Debatte über Migration Zehntausende demonstrieren in Italien gegen Rassismus

Unter dem Motto „Wir sind alle Ausländer“ setzen tausende Italiener ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

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Nach einem Angriff auf mehrere Migranten in Macerata haben zahlreiche Menschen gegen Fremdenhass demonstriert. Quelle: dpa

Macerata Eine Woche nach dem Angriff auf mehrere Migranten in Macerata haben tausende Menschen in der italienischen Stadt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Aus Angst vor Ausschreitungen wurden am Samstag Teile der Stadt in der Region Marken abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Nach Medienberichten gingen die Veranstalter von rund 30.000 Teilnehmern aus. Das Innenministerium sprach von einem friedlichen Marsch.

Antifaschistische Organisationen aus dem ganzen Land versammelten sich genauso wie Anhänger von Linksparteien und sozialen Einrichtungen. Auf Transparenten stand unter anderem: „Wir sind alle Ausländer“. Auch in anderen Städten, darunter in Mailand, wurde gegen Rassismus demonstriert.

Ein Schütze hatte vor einer Woche mitten im Wahlkampf offensichtlich aus rassistischen Motiven das Feuer auf mehrere Afrikaner eröffnet. Sechs Menschen wurden verletzt. Grund soll der Tod einer 18-jährigen Italienerin gewesen sein, die zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden war. Mehrere Nigerianer sind in dem Fall festgenommen worden.

Seit der Attacke von Macerata ist im italienischen Wahlkampf eine bittere Debatte über Migration entbrannt. Vor allem rechte Parteien erhoffen sich dadurch mehr Zuspruch bei der Wahl am 4. März.

Der Bürgermeister von Macerata hatte sich eigentlich gegen eine Antifaschismus-Demo ausgesprochen, um nicht noch mehr Spannungen auszulösen. Am Donnerstag waren Dutzende Rechtsextreme in Macerata aufmarschiert und mit der Polizei zusammengestoßen.

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