hagelkörner – der Schaden am Haus kann mitunter in die Zehn- oder sogar Hunderttausende gehen. Der Traum vom Eigenheim wird schnell zum Albtraum, wenn solche Schäden nicht versichert sind. Die Wohngebäudeversicherung schützt den Eigentümer eines Hauses vor den finanziellen Folgen eines solches Sachschadens.

Versichert ist das gesamte Gebäude einschließlich aller fest eingebauten Gegenstände wie Einbauküchen oder Parkettböden. In der Regel sind Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Explosion oder Implosion, Sturm ab Windstärke 8 und Hagel, Leitungswasser und Überspannung abgedeckt. Der Versicherungsschutz kann durch zusätzliche Vertragselemente wie beispielsweise Starkregen, Überschwemmung und Rückstau – sogenannte Elementarschäden – erweitert werden. Eine Wohngebäudeversicherung ist zwar keine Pflicht, für Hausbesitzer aber unbedingt empfehlenswert. Sie ist eine „wichtige Absicherung“, sagt auch Wilfried Schwarzer, Versicherungsexperte beim Analysehaus Morgen & Morgen (M&M), „damit im Falle eines Falles das mühsam abzuzahlende Eigenheim nicht im wahrsten Sinne des Wortes das ersparte Geld verbrennt“.

Doch wie finden Hausbesitzer die passende Police, wie sollte sie ausgestaltet sein und wie teuer ist sehr guter Schutz? Für die WirtschaftsWoche hat M&M die besten Wohngebäudeversicherungen ermittelt: Gekürt wurden Policen für eine selbstgenutzte Doppelhaushälfte mit 150 Quadratmeter Wohnfläche in Stuttgart. Das Haus ist ein Neubau, Keller und Dach sind nicht ausgebaut. Elementarschäden sind mitversichert. Weitere Leistungskriterien sind Nutzwärmeschäden, Überspannungsschäden, Gebäudebeschädigungen nach Einbruch, Gebäudebeschädigungen außerhalb des Gebäudes, Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten, Ableitungs- und Zuleitungsrohre auf dem versicherten Grundstück zur Ver- und Entsorgung sowie grobe Fahrlässigkeit.

Berücksichtigt wurden ausschließlich Tarife mit fünf Sternen, dem höchsten M&M-Rating. Ausgezeichnet wurden die Tarife mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Vier Tarife erhielten die Note „Sehr gut“. Bei der erstplatzierten InterRisk liegt die jährliche Prämie bei 343,28 Euro, bei der GEV bei 321,40 Euro, bei der Helvetia bei 494,09 und bei Janitos bei 334,58 Prozent.

Der Versicherungsverband GDV empfiehlt Verbrauchern, sich vor dem Vertragsabschluss gut beraten zu lassen und die Police individuell anzupassen, „denn einige Gefahren müssen durch separate Vereinbarungen versichert werden“. Zwar würden sich die Policen in der Regel in weiten Bereichen ähneln, weisen aber im Details oftmals Unterschiede auf, die entscheidend sein können, gibt auch Gerold Happ, Geschäftsführer Immobilien- und Umweltrecht und Mitglied der Bundesgeschäftsführung bei Haus & Grund, zu Bedenken. „So sind beispielsweise manche Versicherungen modular aufgebaut: Man schließt eine Basis-Versicherung ab und kann dann individuell weitere benötigte Module hinzubuchen“, erklärt er. „Andere Versicherungen bieten wiederum Gesamtpakete an.“ Daher sollten Immobilienbesitzer immer vergleichen, welche Versicherungsleistungen enthalten sind und bis zu welchen Summen die Versicherung einspringt.



Genaue Angaben machen, Versicherungsleistungen vergleichen

Auch für alternative Energiequellen gibt es spezielle Policen. „Wird zum Beispiel über eine Photovoltaikanlage Strom ins öffentliche Netz eingespeist, empfiehlt sich eine Ertragsausfallpolice“, so der GDV. „Sie schützt vor dem Risiko eines Ertragsausfalls infolge eines versicherten Sachschadens.“ Je nach Anbieter können weitere Extras vereinbart werden, etwa Vandalismus- und Graffiti-Schäden am Gebäude oder aber Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten außerhalb des Gebäudes, zum Beispiel nach einem Sturm. „Ein nicht oder unzureichend versicherter Schaden kann sehr schnell den Traum von den eigenen vier Wänden platzen lassen, insbesondere wenn die Eigenmittel des Häuslebauers durch die Finanzierung aufgebraucht wurden“, warnt Schwarzer.

Unbedingt sollte bei Abschluss der Police darauf geachtet werden, dass die Angaben zur versicherten Immobilie so exakt wie möglich sind. „Nichts ist ärgerlicher, als wenn im Schadensfall die Versicherung nicht oder nicht vollständig einspringt, weil beim Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht wurden“, sagt Happ.



Er rät zudem, alle paar Jahre zu prüfen, ob der abgeschlossene Vertrag noch die beste Wahl für die konkrete Immobilie ist. Unter Umständen könnten sich über die Jahre Begebenheiten bei der Immobilie oder der Umgebung ändern, die einen Anpassung des Versicherungsschutzes erforderlich machen. „Zudem kann es Umstellungen bei den Versicherungspolicen geben, die andere Angebote des Versicherungspartners oder auch eines anderen Unternehmens als günstiger erscheinen lassen“, ergänzt er. Hausbesitzer müssten oft auch keine Angst vor höheren Kosten haben, wenn die eigene Versicherung eine Vertragsanpassung vorschlägt. „Diese können sich auch als einen Kostenersparnis herausstellen“, sagt Happ. Es sei deshalb immer ratsam, solche Angebote zu prüfen.

Mehr zum Thema: Die private Haftpflichtversicherung gilt als unverzichtbar, dennoch haben viele keine Police. Dabei können Schäden schnell die wirtschaftliche Existenz bedrohen. Die besten Policen für Alleinerziehende und Familien.

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