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Flüchtlingskrise Familiennachzug: Forscher rechnen mit 120.000 Personen

Forscher erwarten beim Familiennachzug von Flüchtlingen allenfalls bis zu 120.000 Frauen und Kinder. Zuletzt war über rund eine Million Angehörige spekuliert worden. Viele Flüchtlinge sind aber jung und ledig.

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Für Flüchtlinge mit einem subsidiären Schutz ist der Familiennachzug bis zum 15. März 2018 beschränkt. Quelle: dpa

Nürnberg Forscher rechnen beim Familiennachzug von Flüchtlingen, die 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, allenfalls mit 100.000 bis 120.000 Frauen und Kindern. Dass die Zahl deutlich das zuletzt diskutierte Volumen von einer Million Angehörigen unterschreite, liege an der Alters- und Familienstruktur der Flüchtlinge.

Viele der 2015 und 2016 nach Deutschland gekommenen Asylbewerber seien jung und ledig, nur 46 Prozent verheiratet. Lediglich 43 Prozent hätten Kinder, berichtet der Migrationsforscher Herbert Brücker in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Verheiratete Flüchtlinge wiederum seien meist mit ihren Ehepartnern und Kindern nach Deutschland geflohen. Nur 27 Prozent der verheirateten Flüchtlinge hätten hingegen ihre Ehepartner in dem Herkunfts- oder einem Transitland zurückgelassen. Der Anteil der zurückgelassenen Kinder liege bei 31 Prozent, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Das Institut beruft sich dabei auf die zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführte Befragung von 4800 Flüchtlingen im zweiten Halbjahr 2016.

Höher ausfallen würde die Zahl der Anspruchsberechtigten allerdings für den Fall, dass im nächsten Jahr auch Flüchtlinge mit einem eingeschränkten („subsidiären“) Schutzstatus ihre Ehefrauen und Kinder nach Deutschland nachholen könnten. Der Wert würde in diesem Fall um 50.000 bis 60.000 auf voraussichtlich 150.000 bis 180.000 ansteigen, haben die Forscher ermittelt. Für Flüchtlinge mit einem subsidiären Schutz ist der Familiennachzug bis zum 15. März 2018 beschränkt. Die Umfrage habe aber gezeigt, dass auch in dieser Gruppe viele Flüchtlinge gerne ihre Familien nach Deutschland nachholen würden.

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