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Philosoph Martin Hartmann "Vertrauen in Institutionen nimmt kontinuierlich ab"

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Händeschütteln - der erste Schritt der Vertrauensbildung. Hier Angela Merkel und Martin Schulz beim Beginn der Sondierungsgespräche. Quelle: dpa

An mangelndem Vertrauen scheitern nicht nur Koalitionsverhandlungen, sondern mitunter ganze Volkswirtschaften. Der Philosoph Martin Hartmann über gegenläufige Trends, intimisierten Kapitalismus und Vertrauensverlust bei allzu viel Offenheit.

Wirtschaftswoche: Herr Hartmann, schon lange wird über schwindendes Vertrauen der Bürger in die Politik geklagt. Neuerdings scheint es aber auch immer häufiger am Vertrauen zwischen Politikern zu fehlen. Haben Sie eine Erklärung ?
Martin Hartmann: Neu ist jedenfalls, dass Koalitionsverhandlungen am mangelnden Vertrauen scheitern. Mein Eindruck ist, dass sich die generell steigende Polarisierung der Bevölkerung zunehmend auch im Verhalten der politischen Eliten niederschlägt und es deshalb schwerer wird, Kompromisse auszuhandeln. Nicht nur vielen Bürgern fällt es schwer, aus ihren Echokammern herauszukommen und fremde Perspektiven wahrzunehmen, sondern auch den Politikern.

 
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