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Bilderberg-Konferenz in Dresden Die Weltregierung bittet zum Plausch

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Ein Weltwirtschaftsforum in abgespeckter Form

Auch die wenigen Fakten, die über die Bilderberger nach außen dringen, sprechen eher dagegen, dass von diesem Treffen ein echter Einfluss auf den Lauf der Weltgeschichte ausgeht. Das liegt vor allem an den Teilnehmern, die allesamt aus den Ländern der transatlantischen Achse kommen. Unter den 130 Vertretern, die dieses Jahr in Dresden zusammen kommen, sind 31 Vertreter der amerikanischen Politik und Wirtschaft, 15 aus Deutschland, 11 aus Großbritannien, acht aus Frankreich und sieben aus den Niederlanden. Die anderen Teilnehmer stammen aus den anderen klassischen Nato-Ländern. Osteuropäer, Südamerikaner oder Asiaten sucht man vergeblich. Sollten die Bilderberger also tatsächlich versuchen, eine Weltregierung zu formieren, sie kämen nicht besonders weit.

Schaut man sich die Teilnehmerliste genauer an, liest sie sich wie ein Weltwirtschaftsforum in abgespeckter Form. Aus Deutschland sind Vertreter der großen Medienhäuser dabei (Julia Jäkel, Mathias Döpfner), Chefs großer Konzerne (Timotheus Höttges, Joe Kaeser, Carsten Kengeter), CDU-Minister (Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen) und Wissenschaftler (Hans-Werner Sinn, Beatrice Weder di Mauro). Auch die Themen der Dresdner Runde lesen sich ähnlich vage, wie man es aus Davos gewohnt ist, eines lautet „Präkariat und Mittelschicht“, ein anderes einfach „China“.

Diskussionen mit klarem Prozedere

Das Prozedere während der Konferenz ist dann ziemlich strikt geregelt, schildert der ehemalige Teilnehmer Bertram: „Zu jedem Themen wird ein Referent bestimmt, es folgen zwei Co-Referate und eine Diskussion.“ Die Teilnehmer sitzen dabei alphabetisch sortiert und bleiben die gesamte Konferenz über im Plenum versammelt. Man verpflichtet sich zwar auf Vertraulichkeit, Aufzeichnungen aus den Runden aber sind durchaus erlaubt. „Das ist ein intellektuelles Festessen“, erinnert sich Bertram.

Auch die Finanzierung der Treffen ist, anders als von den Verschwörungstheoretikern behauptet, klar geregelt. Alle Kosten tragen die Mitglieder des Steuerungsgremiums, in deren Land die Veranstaltung stattfindet. Aus Deutschland gehören dem Gremium derzeit Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank,  und Airbus-Chef Thomas Enders an. Kein Zufall also, dass die Zimmer im Taschenbergpalais vor Bekanntwerden des Treffens auf die „Airbus Group“ reserviert waren.

Nimmt man all diese Erkenntnisse zusammen, bleibt vom Bilderberger-Mythos vor allem das: ein schöner Mythos. Für die Runde selbst aber werden die Gerüchte trotzdem immer mehr zur Belastung, glaub Ex-Organisator Bertram: „Früher war es viel leichter, hochrangige Politiker für das Treffen zu gewinnen“, sagt er. „Heute haben die meisten zu viel Sorge, dadurch in ein schlechtes Licht gerückt zu werden.“

So haben in diesem Jahr alle geladenen SPD-Minister ihre Teilnahme abgesagt. Bertram hofft deshalb, dass sich mit der wachsenden Transparenz die Gerüchte langsam vertreiben lassen. „Angesichts der Notwendigkeit, die atlantische Verbundenheit zu bewahren, wäre es ein großer Verlust, wenn dieses vertrauliche Gesprächsforum verschwände." Obwohl an der Weltregierung nichts dran ist: Man fühlt sich halt doch geehrt, wenn man in einem solchen Kreis verortet wird.

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