Energieeffizienz: Lindner lehnt schärfere EU-Klima-Standards für Gebäude ab
Bundesfinanzminister Christian Lindner legt im Streit um mehr Energieeffizienz in Gebäuden nach.
Foto: imago imagesBundesfinanzminister Christian Lindner legt im Streit um mehr Energieeffizienz in Gebäuden nach und fordert Korrekturen an der neuen EU-Gebäudeenergierichtlinie. „Bei den Standards für Neubauten muss Maß und Mitte erreicht werden“, sagte der FDP-Vorsitzende in einem Interview der Wirtschaftswoche. „Mit dem, was wir jetzt haben, können wir viele Jahre auskommen. Weitere Steigerungen halte ich klimapolitisch nicht für nötig und ökonomisch für nicht tragbar“.
Insbesondere die EU-Gebäudeenergierichtlinie droht nach Ansicht Lindners über das Ziel hinauszuschießen. „Die muss auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden“, fordert er. „Falls die momentan erwogenen Effizienzstandards umgesetzt werden müssten, würde das für Deutschland binnen weniger Jahre viele Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten bedeuten“.
Nach Einschätzung des Finanzministers würden durch die EU-Regelung „erhebliche Sanierungspflichten und eine Verteuerung des Neubaus drohen“. Der Gesetzentwurf der Kommission sei „bereits hochgradig ambitioniert – die noch weitergehenden Verschärfungen des Europäischen Parlaments sind endgültig nicht tragbar“, sagte Lindner. „Das muss geändert werden, wenn die Bundesregierung zustimmen soll. Insgesamt brauchen wir mehr Technologieoffenheit und Ideenreichtum“. So sollte zum Beispiel „das Potenzial technischer Negativemissionen stärker“ genutzt werden, so der Finanzminister. „Das haben wir für die Novelle des Klimaschutzgesetzes auch in der Koalition vereinbart“, erinnerte Lindner. „Das muss das Klimaschutzministerium jetzt auch umsetzen“.
Jetzt das ganze Interview lesen: Finanzminister Christian Lindner über Investitionsanreize, Sparappelle, Sanierungspflichten – und sein politisches Selbstbild in der Ampelkoalition.