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Verpatzter Glasfaserausbau Helmut Kohl und das Leerrohr sind schuld

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Einfach unterirdisch: Ohne Leerrohre wie diese gibt es kein schnelles Glasfasernetz. Quelle: Patrick Schuch für WirtschaftsWoche, Playmobil - Geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG, Zirndorf

Die Bundesrepublik könnte das beste Glasfasernetz der Welt haben. Doch eine unheimliche Allianz aus Politik und Wirtschaft hat sie in ein digitales Entwicklungsland verwandelt. Ein Lehrstück über schlechtes Regieren.

Friedhelm Dommermuth ist bei der Bundesnetzagentur der Mann für alle Fälle, genauer: der Richter für alle Grabenkämpfe beim Bau von Glasfasernetzen. Dommermuth entscheidet nicht nur über Recht und Unrecht, sondern über Online oder Offline. Lädt er zur mündlichen Verhandlung, klingt das manchmal nach Fußballkreisliga. Dann tritt – wie kurz vor Weihnachten im großen Sitzungssaal 0.10 in Bonn – Newcomer Hochrhein-Net gegen die Stadtwerke Waldshut-Tiengen an.

Dommermuth, Vorsitzender der Beschlusskammer 11, so heißt die Streitbeilegungsstelle offiziell, und seine drei Beisitzer entscheiden, wer wo seine Glasfaserkabel verlegen darf. Eminent wichtig – und das erschließt sich Laien nicht sofort – ist dabei der unterirdische Verlauf von Leerrohren. Das sind unscheinbare Plastikhüllen, durch die Glasfaserkabel gezogen werden.

Da zählt jedes Detail: „Sind alle Rohre belegt?“ Oder: „Wie viele Kapazitätsreserven gibt es?“ Baupläne, groß wie Tischtücher, werden auf seinem weißen Tisch ausgebreitet, um diese Fragen zu beantworten.

 
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