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Betrug mit Testzentren Baden-Württemberg kennt „vereinzelte Fälle“ von Briefkastenfirmen

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Betrüger wollen offensichtlich über Briefkastenfirmen Tests abrechnen, ohne ein physisches Testzentrum zu betreiben. Quelle: dpa

Die Tricks mit den Corona-Tests nehmen neue Ausmaße an. Betrüger wollen offensichtlich über Briefkastenfirmen Tests abrechnen, ohne ein physisches Testzentrum zu betreiben. Baden-Württemberg kennt „vereinzelte Fälle“ dieses Betrugs.

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Die Tricks mit den Corona-Tests nehmen neue Ausmaße an. So wollen Betrüger offensichtlich über Briefkastenfirmen Tests abrechnen, ohne ein physisches Testzentrum zu betreiben oder überhaupt jemanden zu testen. „Vereinzelte Fälle“ solcher Testzentren, die es physisch gar nicht gibt, seien dem Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg bereits bekannt geworden, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Stuttgart der WirtschaftsWoche. Die Regierung will nun die Dimension des Betrugs erfassen. „Das Sozialministerium führt hierzu derzeit eine Abfrage bei den Gesundheitsämtern durch“, sagte der Sprecher.

Ob es Testzentren tatsächlich gibt und wie ordnungsgemäß dort abgerechnet wird, sollten die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) überprüfen, sagte der Ministeriumssprecher: „Diese können Plausibilitätsprüfungen vornehmen.“ Die KV Baden-Württemberg teilt dagegen über ihren Sprecher mit: „Wir können das nicht kontrollieren.“

Ob fiktive Testzentren ein bundesweites Problem sind, weiß das Bundesgesundheitsministerium nicht. „Die Beauftragung der Testzentren erfolgt durch die Länder. Sie müssen die Qualität der erbrachten Leistungen sicherstellen“, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums.

FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke kritisierte die mangelnden Kontrollen. „In Deutschlands Bürokratie fühlt sich mal wieder niemand zuständig“, sagte er der WirtschaftsWoche. „Finanz- und Gesundheitsminister hätten hier nicht nur Steuerzahlergeld zur Verfügung stellen sollen, sondern die Behörden auch mit der notwendigen Missbrauchskontrolle beauftragen müssen.“ Schon jetzt sei absehbar, „dass uns die Testkampagne einen Milliardenbetrag kosten wird“.

Um den weiteren Missbrauch von Steuergeldern zu verhindert, forderte Fricke schnelles Handeln: „Dort, wo es einen konkreten Anfangsverdacht gibt, ist ein Einfrieren von Geldern mit Sicherheit geboten.“

Mehr zum Thema: Fiktive Testzentren, Abzocke mit zu hohen Abrechnungen: Die Betrugsfälle bei Corona-Testzentren häufen sich – doch niemand will bisher Verantwortung übernehmen.

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