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Ahmed Gaïd Salah Algeriens Militärchef beigesetzt

Nach dem Tod von Algeriens Militärchef droht das Land in neue politische Unsicherheit zu stürzen. Ahmed Gaïd Salah war am Mittwoch an einem Herzinfarkt gestorben.

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Algeriens verstorbener Militärchef Ahmed Gaïd Salah ist am Mittwoch beigesetzt worden. Große Menschenmengen säumten die Straßen, als der Trauerzug mit zahlreichen Militärfahrzeugen vorbeifuhr, einige schwenkten algerische Flaggen. Gaïd Salah war am Montag an einem Herzinfarkt gestorben. Er galt als De-Facto-Herrscher des gasreichen Landes, das zuletzt turbulente Zeiten durchlebt hatte. Mit seinem Tod droht Algerien in eine neue Phase der politischen Unsicherheit zu stürzen.

Zu Ehren des ehemaligen Unabhängigkeitskämpfers wurde am Mittwoch eine Zeremonie im Palast des Volkes abgehalten, bestattet wurde er anschließend am Friedhof El Alia, wo auch seine Kampfgefährten aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich begraben liegen.

Nach friedlichen Demonstrationen gegen den Langzeitpräsidenten Abdelaziz Bouteflika war es Gaïd Salahs Wort, das im April dessen Rücktritt besiegelte. Danach setzte er sich für eine Neuwahl an, die dann kürzlich sein Wunschkandidat Abdelmadjid Tebboune gewann.

Doch auch gegen ihn und die traditionell mächtige Rolle des Militärs in Algerien regte sich Widerstand. Demonstranten forderten seinen Rücktritt und einen kompletten Umbau des bestehenden politischen Systems. Auch am Dienstag, einen Tag nach Gaïd Salahs Tod, hielten Studenten dazu eine wöchentliche Kundgebung ab.

Mehr: Abdelmadjid Tebboune hat die Wahl zum neuen Präsidenten gewonnen. Algerier halten die Wahl für eine Farce, unabhängige Kandidaten waren nicht zugelassen.

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