Aktienmarkt Dax zwischenzeitlich abgesackt – US-Inflationsrate maßgeblich

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der US-Inflationsrate für den Juni war der Dax um zwei Prozent abgesackt. Quelle: REUTERS

Nach der Bekanntgabe der hohen Inflationsrate in den USA sackte der Dax zwischenzeitlich stark ab, konnte sich jedoch wieder leicht erholen. Die Teuerung stellt die großen Volkswirtschaften weiterhin vor große Probleme.

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Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Minus geschlossen. Die enttäuschenden US-Inflationszahlen wirkten aber nur vorübergehend als zusätzliche Belastung. Direkt nach den Daten war der Dax zwar um mehr als zwei Prozent abgesackt, im späten Handel konnte er sich von diesem Schock aber nahezu komplett erholen. Letztlich verlor der Leitindex 1,16 Prozent auf 12.756,32 Punkte und damit nur etwas mehr als kurz vor den US-Daten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss mit einem Minus von 0,98 Prozent auf 25 503,28 Zähler.

Die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft stiegen im Juni um 9,1 Prozent und erreichten den höchsten Wert seit mehr als 40 Jahren. Damit steht die US-Notenbank Fed weiter unter Druck, ihre Geldpolitik zu straffen. Weiter steigende Zinsen könnten indes die Konjunktur abwürgen und schmälern auch die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen.

Auch die anderen europäischen Leitbörsen gingen auf Talfahrt. Der EuroStoxx 50 fiel um rund 1,0 Prozent. Die Leitindizes in Paris und London büßten jeweils rund 0,7 Prozent ein. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 0,6 Prozent im Minus.

Am deutschen Markt prägten zur Wochenmitte Geschäftszahlen der Unternehmen das Geschehen. Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer punktete bei den Anlegern mit besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und bestätigten Jahreszielen. Zudem gibt sich das Unternehmen mit Blick auf die Erdgasversorgung optimistisch. Die Aktien endeten als MDax-Spitzenreiter 3,1 Prozent höher.

Im Nebenwerte-Index SDax sackten die Anteilscheine von Auto1 nach starken Schwankungen letztlich um 3,9 Prozent ab. Der Online-Gebrauchtwagenhändler konnte im vergangenen Quartal zwar mehr Autos verkaufen als ein Jahr zuvor, doch die Dynamik im Vergleich zum Vorquartal ließ etwas nach.

Wegen des abkühlenden Anlegerinteresses im ersten Halbjahr verzeichnete der Online-Broker Flatexdegiro wie erwartet weniger Geschäft als im Vorjahreszeitraum. Den bereits im Juni gesenkten Jahresausblick bestätigte das Unternehmen. Die Papiere verloren 2,2 Prozent.

Eine Kooperation mit dem französischen Autobauer Renault bescherte dem Zulieferer Vitesco einen Kursgewinn von 1,8 Prozent. Dabei geht es um die Entwicklung von Leistungselektronik für Elektro- und Hybridantriebe. Deutsche Automobilwerte zeigten sich in dem Marktumfeld indes generell schwach.

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Der Euro fiel nach den US-Inflationsdaten kurzzeitig unter die runde Marke von einem US-Dollar, erholte sich aber wieder merklich und kostete zuletzt 1,0080 Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs für den Euro auf 1,0067 Dollar festgesetzt. Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen stieg von 0,95 Prozent am Vortag auf 0,99 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 135,64 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,02 Prozent auf 152,70 Zähler.

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