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Aktion gegen Kritiker US-Justiz: Saudi-Arabien heuerte Twitter-Angestellte für Spionage an

Die saudische Regierung hat versucht Twitter-Mitarbeiter für die Spionage von Regierungskritikern zu rekrutieren. In zwei Fällen waren sie wohl erfolgreich.

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Die saudische Regierung soll US-Staatsanwälten zufolge zwei Twitter-Mitarbeiter für Spionage angeheuert haben. Die Angestellten des Internetkonzerns hätten für das Königreich private Kontoinformationen von Regierungskritikern beschaffen sollen, hieß es in einer am Mittwoch bekanntgewordenen Beschwerde, die bei einem Bezirksgericht in San Francisco eingereicht wurde.

Demnach sollen sich saudische Regierungsvertreter in einer konzertierten Aktion bemüht haben, Mitarbeiter zu rekrutieren, um private Daten von Tausenden Twitter-Konten auszuspähen. Unter den Opfern war den Angaben zufolge ein bekannter Journalist mit mehr als eine Million Followern.

Die von Riad rekrutierten Twitter-Mitarbeiter sollen zudem mit einer Designer-Uhr sowie Zehntausenden Dollar belohnt worden sein, die in Geheimkonten geparkt worden seien.

Ermittlern zufolge soll ein als Social-Media-Berater tätiger Saudi für die Königsfamilie einen Twitter-Mitarbeiter angeworben und ihn dann nach Washington einfliegen lassen. Dort soll der Technikexperte sich privat mit einem nicht näher genannten Mitglied der Familie getroffen haben. Binnen einer Woche nach seiner Rückkehr nach San Francisco habe der Twitter-Angestellte begonnen, ohne Erlaubnis im großen Stil Zugriff auf private Daten von Nutzern zuzugreifen, hieß es in der Beschwerdeschrift.

Von der Aktion waren demnach Informationen von 6000 Twitter-Nutzern betroffen, darunter mindestens 33 User-Namen, über die die saudische Polizei bei Twitter mit Verweis auf einen Notfall Einsicht in deren Daten beantragt hatte.

Als der Twitter-Mitarbeiter von seinen Vorgesetzten erwischt und zur Rede gestellt wurde, habe er die Aktion eingeräumt. Zudem erklärte er, er habe es aus Neugier getan, hieß es. Daraufhin sei er beurlaubt worden. Sein Firmen-Laptop wurde zudem eingezogen, und er wurde aus dem Büro eskortiert. Tags darauf sei er mit Frau und Tochter nach Saudi-Arabien geflogen und seitdem nicht in die USA zurückgekehrt. Er wird inzwischen per Haftbefehl gesucht.

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