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Peinliches Wahlplakat"Wir sind so hipp, das C steht bei uns für cool"

"Mal was Anderes" wollte die CDU in Hellenthal machen und druckte einen fingierten WhatsApp-Chat auf ein Werbeplakat. Bei der jungen Zielgruppe kommt das nicht so gut an, wie erhofft.Tina Halberschmidt 21.05.2014 - 17:26 Uhr Quelle: Handelsblatt

Das Wahlplakat der CDU Hellenthal mit einem gestellten What's-App-Chat kam im Netz nicht gut an.

Foto: Twitter

„Hey Leute, am 25. ist doch Europawahl, ne? Wisst Ihr schon, wen Ihr wählt?“, fragt Elias und verziert das Ganze mit einem Emoticon. Luca hat „noch keinen Plan“. Aber Laura weiß Bescheid: „Die CDU natürlich! (Victoryzeichen)“ Alex und Emma stimmen zu – schließlich „tun die auch was für die Jugend! (Grinsegesicht) (Thumbs up)“.

So steht es auf einem Wahlplakat, das die CDU im nordrhein-westfälischen Örtchen Hellenthal aufgestellt hat. „Wir wollten junge Leute und Erstwähler ansprechen und etwas Anderes machen, uns von der Masse abheben“, erklärt Rene Strotkötter, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands. Deshalb das Wahlplakat im Chat-Format. „Schließlich ist WhatsApp weit verbreitet und spielt in der Kommunikation der jungen Generation eine besonders große Rolle.“

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Die „junge Generation“ jedoch – sie ist von dem Plakat nicht so wirklich angetan. Nachdem @ariakan79 ein Foto des Plakats bei Twitter veröffentlicht hatte, gab es nur vereinzelt Lob für die Designidee. Die meisten Nutzer machen sich über das Plakat lustig. „Yeah, wir sind so hipp, das C steht bei uns für cool. Örghs!“ schreibt @BecciStrange. „Was soll das?“ fragt @jsnjgr. Und @CrissTing88 bemerkt ironisch: „Ich wähl auch CDU, weil die sich gar nich irgendwie anbiedern oder so. Die sind halt alle voll fett entzcool und jung drauf, ne.“

„Wahlplakate from Hell“

Der fingierte WhatsApp-Chat unter der Überschrift „Jugendtreff“ hat es sogar in die Galerie „Wahlplakate from Hell“ von Martin Fuchs (auch bekannt als @wahl_beobachter) geschafft. Der Blogger, der sich nach eigenen Aussagen „seit über 14 Jahren mit Wahlkampf, strategischer Politikberatung und den Hintergründen des Politikgeschäfts“ befasst, stellt hier „Skurrilitäten aus Europa- und Kommunalwahlkampf“ online und kommentiert sie süffisant. Auch das CDU-WhatsApp-Plakat bekommt sein Fett weg.

Dasselbe im Blog von UImen-TV des Schauspielers und Satirikers Christian Ulmen: „Im Jugendtreff steppt der sogenannte Bär! Lauter junge, swagempfindende Leute, die während der letzten sieben Jahre an der Spitze der Babynamencharts standen, texten in dieser WhatsApp-Gruppe.“ Selten habe ein Plakat so authentisch das Lebensgefühl einer ganzen Generation wiedergegeben, schreiben die Blogger ironisch.

Rene Strotkötter von der CDU hat mit der Kritik indes keine Probleme: „Bei den Plakaten gehen die Meinungen eben auseinander. Damit müssen wir leben, das ist Demokratie“, sagt der CDU-Vorstand. Er selbst hat übrigens keinen WhatsApp-Account. Aber das kann sich ja noch ändern.

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