Preissteigerung Welche Güter der Inflation trotzen

Wenn man die Heizung voll aufdreht, kann es teuer werden.

Alles wird immer teurer? Mitnichten. Bei einigen wenigen Produkten sinken die Preise – die für Sprengstoff beispielsweise.

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Für Liebhaber von Salatgurken könnte der vergangene September einer der besten Monate des Jahres 2021 gewesen sein. Mitten in einer Phase allgemein steigender Inflation waren Gurken im Vergleich zum Vorjahresmonat 19 Prozent billiger zu haben. Damals konnten Gurkenenthusiasten ihre Vinaigrette zum Gurkensalat auch mit teurem Bio-Olivenöl aus Kampanien anrühren, das Grundprodukt war ja relativ billig.

Doch die Lage auf dem deutschen Gurkenmarkt hat sich geändert: Zu Jahresbeginn sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um acht Prozent in die Höhe geschnellt. Und das ist noch vergleichsweise wenig.

Die gewerblichen Erzeugerpreise sind im Februar insgesamt auf Jahressicht um 25,9 Prozent gestiegen. Inflationstreiber waren einmal mehr die Energiekosten, die um 68 Prozent zulegten. Die Erdgaspreise schossen um 125,4 Prozent nach oben. Deutlich mehr mussten Betriebe auch für Düngemittel (71,7 Prozent) und Nadelschnittholz (54,1 Prozent) bezahlen.

Doch auch diesmal gibt es, wie damals im September, einige wenige Ausreißer nach unten, zeigen Detaildaten des Statistischen Bundesamtes. Schinken aus Schweinefleisch zum Beispiel. Der kostet 2,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch die Edelmetalle Silber (minus 9,9 Prozent) und Platin (minus 7,7 Prozent) sind günstiger zu haben. Ebenfalls ein Schnäppchen: Böller und Raketen. Pyrotechnik hat sich um etwas mehr als zwei Prozent verbilligt, nachdem coronabedingt zum Jahreswechsel das große Silvesterfeuerwerk ausfiel. Viele Hersteller hätten deshalb noch immer relativ volle Lager, berichtet Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie: „Verkaufsverbote haben möglicherweise den Preis gedrückt“, sagt er.

Einen Preisrückgang von knapp zwei Prozent registriert das Statistische Bundesamt pikanterweise auch bei „Sprengstoffen, Zündschnüren und Zündhütchen“. Jörg Rennert will das aber nicht so recht glauben. Es habe vielmehr „dramatische Preissteigerungen“ bei Sprengstoff gegeben, sagt der Vorsitzende des Deutschen Sprengverbandes und widerspricht damit den Angaben der Behörde. Der angebliche Grund laut Rennert: Für die Herstellung von Sprengstoff brauche man Ammoniumnitrat, für die Herstellung von Ammoniumnitrat benötige man wiederum Erdgas – und das habe sich doch massiv verteuert. Wie dem auch sei: Sprengstoff dürfte für einen Großteil der Bevölkerung nicht zu Produkten des täglichen Bedarfs gehören.

Zahnpasta schon eher. Die gute Nachricht: Auch Zahnputzmittel haben sich verbilligt – um 1,3 Prozent.

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