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Anti-Lobby-Verein LobbyControl fordert weniger Einfluss von Konzernen auf EU-Ebene

Der Verein fordert weniger Einfluss von Konzernvertretern in der EU. Doch die Regeln für Lobbyismus seien in der EU klar weiter als in Deutschland.

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LobbyControl: Weniger Einfluss von Konzernen auf EU-Ebene Quelle: dpa

Berlin, Brüssel Fortschritte, aber noch nicht genug: Wirtschaftsvertreter haben aus Sicht des Vereins LobbyControl immer noch zu starken Einfluss auf politische Entscheidungen auf EU-Ebene. Der Verein zog an diesem Montag eine Bilanz nach fünf Jahren Amtszeit von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und lobte einige Verbesserungen. Aber: „Die Regeln reichen weiterhin nicht aus.“

LobbyControl begrüßte Junckers Vorstoß, wonach sich Mitglieder der EU-Kommission, ihrer Kabinette und die Generalsekretäre seit Ende 2014 nur noch mit Organisationen oder Konzernen treffen dürften, die in einem freiwilligen Transparenzregister stehen. Diese Treffen müssen laut Bericht veröffentlicht werden. Das habe das Register gestärkt, befinden die Autoren. Der Verein fordert aber, dass die Registrierung rechtlich verpflichtend wird.

Zudem sollte die Regelung für alle EU-Institutionen gelten – so auch für den Rat der EU-Staaten, der aus Sicht der Autoren in Sachen Transparenz noch am meisten zu tun hat. Bisher schließt das Register nur Kommission und Parlament ein. Die EU-Institutionen verhandeln seit Jahren über ein verpflichtendes Register aller Organe.

LobbyControl wertete nach eigenen Angaben die Treffen von 22 der 28 EU-Kommissare aus. Gut jeder Dritte traf sich demnach zu über 70 Prozent mit Wirtschaftsvertretern. Bei weiteren sieben Kommissaren habe der Anteil bei mehr als 50 Prozent gelegen.

Die EU-Institutionen müssten „die privilegierten Zugänge der Unternehmen beenden“, heißt es im Bericht. „Die EU muss auch denjenigen Gehör verschaffen, die sich keine teure Lobbyvertretung in Brüssel leisten können.“

Die Autoren betonen aber: Die EU sei bei Transparenz und ethischen Regeln für Lobbyismus ein gutes Stück weiter als Deutschland, wo es keine Informationen über Treffen von Politikern mit Lobbyisten gebe.

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