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Schiffsunglück Boot mit Rohingya-Flüchtlinen gekentert

Die Siedlungsgebiete der Rohingya in Myanmar leeren sich mit großer Geschwindigkeit. Die Menschen fliehen nach Bangladesch und riskieren dabei ihr Leben. Nun kam es wieder zu einem Bootsunglück mit vielen Toten.

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Die Mehrheit der zwölf geborgenen Toten waren Frauen und Kinder. Quelle: Reuters

Cox's Bazar Beim Kentern eines Bootes mit Rohingya-Flüchtlingen sind im Grenzfluss Naf zwischen Myanmar und Bangladesch mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen - die Mehrheit Frauen und Kinder. 15 Passagiere konnten gerettet werden, zahlreiche weitere wurden vermisst, wie ein Sprecher der bengalischen Regionalbehörden am Montag mitteilte.

Das Boot hatte demnach rund 50 Menschen an Bord, als es in der Nacht an der Mündung des Flusses in den Golf von Bengalen sank. Mehr als 150 Rohingya-Flüchtlinge waren bereits in den vergangenen Wochen beim Versuch ertrunken, nach Bangladesch zu gelangen.

Seit Ende August sind nach UN-Angaben 515 000 Rohingya aus Myanmar in das überwiegend muslimische Nachbarland geflohen. Rund 100 000 weitere warten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration IOM auf eine Möglichkeit, ihnen zu folgen.

Nach Angriffen einer Rohingya-Miliz auf mehrere Polizei- und Armeeposten am 25. August hatte das Militär des mehrheitlich buddhistischen Myanmar begonnen, Angehörige der muslimischen Minderheit aus ihren Dörfern zu vertreiben. Menschenrechtler sprechen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Rohingya aus Myanmar, dem ehemaligen Birma, sind staatenlos, seit ihnen die damalige Militärjunta 1982 die Staatsangehörigkeit aberkannte. In Bangladesch leben die Flüchtlinge unter gesundheitlich prekären Bedingungen.

Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch warf Myanmar in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) „Staatsterrorismus“ im Umgang mit der muslimischen Minderheit vor. Er erklärte, die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die de facto die Regierung Myanmars führt, habe die Argumentation und Rhetorik der Militärs übernommen.

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