WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Naher Osten Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Die Spannungen entlang der Grenze zum Gazastreifen nehmen zu. Katar versichert jedoch, keine der Parteien sei an einer Eskalation der Lage interessiert.

Der katarische Gesandte Mohammed Al-Emadi, Israel und die Hamas wollten die grenzübergreifende Gewalt im Gazastreifen eindämmen. Man habe kein Interesse an Eskalationen. Quelle: AP

JerusalemAls Reaktion auf einen Raketenangriff hat die israelische Luftwaffe am Montag Ziele im Gazastreifen angegriffen. Das Militär teilte mit, „unterirdische Infrastruktur“ von Extremisten sei getroffen worden. Berichte über Tote oder Verletzte gab es nicht.

Entlang der Grenze zum Gazastreifen haben die Spannungen in den vergangenen Tagen zugenommen. Die israelischen Streitkräfte griffen mehrfach Ziele dort an und töteten zwei Palästinenser, die versuchten, nach Israel zu gelangen. Zuvor wurden bei einer Bombenexplosion an der Grenze vier israelische Soldaten verletzt. Israel macht die im Gazastreifen herrschende Hamas für alle Angriffe aus dem Gebiet verantwortlich.

EU-Kommissionssprecherin Maja Kocijancic erklärte, die Gewalt sei Anlass zur Besorgnis. Sie bezeichnete Raketenangriffe auf Israel als inakzeptabel und erklärte, die EU erkenne Israels „legitime Sicherheitsbedenken“ an. Dennoch sei zu hoffen, dass die Lage nicht weiter eskaliere. Alle Beteiligten müssten größte Zurückhaltung zeigen.

Der katarische Gesandte Mohammed al-Emadi erklärte, Israel und die Hamas im Gazastreifen wollten die grenzübergreifende Gewalt eindämmen. „Wir bestätigen über unsere Beziehung zu beiden Seiten, dass sie kein Interesse an einer Eskalation oder einer Konfrontation haben, die die gesamte Region erfassen könnte“, sagte Al-Emadi, der für Katar Wiederaufbauprojekte im Gazastreifen koordiniert. Er nannte Einzelheiten zu einem Nothilfefonds in Höhe von neun Millionen Dollar, mit dem einer Knappheit von Medikamenten und Benzin entgegengewirkt werden soll. Medikamente im Wert von zwei Millionen Dollar und Benzin im Wert von 500.000 Dollar trafen bereits am Montag in Gaza ein.

Das Autonomiegebiet leidet unter einer israelisch-ägyptischen Blockade, seit die Hamas 2007 die Kontrolle dort übernahm. Ein Streit über Geld und den Einzug von Steuern verzögert bislang eine Aussöhnung zwischen der Hamas und der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, die Ägypten im Oktober aushandelte. Abbas hat seitdem den finanziellen Druck auf den Gazastreifen erhöht. Die Hamas hat erklärt, die Kürzungen bedrohten den Betrieb der Krankenhäuser in dem Autonomiegebiet.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%