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Fahrverbote Möglicher Milliarden-Fonds für Diesel-Nachrüstungen – Greenpeace kritisiert Begrenzung auf einzelne Regionen

Die Umweltschützer begrüßen Pläne der Regierung zu einem Milliarden-Fonds. Diesel-Nachrüstungen nur in einzelnen Regionen griffen aber zu kurz.

Autohersteller müssen manipulierte Fahrzeuge nachrüsten, meint der Umweltverband Greenpeace. Ende vergangener Woche wurden mutmaßliche Pläne der Bundesregierung für ein milliardenschweres Programm zur Verbesserung der Luft in Kommunen bekannt. Quelle: dpa

BerlinDer Umweltverband Greenpeace hat angebliche Pläne der Bundesregierung zur Nachrüstung mancher Diesel-Autos begrüßt. „Endlich nimmt die Bundesregierung die Hersteller für ihre Abgasmanipulationen in die Pflicht und räumt ein, was Gutachten längst belegt haben“, sagte Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Konzerne könnten ihre schmutzigen Diesel technisch so nachrüsten, dass sie „deutlich sauber“ werden. „Es ist ihnen nur zu teuer.“

Zugleich mahnte Schinerl flächendeckende Änderungen an: „Es greift zu kurz, nur in einzelnen Regionen nachrüsten zu lassen. Die Hersteller müssen alle manipulierten Autos soweit in Ordnung bringen, dass sie die Grenzwerte auf der Straße einhalten – natürlich auf eigene Kosten.“

Nach einem „Spiegel“-Bericht gibt es in der Regierung Überlegungen, zumindest einen Teil der Dieselflotte technisch wirksam nachrüsten zu lassen. Dazu werde geprüft, ob Autokonzerne fünf Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen. Die Regierung würde Geld zuschießen. Das Bundesfinanzministerium betonte allerdings, es habe keine Kenntnis von einem solchen Programm.

Die Bundesregierung hatte ein milliardenschweres Programm für saubere Luft in Kommunen auf den Weg gebracht, die Autoindustrie beteiligt sich daran mit 250 Millionen Euro.

In vielen Städten ist die Luft stärker als von der EU erlaubt mit Stickoxiden belastet, die in verkehrsreichen Gebieten meist aus Dieselabgasen stammen. Die Politik will Fahrverbote für Diesel vermeiden. Im Fokus der Debatte stehen Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Fahrzeuge, also Umbauten direkt an Motor und Abgasanlage.

Die Hersteller wollen nur mit Software-Updates die Schadstoffe senken. Viele Experten bezweifeln aber, dass das genügt. Die Autobranche lehnt Hardware-Nachrüstungen als zu aufwendig und teuer ab.

Die Große Koalition trifft sich an diesem Dienstag und Mittwoch zu ihrer ersten Klausur – dabei wird auch die Zukunft des Diesel Thema werden.

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