Diplomatische Krise Golfstaaten brechen Beziehungen zu Katar ab

Unter Golfstaaten gibt es Ärger über Katar. Für Unmut sorgen die mutmaßliche Unterstützung des Landes für islamistische Gruppen und seine Beziehungen zum Iran. Katar kritisiert das Vorgehen der arabischen Länder.

Die katarische Hauptstadt Doha. Quelle: dpa

Mit dem Abbruch aller Kontakte zu Katar haben Saudi-Arabien und andere arabische Staaten die schwerste diplomatische Krise in der Region seit Jahren ausgelöst. Sie werfen dem Emirat Unterstützung von Terrororganisationen vor. Damit ist der kleine Staat am Persischen Golf, in dem die USA ihre größte Militärbasis in der Region unterhalten und in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll, weitgehend isoliert.

Das katarische Außenministerium erklärte, die Maßnahmen seien ungerechtfertigt und basierten auf falschen Behauptungen. Katar sei einer Hetzkampagne ausgesetzt, die auf Verleumdungen basiere.

Katars Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) schlossen in einem koordinierten Vorgehen am Montag auch die Grenzen. Sie forderten Bürger Katars auf, in spätestens 14 Tagen auszureisen. Auch Ägypten und der Jemen brachen alle Beziehungen zu Katar ab. Katarische Diplomaten müssen die betroffenen Staaten innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Donald Trump über Muslime und den Terror

Saudi-Arabien und Bahrain stoppten auch den Luftverkehr mit Katar. Schon zuvor hatten mehrere Fluglinien aus Golfstaaten erklärt, sie stellten von Dienstag an ihre Verbindungen mit dem Emirat ein. Dazu gehörten Etihad Airways, Emirates, Flydubai, Air Arabia und Gulf Air.

US-Außenminister Rex Tillerson rief die arabischen Staaten auf, ihre Streitigkeiten beizulegen. Offensichtlich gebe es in der Region einige Konflikte, die nun hochkochten, sagte er in Sydney. Er erwarte nicht, dass der Abbruch der Beziehungen zu Katar maßgeblich Auswirkung auf den Kampf gegen den Terrorismus haben werde.

Sowohl Katar als auch Saudi-Arabien, Bahrain, die VAE und Ägypten sind Verbündete der USA. So hat Washington mehr als 10 000 Soldaten auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid in Katar stationiert. Katar gehört auch der internationalen Anti-IS-Koalition an, die Extremisten in Syrien und im Irak bekämpft. Auf Bahrain unterhält die Fünfte US-Flotte ihr Hauptquartier. US-Präsident Donald Trump hatte die arabischen Verbündeten während eines Besuchs Ende Mai in Saudi-Arabien auf einen gemeinsamen Anti-Terror-Kampf und eine gemeinsame Anti-Iran-Front eingeschworen.

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