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USA Minneapolis will Polizeibehörde nach Floyds Tod auflösen

Die US-Metropole zieht Konsequenzen aus dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners: Der Polizeiapparat soll in seiner jetzigen Form abgeschafft werden.

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Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd will die US-Stadt Minneapolis die Polizei in ihrer derzeitigen Form abschaffen. Der Stadtrat beschloss, die Polizeibehörde aufzulösen und durch ein neues Modell öffentlicher Sicherheit zu ersetzen. Das aktuelle System werde nach einer eindeutigen Mehrheitsentscheidung des Stadtrats aufgegeben, erklärte das Gremium-Mitglied Alondra Cano, auf Twitter.

Die Vorsitzende des Stadtrates von Minneapolis, Lisa Bender, sagte zu CNN: „Die Idee, keine Polizeiabteilung zu haben, ist sicherlich nicht kurzfristig.“ Mehrere Mitglieder des Gremiums betonten, Reformen seien ein langer und komplexer Prozess. Details dazu blieben zunächst unklar.

Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai gestorben, nachdem einer der Polizisten den Unbewaffneten minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Sein Tod löste in zahlreichen US-Städten und in anderen Ländern, darunter auch Deutschland, Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Die Protestwelle setzte sich auch am Sonntag fort – und dies weitgehend friedlich.

Bei den Märschen durch US-Metropolen war die Stimmung der Teilnehmer überwiegend fröhlich und hatte wenig mit den Ausschreitungen voller Wut und Gewalt der vergangenen zwei Wochen gemein.

Reformen in New York

Grund für den Stimmungswechsel dürfte auch gewesen sein, dass Forderungen der Demonstranten nach Polizeireformen unter anderem in Minneapolis und New York Gehör fanden. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte, es stünden nun eine Reihe von Reformen an, um das Vertrauen zwischen den Bewohnern der Stadt und der Polizei wieder aufzubauen.

Dafür sollen Teile des Polizeibudgets künftig in Jugend- und Sozialdienste fließen. Auch die Verfolgung von illegalen Straßenhändlern werde nicht mehr in den Händen der Polizei liegen, da die Vorschriften in der Vergangenheit oftmals zur Diskriminierung von Minderheiten missbraucht worden seien, betonte der Bürgermeister.

In New York marschierten am Sonntagnachmittag mindestens ein halbes Dutzend lose organisierte Gruppen bei strahlendem Sonnenschein durch Manhattan. Sie trugen handgefertigte Schilder auf denen zu lesen war „Finanziert die Schulen, nicht die Polizei“ („Defund the Police, Fund Schools“).

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