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Konjunktur Bundesregierung: Engpässe dämpfen Industrie bis ins kommende Jahr

Die deutsche Industrie verzeichnet einen hohen Auftragsbestand. Doch viele Branchen können der Nachfrage nicht nachkommen – aus Mangel an Halbleitern und Rohstoffen.

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Der Mangel an Halbleitern belastet insbesondere die Automobilindustrie. Quelle: dpa

Die Bundesregierung rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen. „Trotz des hohen Auftragsbestands dürfte die Industriekonjunktur bis in das kommende Jahr hinein gedämpft verlaufen“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums: „Dies gilt insbesondere für die gewichtige Automobilindustrie, die unter einem Mangel an Halbleitern leidet.“ Trotz einer hohen weltweiten Nachfrage nach deutschen Waren sei das Verarbeitende Gewerbe somit nicht in der Lage, den Ausstoß in stärkerem Ausmaß hochzufahren.

Die Dienstleister profitierten zuletzt zwar von den vorgenommenen Corona-Lockerungen. „Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens haben die Risiken aber wieder zugenommen“, warnte das Ministerium zugleich. Dennoch sollte die Dienstleistungskonjunktur im restlichen Jahr die Schwäche der Industrie ausgleichen können. „Insgesamt dürfte das Bruttoninlandsprodukt im Schlussquartal des Jahres jedoch nur noch geringfügig zulegen“, erwartet das Ministerium. Im Sommer hatte es noch zu einem kräftigen Wachstum von 1,8 Prozent gereicht. Einige Ökonomen gehen sogar von einer Stagnation im laufenden vierten Quartal hat.

Die Bundesregierung hatte auch wegen des schwachen Jahresausklangs erst kürzlich ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2021 gekappt, und zwar von 3,5 auf 2,6 Prozent. Im kommenden Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt dafür um 4,1 Prozent zulegen, nachdem bislang nur mit einem Plus von 3,6 Prozent gerechnet worden war.

Entspannung erwartet das Ministerium bei der Inflation, die aktuell mit 4,5 Prozent so hoch ist wie seit 1993 nicht mehr. „Die Knappheiten bei Rohstoffen und Vorprodukten machen sich auch hier zunehmend bemerkbar“, steht in dem Monatsbericht. Da 2022 maßgebliche Sonderfaktoren wie die Mehrwertsteuersenkung herausfallen, dürfte sich die Inflationsrate merklich verringern.

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