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Produkte Die Qualität beeinflusst die Inflationsrate

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In den USA, wo die Statistiker hedonische Methoden schon seit Mitte der Neunzigerjahre anwenden, hat das Kritiker auf den Plan gerufen. Sie argwöhnen, die hedonisch berechnete Inflation unterzeichne den wahren Preisauftrieb. Weil die Verbraucher den Qualitätszuwachs häufig gar nicht spürten, sei es fragwürdig, ihn als Preisrückgang zu werten. Zudem schmälere eine niedrigere Inflation die staatlichen Transferzahlungen, die in den USA häufig an die Veränderung der Lebenshaltungskosten gekoppelt sind. Auch treibe die hedonische Methode das reale Wirtschaftswachstum künstlich nach oben. Denn um das reale Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu berechnen, muss das nominale BIP durch den Preisindex dividiert werden. Je kleiner dieser ausfällt, desto größer wird das reale BIP.

EU bereinigt die Preise

Mittlerweile ist die Qualitätsbereinigung von Preisindizes weltweit verbreitet. Auch in der Europäischen Union haben sich die Staaten zur besseren Vergleichbarkeit ihrer Preis- und -wachstumsdaten darauf verständigt, den Geldwert von Qualitätssprüngen zu berücksichtigen. In Deutschland hat das allerdings keine allzu großen Effekte auf die Inflation -gehabt. Nach Angaben des -Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate von 2005 bis 2010 im Schnitt bei 1,6 Prozent pro Jahr. Ohne Qualitätsbereinigung wäre sie nur um 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen. Anders als in den USA, wo die Statistiker sogar den Preis für Herrenhemden der Qualitätsbereinigung unterziehen, beschränken die Statistiker in Deutschland die Qualitätsbereinigung auf technische -Güter. Und deren Anteil am Warenkorb liegt bei uns gerade mal bei sechs Prozent.

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